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16.11.1979 - 

Mehrfach-Emulation war für Wacker-Chemie entscheidend:

Harris 1620 als erster Schritt zum Distributed Processing

Die Wacker-Chemie ist ein international tatiges Unternehmen mit Tochtergesellschaften in mehreren Ländern Europas sowie in Nord-, Mittel- und Südamerika Sie beschäftigte 1978 zirka 9000 Mitarbeiter und erreichte einen Umsatz von 1,365 Milliarden Mark . Die Gesellschaft stellt in den Werken Burghausen, Köln, Kempten und Stetten Kunststoffe. Lösungsmittel, Pflanzenschutzmittel. Salze und organische Zwischenprodukte her. Eine Tochtergesellschaft in Burghausen produziert Halbleitergrundstoffe für die elektronische Industrie.

Problem: Listentransport

Die EDV ist - zur Vereinheitlichung des Maschinenparks - stark zentralisiert ausgerichtet. Die beiden Hostrechner 3031 und 370/148 laufen unter dem Betriebssystem DOS/VS mit dem Zusatzpaket POWER/VS zur Beschleunigung des virtuellen Betriebssystem auf der CPU. Bei der weitgehenden Dialogverarbeitung das Problem des Listentransports, da die hohen Listenbestände zur Übertragung viele Stunden benötigen würden. Deshalb werden die unter POWER/VS erstellten Listen mit der Harris 1620 auf Magnetband aufgezeichnet, die Spool-Bänder zum Beispiel zum Werk Burghausen transportiert und dort von dem "korrespondierenden" System im Power-üblichen Format offline ausgedruckt. Mit dem eigenen Betriebssystem COS ist die 1620 in der Lage, die auf IBM-Rechnern erstellten Dateien auf Magnetband ohne Rücksicht auf deren Format (geblockt, variabel etc.) aufzuzeichnen, auf die RJE-Station zu übertragen und dort zu lesen und auszudrucken .

Die Druckausgabe der Spoolbänder kann jederzeit unterbrochen werden, um Jobs und Daten zwischen Hostrechner und Remote-Batch-Terminal unter dem 3780-Protokoll auszutauschen - beide Tätigkeiten können jedoch auch parallel ablaufen. Beide Systeme 1620 sind ausgestattet mit je

1 16-Bit-Steuerrechner,

1 Bildschirmkonsole (1920 Zeichen),

1 Lochkartenleser (150 Karten pro Minute),

1 Kettendrucker (1000 Zeilen pro Minute) und

1 Magnetbandeinheit (1600 bpi).

Außerdem verfügt das System in München, zusätzlich über zwei Synchron-Adapter und zwei 3780-Emulatoren, während die Anlage in Burghausen einen Emulator hat.

Entscheidend bei der Systemauswahl war nach den Worten von RZ-Leiter Peter Clotten, daß "Harris der einzige Anbieter von Mehrfach-Emulation ist". Das heißt, das Remote-Batch-System 1620 ist in der Lage, parallel mit bis zu vier Hostrechnern unter verschiedenen Prozeduren zu kommunizieren. Emulationsprogramme stehen für IBM (Multileaving, 2780/3780 sowie 377X-SNA/SDLC), Univac (1004, NTR), CDC (200 UT), Honeywell (G 115/355) und Burroughs (DC 1100) zur Verfügung und decken damit die gängigsten Übertragungsprotokolle ab. Die dynamische Peripheriezuordnung ermöglicht eine große Flexibilität, der direkte Speicherzugriff auf Magnetbänder und -platten bietet hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit.

Plant Netzwerkkonzept

Wenn auch Wacker die beiden Systeme 1620 im Bereich der Programmierung in München (weit entfernt vom Rechenzentrum) und im Werk Burghausen zur Zeit weitgehend "nur" für die Offline-Druckausgabe nutzt, so sind sie dennoch ein erster Schritt auf dem Weg zum Distributed Processing. Wie viele große EDV-Anwender plant Wacker nach der Phase der Zentralisierung jetzt ein Netzwerkkonzept mit intelligenten Satelliten-Systemen, die sowohl autonom vor Ort wie auch im direkten Verbund mit dem Hostrechner arbeiten können.