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21.02.1997 - 

Kolumne

Harsche Töne im Datenbankmarkt

Es ist schon ungewöhnlich, wie sich die US-Datenbankanbieter Oracle und Informix gegenseitig das Geschäftsleben zur Hölle machen. Oracle hinke technologisch hinterher und werbe sogar Entwickler der Konkurrenz ab, um den Anschluß wiederzufinden, empören sich die Informix-Offiziellen. Unsinn, kontert Oracle-Chef Larry Ellison, diese Entwickler müsse man nicht locken, sie kämen von selbst, weil sie mit der strategischen Ausrichtung ihres Arbeitgebers nichts anfangen könnten.

Die Auseinandersetzung mag in ihrer Härte verwundern, doch grundsätzlich ist sie nachvollziehbar. Mit dem Internet-Boom hat sich ein neuer Markt geöffnet, den es nun schnellstmöglich zu besetzen gilt. Anwender wollen ihre Web-Seiten datenbankgestützt betreiben, also Bilder, räumliche Daten, Videos und Ton effektiv verwalten. Die Karten in diesem Multimedia-Geschäft sind frisch gemischt, die alten Marktführer sind nicht zwangsläufig die neuen.

Informix hat auf den WWW-Trend am schnellsten reagiert. Für viel Geld kaufte die Softwareschmiede das objektrelationale System "Illustra", das in erstaunlich kurzer Zeit mit dem eigenen relationalen System verschmolzen und bereits zu Jahresbeginn ins Rennen geschickt wurde.

Nach diesem Coup scheint Informix alle Trümpfe in der Hand zu halten, auch wenn das System erst noch im Feldeinsatz seine Stabilität nachweisen muß. Fakt ist, daß nicht nur das Gros der Analysten, sondern auch viele wichtige Hersteller beeindruckt sind. Baan beispielsweise wird seine betriebswirtschaftliche Anwendungssoftware zusammen mit der Informix-Datenbank anbieten, Hewlett-Packard positioniert seine Server für das Internet-Geschäft gemeinsam mit dem Produkt. Rund 30 Softwarehäuser schreiben Plug-ins - sogenannte Datablades -, mit denen sich die Funktionalität des Systems erweitern läßt.

Als nähme er von dieser Entwicklung keine Kenntnis, nennt Oracle-Boß Ellison als einzigen ernstzunehmenden Konkurrenten im Datenbankgeschäft Bill Gates. Offenbar läßt er seine Produkte derzeit lieber am Angebot von Microsoft messen als an dem von Informix. Tatsache ist jedoch: Mit dem "Universal Server" hat Informix ein ernstzunehmendes Datenbanksystem für das Internet-Zeitalter auf den Markt gebracht; auf Version 8 des Oracle-Systems warten die Anwender nach wie vor.