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16.03.1979

Hardware-Trend bei Steuerungsprozessoren

Walter Löffel

Area Manager Zentraleuropa und Geschäftsführer der Data General GmbH Deutschland

Die meisten der großen Minicomputer bieten heute wenigstens 1 MB Hauptspeicher, einige 2 MB und mehr. Durch die Verwendung höherer Speicherdichten als die bewährte 16-Bit-Packungsdichte werden sich die Kosten weiterhin real verringern

Eine weitere Entwicklung, die wir heute bei der Minicomputer-Hardware erkennen, ist die Erweiterung der Systembandbreite. Die Funktionsbreite von Minicomputer-Systemen nähert sich nicht nur der von Großrechner-Herstellern gebotenen Bandbreite am oberen Ende, sondern auch der der Mikrocomputer-Hersteller am unteren Ende.

Es beginnt sich auch ein Markt für die 32-Bit-Architektur aufzubauen, ganz ähnlich wie es Märkte für die 8-Bit- und 16-Bit-Architektur gibt.

Mit fortschreitender Technologie wird es eine Reihe von Maschinenarchitekturen auf dem Markt geben, jede nach Kosten oder Funktion der Aufgabenstellung angepaßt.

Zentralprozessoren, Speichertechnologie

Den größten Fortschritt in der Speichertechnologie gab es bei den Halbleiter-Direktzugriffsspeichern. Kein Posten im Budget für Computer-Komponenten ist schneller zusammengeschrumpft als der für Halbleiter-RAMs. Sowohl in Kosten-pro-Bit als auch

in der äußeren Abmessung hat die Schrumpfung in den letzten zehn Jahren mehr als das Zehnfache ausgemacht.

Die geringeren Kosten des Hauptspeichers haben einen durchdringenden und anhaltenden Einfluß auf die Computer-Entwicklung gehabt und bewirken die wesentliche Verbesserung im Preis-/Leistungsverhältnis aller Computer-Typen.

Die meisten kleinen Computer sind heute mikroprogrammiert. Dies gestattet die wirkungsvolle und kostenwirksame Implementierung von Computer-Steuerungsstrukturen und gibt unter anderem die Möglichkeit, die Befehlssätze für spezifische Verarbeitungsgegebenheiten wie Betriebssystem, Compiler, zu optimieren.

Keine Darstellung von Kleincomputer-Konstruktionstrends wäre vollständig, ohne die Notwendigkeit von Redundanz und hoher Systemverfügbarkeit zu erwähnen. Diese Notwendigkeit wird großen Einfluß auf die Entwicklung zu künftiger Computer-Architekturen nehmen.

Trends bei peripheren Speichern

Bei den Peripheriegeräten gibt es für die Datenspeicherung eine Vielzahl an Plattenspeichern und Magnetbandeinheiten.

Eine bedeutende Entwicklung ist die Spektrums-Erweiterung für Peripheriegeräte, die von der Minicomputer-Industrie angeboten werden. Auch hier nähert sich der Umfang der Minicomputer-Peripherie dem Angebot der Großrechner-Lieferanten, wobei eine

wettbewerbsfähige Preisgestaltung gepflegt wird.

Diese agressive Preisgestaltung mindert nicht nur die Zweifel an der dezentralen Datenverarbeitung als entwicklungsfähiges Instrument zur Verbesserung der Effizienz im organisatorischen Bereich, sie wirkt sich auch auf Drittlieferanten von peripheren Geräten aus. Während die Kleincomputer-Hersteller vertikal integrieren und ihre eigengefertigten Produktlinien ausbauen, können die Lieferanten konsolidiert werden.

Peripheriegeräte machen heute einen wesentlichen Teil des Gesamtgewinns des Minicomputer-Lieferanten aus. Dieser Trend wird sich in der Zukunft verstärken, wenn Minicomputer- Lieferanten ihre Produktion von Peripheriegeräten noch weiter ausbauen.

