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19.02.1993

Hat die Toshiba Corporation ihre Talsohle durchschritten?

Im Vergleich der Kursentwicklung japanischer High-Tech-Unternehmen scheint die Bodenbildung des Kurses von Toshiba am weitesten fortgeschritten zu sein. Seit dem Tief im Maerz 1992 von unter 550 Yen hat sich der Kurs trotz Schwankungen kontinuierlich erholt. Die Aktien von boersennotierten Wettbewerbern, beispielsweise NEC, sind immer noch dem freien Fall ausgesetzt.

Dass Toshiba auf Dauer die grosse Ausnahme bleiben kann, scheint angesichts der neuesten Gewinnschaetzungen von Japans groesstem Wertpapierhandelshaus Nomura unwahrscheinlich. Die Japaner schaetzen fuer das zum 31. Maerz zu Ende gehende Geschaeftsjahr einen Gewinn je Aktie von sechs Yen. Unter der optimistischen Voraussetzung eines sich nicht weiter fortsetzenden Anstiegs des japanischen Yens (Exporterschwernis) geht man fuer das Geschaeftsjahr April ´93 bis Maerz ´94 von einem Gewinn von gut zehn Yen je Aktie aus. Damit errechnet sich fuer die Aktie gemessen am laufenden Geschaeftsjahr ein sagenhaftes Kurs-Gewinn-Verhaeltnis von 100. Als Mitte 1989 fuer das Geschaeftsjahr 1989/90 ein Gewinn von 30 Yen je Aktie erwartet wurden, notierte das Unternehmen bei gut 1400 Yen. Das bedeutet ein Kurs-Gewinn-Verhaeltnis unter 50 in Zeiten wachsender Gewinndynamik. Tritt der optimale Fall einer Gewinnerwartung von gut zehn Yen pro Aktie im kommenden Geschaeftsjahr nicht ein, wird der Toshiba-Kurs noch einmal nachhaltig fallen.

Permanente Leitzinssenkungen und fiskalische Konjunkturstuetzungen haben die japanische Volkswirtschaft nicht in Schwung gebracht. Die Folgen der Spekulationsblase zwischen 1987 und 1989 sind noch nicht konsolidiert. Da konventionelle Instrumente wie Zinsverbilligungen konjunkturpolitisch verpuffen, waechst der Zwang zu aussergewoehnlichen Massnahmen, die aehnlich wie bei der Spekulationsblase in der zweiten Haelfte der 80er Jahre zur Akzeptanz ungewoehnlicher Risiken fuehren wird. So lange der Mythos der Japan AG, der quasi verordnete Staatskapitalismus nicht aufgegeben wird, kann die Konsolidierung in Tokio nicht abgeschlossen sein. Deutlich niedrigere Aktienkurse und ein erneuter Indexeinbruch sind wahrscheinlich.

* Arnd Wolpers ist Geschaeftsfuehrer der Vermoegensverwaltungsgesellschaft CMW GmbH in Muenchen. Die hier veroeffentlichten Informationen beruhen auf Quellen, die wir fuer vertrauenswuerdig und zuverlaessig halten. Trotz sorgfaeltiger Quellenauswahl und -auswertung koennen wir fuer Vollstaendigkeit, Genauigkeit und inhaltiche Richtigkeit der Angaben eine Haftung nur insoweit uebernehmen, als grobe Fahrlaessigkeit oder Vorsatz Haftung begruenden. Jede darueber hinausgehende Haftung wird ausgeschlossen. Fuer Angaben Dritter uebernehmen wir kein Obligo. Aktienanlagen sind durch staerkere Kursschwankungen gekennzeichnet.