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14.03.1975

"Hardware- und Software-Mix soll Kosten sparen"

- Avon Cosmetics gibt es in 18 Ländern Die Muttergesellschaft empfiehlt für Hardware-Software-Ausrüstungen einheitliche Standards Behindert das lhre Arbeit?

Im Gegenteil, ich brauche nicht alle Fragen immer wieder neu zu studieren, sondern kann Ergebnisse von Mutter- und Schwestergesellschaften nutzen. Dadurch habe ich wahrscheinlich unsere Anwendungs-Probleme als die meisten EDV-Chefs.

- Als Ergebnis solcher Studien gibt es bei Ihnen Hardware-Standards. Was ist bei Avon verbindlich?

Die drei wichtigsten Standards sind zur Zeit: Avon arbeitet mit IBM-Zentraleinheiten, das heißt aber auch: nicht unbedingt mit IBM-Peripherie. Das zweite Limit heißt: Die Zentraleinheit darf maximal 384 K Hauptspeicher nicht überschreiten. Drittens: Maximale Größe für Anwendungs-Programme ist 54 K.

- Ihre 370/145 hier in Neufahrn bei München ist mit 256 KB ausgestattet. Kommen Sie damit aus?

Wir planen in den nächsten 12 Monaten von DOS auf DOS/VS umzustellen. Dann werden auch wir auf 384 KS erhöhen.

- Heißt das, bei Avon ist man der Oberzeugung daß man virtuelle Maschinen nicht mit 256 K betreiben sollte?

Wenn auf der Maschine ein Databank-Management-System läuft, glauben wir, daß 384 K erforderlich sind, um eine Zugriffsgeschwindigkeit zu erreichen.

- Sie haben auch 3330-kompatible CDC-Platten installiert. Gehört es zur Avon-Policy, Hardware zu mixen?

Ja. Wir versuchen es seit sechs Wochen mit CDC-Platten. Grundsätzlich gilt, daß wir möglichst viel Hardwarekosten sparen wollen. So haben wir kürzlich einen dritten Drucker abgemietet und arbeiten nur noch mit zwei Druckern.

- Bei ständinger Ausweitung des Geschäftsvolumens und wohl auch der Anwendungen überrascht dieser Schritt. Es gab doch wohl plötzlich nicht weniger zu drucken?

Diese Rationalisierung konnte erzielt werden durch den Einsatz eines fremden System-Software-Paketes -, und zwar arbeiten wir mit Grasp. Dieses Software-Paket erzielt für uns eine bessere Auslastung der zwei Drucker, die jetzt plötzlich reichen.

- Hatten Sie einen solchen Rückgang der Druckarbeiten erwartet?

Es wird jetzt keineswegs weniger gedruckt. Nur, die beiden Drucker sind besser ausgelastet. Das war aber gar nicht das entscheidende Kriterium für den Grasp-Einsatz. Vielmehr suchten wir nach Software für die Datenfernverarbeitung mit unserem Außenlager m Neunkirchen bei Köln. Zusammen mit der englischen Schwestergesellschaft, die ähnliche Probleme hatte, haben wir ein geeignetes Software-Paket ausgewählt. Wir haben dann Grasp für den weltweiten Einsatz bei Avon empfohlen.

- Sie wollen ja bald von DOS auf DOS/ VS umstellen. Wie wird es dann mit dem Einsatz von Grasp aussehen?

IBMs Power/VS ist wesentlich stärker als das alte Power, dem wir das Grasp vorgezogen haben. Aber auch beim Grasp/VS gibt es viele Verbesserungen. Wir testen zur Zeit die beiden Pakete gegeneinander. In einigen Monaten werden wir wissen, ob die zusätzlichen Kosten von Grasp/VS für uns gerechtfertigt sind.

- Ein Übergang auf das OS-Betriebssystem ist nicht geplant?

Wir haben im DOS nahezu Os-Komfort durch Grasp. Zur Zeit ist keine andere Lösung geplant.

- Ein anderes Gebiet auf dem Sie sich ebenfalls nicht für die von IBM propagierte Lösung entschieden, ist der Bereich des Datenbank-Managements. Seit Sommer letzten Jahres setzen Sie als erster Anwender in Deutschland das DatenbankManagementssystem Total ein. Wer traf die Entscheidung?

Abgesehen von nationalen Eigentümlichkeiten arbeiten wir im Avon-Firmenverbund mit ähnlichen Programmen, - also auch mit ähnlichen Dateien. Deshalb bemühen wir uns, Ähnliche Datenbank-Management-Systeme zu fahren. Da das von unserer Muttergesellschaft nach langen Studien ausgesuchte Software-Paket Total gut funktioniert, haben wir uns entschieden, auch bei uns Total zu installieren.

- Welche Vorteile sehen Sie bei Total gegenüber IBM's IMS?

Da wir eine Hauptspeicher-Maximalgrenze von 384 K haben, glauben wir, daß Total besonders gut geeignet ist.

- Wie sieht es mit den Zugriffszeiten aus?

Wir sind sehr zufrieden.

- Mittlerweile hat die Cincom Systems auch in der BRD eine Vertretung, - aber erst seit kurzem. War es nicht ein wenig riskant, Total ohne local support zu installieren?

Unsere Unterstützung war nur 1? Flugstunden von München aus entfernt, - nämlich in London. Wir sind gut betreut worden.

- Es scheint, als ob Avon dem Einsatz von Fremd-Software gegenüber recht positiv eingestellt ist. Gibt es dafür noch weitere Beispiele?

Wir befürworten Mixed-Software und so setzen wir auch das Paket Librarian ein, daß unsere Quellprogramme komfortabel auf Platte verwaltet. Wir haben das gekauft weil wir meinen, daß es sein Geld wert ist. Das gleiche gilt für das Westinghouse-Paket Syncsort.

- Hat Ihr Konzept, Mixed-Software einzusetzen, Ihr Verhältnis zu IBM getrübt?

Nein, im Gegenteil. IBM hat bemerkt, daß wir bereit sind, für gute Software Geld auszugeben. Wir haben seither detaillierte Angebote aus der IBM Programm-Palette erhalten, die wir sorgfältig prüfen.