Trends bei Terminals

Bei der Computer-Hardware schließlich weist die Entwicklung, auf die Nahtstelle zwischen Mensch und Maschine: Das Kommunikationsmittel zwischen der Person die Daten verlangt und dem Minicomputer, der die Daten bereitstellen kann - Computer-Terminals. Es gibt einen wachsenden Bedarf an kompletten Terminalreihen, von "Teletype" bis zum intelligenten Mikro- oder Minicomputer-Terminal für dezentrale Datenverarbeitung.

Computer-Terminals sind in gewisser Weise der wichtigste Teil des Computer-Systems. Denn das Terminal bildet die Basis für die zukünftige Verwendung des Computers als "datenverarbeitender Gebrauchsgegenstand", ähnlich wie das Telefon heute verwendet wird.

Vor vier oder fünf Jahren waren intelligente Terminals eher die Ausnahme. Heute sind beinahe alle Terminals mit Mikroprozessoren ausgestattet. Die Entwicklung bei den Terminals geht anscheinend dahin, diese Intelligenz in erster Linie im Bereich

der Eigendiagnose und Eigentests einzusetzen. Eigentestfunktionen sind wichtig, weil intelligente Terminals typischerweise in Außenstellen stehen, wo die Wartung problematisch sein kann.

Software-Trends

Natürlich liegt der Schlüssel für die Zugänglichkeit eines Computers im Bereich der Software - und das Gewicht dieser zukünftigen Belastung drückt gleichermaßen auf Programmiersprachen sowie auf Betriebssysteme.

Ich sehe in der nächsten Zukunft eine stärkere Entwicklung im Bereich der Software, die der fortgeschrittenen Hardware-Leistung angepaßt sein wird.

Zunächst das Thema Sprachen. Die Bemühungen um eine Standardisierung werden für alle Computersysteme fortgesetzt. Sie werden in Untermengen schneller als je zuvor in Minicomputer-Systeme implementiert. Heute sind für Minicomputer-Systeme mehr Standardsprachen und höhere Programmiersprachen verfügbar als noch vor einem Jahr. Außerdem bieten Minicomputer-Lieferanten jetzt wirkungsvolle Entwicklungshilfen für Anwendungen an. Die Unterschiede zwischen Großrechner-Funktionalität und Minicomputer-Funktionalität aufgrund des Angebots an Sprachen verschwinden rasch. Die Benutzer können jetzt Standardversionen vom Cobol, RPG II, PL/1 und einem ganzen Bündel anderer Sprachen von Minicomputer-Herstellern erhalten, die bislang in den Zugehörigkeitsbereich

der Großrechner fielen.

Die heutigen Minicomputer-Betriebssysteme bieten schnellere Antwortzeiten als je zuvor, um die Transaktionsverarbeitungslast , die bei den meisten Anwendungen anfällt, abzuwickeln. Darüber hinaus können diese fortschrittlichen Betriebssysteme mehr Terminals und die Art der Wechselwirkung unterstützen, die für den nichttechnischorientierten Benutzer im mittelständischen Betrieb verständlich sind.

Generell wird die zukünftige Software modularer im Aufbau, zuverlässiger und einfacher zu pflegen sein. Von der Firmware wird ausgiebiger Gebrauch gemacht werden, um Befehlssätze spezifischen Sprachen anzupassen. Mit Firmware lassen sich kompaktere Programme erzielen, die höhere Leistung im kleinen Computer bewirken.

Außerdem werden Weiterentwicklungen in der Software den Programmierern ausgefeiltere Möglichkeiten geben, Transaktionsverarbeitungssysteme leistungsfähiger zu machen. Zu diesen Möglichkeiten gehören Online-Testprogramme, Online-Bildschirm-Formatierungsprogramme und Laufzeit-Monitoren als Bestandteil des Betriebssystems der kleinen Rechner.

Doch gerade so wie die Hardware nicht ohne Software auskommt, kann der ganze Großrechner oder Minicomputer in einem dezentralen Verarbeitungssystem nicht ohne ausreichende DFÜ-Unterstützung zurechtkommen. Datenübertragung ist wahrscheinlich der wichtigste Aspekt der zukünftigen dezentralen Datenverarbeitung.