Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

23.11.1984 - 

Die Zeit der Anfangseuphorie ist vorbei:

Harte Zeiten für Kanadische DV-Anbieter

LONDON (kul) - Etwas übernommen haben sich offenbar einige kanadische DV-Anbieter mit ihren Plänen. Eine Reihe von Unternehmen, die zu Anfang dieses Jahrzehnts aus dem Boden schossen, droht der Bankrott.

Mit einem Paukenschlag war 1981 die Sydney Development Corp. ins Rampenlicht getreten. Nach einem mißlichen Ausflug ins Feld der Computerspiele fiel der Wert der Sydney-Aktien, so weiß der Londoner Informationsdienst "Computergram" zu berichten, jedoch von drei Dollar pro Stück auf 25 Cent.

Derselben Quelle zufolge geht es auch Comterm nicht gut. Ursprünglich im Bildschirmgeschäft gut etabliert, werde das Unternehmen inzwischen nur noch durch Subventionen der Regierung am Leben gehalten: Das Experiment mit dem tragbaren Hyperion IBM Personalike entwickelte sich nicht wie erhofft und die Verantwortlichen mußten schließlich 48, 3 Millionen kanadische Dollar in den Wind schreiben.

Auf die Attraktivität des Kabelfernsehens hatte die Nabu Network Corp. gesetzt. Dem Management erschien dieses Medium als geradezu ideal, um jegliche Form der Information und Unterhaltung auf elektronischem Wege an den Konsumenten zu bringen. Aber die Kunden waren anderer Meinung und so mußten, "Computergram" zufolge 203 der ehemals 238 Nabu-Mitarbeiter ihren Hut nehmen.

Orchatec schien sich im aufstrebenden Markt für Grafikterminals auf sicherem Terrain zu bewegen.

Dennoch machte das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr (Juli 1984) einen Verlust von 8 Millionen kanadischen Dollar gegenüber Einkünften von 4, 7 Millionen kanadische Dollar, meldet "Computergram" weiter. Inzwischen habe Orchatec gemäß dem kanadischen Äquivalent zum US-amerikanischen Chapter 11 den Vergleich beantragt.

Eine der großen Hoffnungen im Bereich Textverarbeitung, Wordplex, hat sich für die Kanadier offenbar auch zerschlagen: Das Unternehmen sei nach Großbritannien abgewandert, ist aus London zu hören. Micon werde von Philips geschluckt und lediglich AES bleibe kanadisch. Consolidated Computer schließlich könne lediglich dank des Einschreitens von Fujitsu und der kanadischen Regierung überleben.

Sogar vom Renommiermarkt des nördlichen Nachbarn der USA, der Telekommunikation, meldet "Computergram" Probleme: Zwar gehe es mit Northern Telecom und Gandalf wieder aufwärts, doch laboriere Mitel immer noch an den Folgen eines überehrgeizigen Expansionsplans.