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28.08.1998 - 

Kolumne

"Harte Zeiten für den Datenschutz"

Längst haben die deutschen Datenschützer erkannt, daß es in Zukunft immer wichtiger wird, nicht nur dem Staat, sondern auch der Wirtschaft im Umgang mit personenbezogenen Daten auf die Finger zu schauen.

Unternehmen haben schon längst zur Datenbeschaffungsoffensive geblasen, um so gut wie alles über ihre Kunden in spe zu erfahren. Das beginnt mit dem Ermitteln von simplen Einkaufsgewohnheiten und reicht im Extrem bis zum Anlegen von Persönlichkeitsprofilen.

Mit Data-Warehouses, Data-Marts und Olap-Tools können riesige Datenbestände gezielt durchforstet werden, und zwar gleichgültig, ob sie in unternehmenseigenen oder externen Datenbanken gespeichert sind. Gepaart mit der Informations-Beschaffungsmaschine Internet lassen sich so - zumindest von Web-Surfern - alle relevanten Daten in Erfahrung bringen und auch nutzen. Beispiel Geocities: Bevor die amerikanische Federal Trade Commission eingriff, wurden die Daten der zwei bis drei Millionen Surfer, die die Portal-Site Geocities täglich besuchen, ohne Genehmigung der Betroffenen an Marketing-Firmen weiterverkauft.

Die Macher von Geocities mußten noch nach den Daten fragen. Doch mit Server-basierten Personalisierungs-Tools der neuesten Generation läßt sich ermitteln, welche Seiten ein Surfer innerhalb eines Web-Angebots aufsucht, ohne daß er etwas davon merkt.

Die unautorisierte Weitergabe und die mißbräuchliche Verwendung von Daten kann kein Datenschützer verhindern. Nicht nur, weil er zumindest in Deutschland mehr juristisches als technisches Know-how hat, sondern auch, weil in verschiedenen Ländern persönliche Daten unterschiedlich geschützt sind. Außerdem haben Unternehmen kein Interesse an einem gut funktionierenden Datenschutz. Aus diesen Gründen kann man davon ausgehen, daß die informationelle Selbstbestimmung in den nächsten Jahren noch kleiner geschrieben wird als bisher.

Doch die Surfer werden anfangen, sich gegen die Ausspähung zu wehren. Also ist letztlich niemandem gedient. Es wird deshalb Zeit, Vertrauen zwischen den Interessensgruppen aufzubauen, durch klare Verträge zwischen Surfer und Content-Anbieter beispielsweise. Sonst scheitert das vielversprechende Internet-Business, weil niemand will, daß mit seinen Daten Schindluder getrieben wird.