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12.06.1981 - 

Bei Programmierung auf Systemhilfen gestützt:

Hardwarebedarf schränkt Nutzung von TP- Hilfen ein

MÜNCHEN (gr) - In wenigen Jahren, so lauten die Prognosen der Fachwelt, ist die Online-Programmierung kein Thema mehr. Heute noch werden Brüche in der Arbeit des Programmierers in Kauf genommen, die beim Testen des Offline codierten Programmes entstehen. Doch kommen immer komfortablere Software-Pakete auf den Markt, die die Programmierung vereinfachen. Diese Hilfen bedeuten einen Abbau von Routinearbeiten und Streßfaktoren für den Programmierer. Der Programmieraufwand sinkt. Es werden weniger Programmierer für eine Aufgabe gebraucht. Diese Kostenersparnis für den Betrieb wird teilweise kompensiert durch den Hardware-Aufwand, der den Einsatz von Programmierhlifen heute noch beschränkt.

Die Vorteile der Online-Programmierung liegen auf der Hand. Am Terminal gibt der Programmierer die einzelnen Worte und Befehle ein. Formale Fehler werden vom System abgefangen. Sofort vergleicht das Hilfsprogramm, ob das Wort im Wortvorrat der Programmiersprache vorkommt. Die Syntax der Anweisung wird auf ihre Richtigkeit hin überprüft. Mit Hilfe der Unterstützungsprogramme lassen sich auf einfache Weise Teile aus vorliegenden Programmen in das neu entwickelte hineinkopieren. Ist das Hilfsprogramm "pfiffig", wie ein Software-Spezialist es ausdruckt, lassen sich einzelne Zeilen kopieren. Ein Tabulator hilft, nicht aus der Spalte zu rutschen und ähnliche menschliche Kleinigkeiten zu vermeiden, deren Nichtbeachtung ärgerliche Folgen hat, weil dem Rechner die Fähigkeit zum Kombinieren abgeht.

Durch die direkte Rückkopplung mit dem System arbeitet der Programmierer nach Erfahrung von Praktikern an seinem Terminal viel intensiver, als vor dem Papier sitzend. Allerdings, so ist von Fachseite zu hören, werde jetzt auch viele Probleme statt logisch

einfach durch Probieren gelöst. An einem beliebig gewählten Punkt drückt der Programmierer die Testroutine, um zu sehen, ob die bereits codierten Programmschritte das gewünschte Ergebnis erzielen. Bei der Offline-Methode schreckten der Aufwand, die Lochkarten zu erstellen und das lange Warten auf den Testlauf im Rechenzentrum den Programmierer von solchen Experimenten ab.

Heute noch hindert nach Ansicht von Fachleuten der große Hardware-Bedarf, den die von TP-Hilfen gestützte Online-Programmierung erfordert, manche freie und unternehmenseigene Rechenzentren, diese Softwarepakete einzusetzen.

Natural beispielsweise, eine TP-Hilfe der Software AG, Darmstadt (siehe Tabelle), führt nach Angaben eines Benutzers zu Einsparungen von bis zu 90 Prozent. Der Anwand ersparenden Personal, Programmentwicklungsaufwand und Testzeit. Der Aufruf des Hilfsprogramms mit seinem massiven Speicherbedarf macht sich aber für die anderen Systembenutzer bemerkbar. "Wir merken, wenn jemand in den Fachabteilungen mit Natural arbeitet", äußerte Friedericke Auer, Datenbankadministratorin in der Systementwicklung der Süddata AG, München, dem Rechenzentrum des Süddeutschen Verlages. Kritisch werde der Einsatz des Stützprogrammes, wenn der erstellte Programmabschnitt viele Plausibilitätsprüfungen verlange und auf mehrere Dateien zugreifen müsse. Schwierig ist den Erfahrungen dieses Anwenders nach auch die Fehlersuche innerhalb eines mit Natural erstellten Programmes. Zwar seien die Statements auf dem Bildschirm mit Kommentaren versehen. Ausgedruckt würde die Liste aber ohne Referenzen.

Bei Süddata löste das umfangreiche Paket die Listengeneratoren ab, auf die sich die Online-Programmierung vorher gestützt hatte. Nach Angaben von Frau Auer wurde diese TP-Hilfe zu teuer, da bei der gleichzeitigen Arbeit mit der Datenbank immer ein neues Interface geschrieben werden mußte. Für den Endbenutzer ist aber ihrer Ansicht nach auch das komfortablere Paket nicht geeignet, da ihm die Programmiererfahrungen abgehen.