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11.11.1977 - 

Trennen zwischen reduzierenden und vertreibenden Softwarehäusern?

Harte Vertriebs-Nüsse mit weicher Ware

ESSEN (uk) - Eine Entwicklung zu "reinen" Softwarehäusern, die sich entweder auf den Vertrieb oder auf die Produktion von Softwareprodukten spezialisieren, erwartet die Essener Unternehmensberatung OSP. Die "enorme" Kostenbelastung durch die Vorfinanzierung des Softwarevertriebs, die nur für wenige finanzstarke Softwarehäuser oder Tochtergesellschaften großer Konzerne tragbar ist, sei Motor dieses Trends, wie die OSP in einer Untersuchung des Standardsoftware-Geschäfts argumentiert. Das OSP-Papier skizziert den Software-Markt aus der Sicht von kleinen und mittleren Softwarehäusern.

Mehrfach verwendbare Software - also Standard-Software - ist eine schwierige Ware. Vielfältige Probleme der Beschaffung, der richtigen Wartung und Anpassung machen sie für Anwender und "Händler" - in der Regel ein Softwarehaus - zu einem problemvollen Gut. Bevor ein Standardpaket bei einem Anwender implementiert wird (und einwandfrei

läuft), sind häufig Kosten entstanden, mit denen vorher niemand gerechnet hat.

So muß ein Softwarehaus, das sich auf die Beschaffung und den Vertrieb fertiger Pakete spezialisiert hat, meist Mann-Wochen in die Prüfung eines solchen Paketes investieren.

Voraussetzung dafür ist jedoch das Vorhandensein einer kompletten Dokumentation. Liegt diese nicht vor, so erhöht sich die Prüfungszeit unter Umständen auf mehrere Monate und kann für ein Programm, das für rund 30 000 Mark dem Kunden angeboten wird, Aufwendungen in Höhe von 30 000 Mark bis 50 000 Mark verursachen.

Kostenerhöhend wirkt sich weiter für ein Softwarehaus aus, daß die System-Spezialisten laufend für neue Systeme geschult werden müssen, zumal dieselben Mitarbeiter später auch die Programmwartung beim Anwender übernehmen. Ein Software-Erwerb aus einem angelsächsischen Land setzt zusätzlich einen hohen Ausbildungsaufwand voraus. Einmal, weil die Gesprächspartner in der Regel keine deutschen Sprachkenntnisse besitzen, zum anderen, weil - insbesondere in den USA - eine zur Bundesrepublik unterschiedliche Anwender-Mentalität herrscht und auch eine andere Philosophie hinsichtlich der Systemprogramme betrieben wird. So kann der Aufwand für eine Systemübernahme aus Amerika zu einer sechsstelligen Summe anwachsen.

Eine Produkt-Auswahl wird zusätzlich noch kostenintensiver, wenn der Entwicklungsträger des Software-Paketes lediglich daran interessiert ist, das Produkt zu verkaufen und es nicht selbst zu installieren. Damit ist das Kosten-Risiko für den Käufer- in diesem Fall für das Software-Haus - unübersichtlich geworden, zumal von ihm auch nach der Installation die Wartung garantiert werden muß.

Überhaupt die Wartung und Änderung: Entsprechende Kosten für ein Software-Paket über vier bis fünf Jahre können bis zur Hälfte des Kaufpreises für das Paket anwachsen und sogar das 1,5fache erreichen - wenn während der Nutzungszeit Änderungen (zum Beispiel am Betriebssystem oder durch Einrichtung von Datenbanken) eintreten.