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17.10.2006

Hat Microsoft SCOs Anti-Linux-Kampagne unterstützt?

Eine Millionengabe sicherte Zeugenaussagen zufolge die Prozesse gegen die Linux-Fraktion.

Ein einstiger Geldgeber von SCO hat in dem Prozess, den SCO gegen IBM führt, weil diese Unix-Code in Linux übernommen haben soll, Microsoft als Drahtzieher belastet. Der Chef des ehema- ligen Investors Baystar Capital erklärte vor Gericht unter Eid, ein Vice President und weitere Manager von Microsoft hätten ihm Sicherheiten für eine Investition von 20 Millionen Dollar in die Unix-Company zugesagt. Der Redmonder Softwareriese hat der Darstellung widersprochen.

Die unsichtbare Hand

Unter Eid sagte Baystar-Partner Lawrence Goldfarb aus, der damalige Microsoft-Vice-President Richard Emerson habe ihm Sicherheiten für eine Baystar-Beteiligung an SCO in Höhe von 20 Millionen Dollar versprochen. Goldfarb erklärte vor Gericht: "Herr Emerson erklärte, Microsoft möchte SCO und sein anstehendes Verfahren gegen IBM und das Linux-Betriebssystem fördern. Aber Microsoft wolle nicht als Angreifer auf IBM und Linux erkannt werden. Daher suche Microsoft seine Interes- sen durch unabhängige Inves- toren wie Baystar zu untermauern."

Emerson war seit dem Jahr 2000 bei Microsoft verantwortlich für Corporate Activities, worunter auch Übernahmen, Fusionen und Partnerschaften fielen. Er berichtete direkt an Microsoft-Chef Steve Ballmer. Emerson verließ Microsoft am 30. August 2003, laut Goldfarb wurde er gefeuert. Sechs Wochen später investierten Baystar und die Royal Bank of Canada (RBC) 20 beziehungsweise 30 Millionen Dollar in SCO.

Der Investor hatte nicht nur mit Emerson Kontakt. Er sprach über das gleiche Thema auch mit den Microsoft-Managern Kenneth Lustig, Managing Director of Intellectual Property, und Tivanka Ellawala vom Corporate Development Department in Redmond. Goldfarb: "In all diesen Diskussionen ver- sicherte Microsoft mir, man werde auf die eine oder andere Art die Baystar-Investition garan- tieren. Microsoft war aber nicht bereit, in diesem Punkt irgendetwas schriftlich festzuhalten."

Baystar sorgte sich alsbald um seine Investition, so Goldfarb. Denn es sei schnell klar geworden, dass die Gelder vor allem zur Bezahlung der SCO-Anwälte aus der Kanzlei von David Boies im Verfahren gegen IBM gebraucht würden. Außerdem habe sich der SCO-Aktienkurs nicht wie erhofft entwickelt, die Firma Geld verbrannt und ein schlechtes Unix-Geschäft hingelegt.

Das große Schweigen

Microsoft brach die Kontakte zu Baystar nach deren Einstieg bei SCO ab. Der Open-Source-Aktivist Eric Raymond hatte mit dem Dokument "Helloween X" eine E-Mail vorgelegt, die Hinweise darauf enthielt, dass Microsoft hinter der Baystar-Investition stecken könnte. Goldfarb: "Microsoft hörte auf, Telefonanrufe und E-Mails zu beantworten."

Den Sorgen bei Baystar begegnete SCO-Anwalt David Boies, indem er erklärte, IBM werde seiner Einschätzung schnell klein beigeben und einen Vergleich suchen. Als SCO auch nach der Investition von Baystar dem Kapitalgeber keine Beweise für die Behauptung vorlegen wollte, dass IBM Unix-Code an Linux durchgereicht habe, bekam Goldfarb endgültig kalte Füße. Er kontaktierte Boies und verlangte von ihm Einsicht in die Beweise. Goldfarb: "Herr Boies versprach, die Beweise vorzulegen, kam dem aber nie nach. Schließlich beantwortete er meine Anrufe nicht mehr."

Um aus der Investition wieder herauszukommen, musste Baystar zunächst im Mai 2004 die SCO-Anteile des Partner RBC übernehmen und frei verkaufen. Im folgenden Monat schlug der Investor auch seine eigenen SCO-Anteile los. Angesichts des inzwischen kollabierten Aktienkurses der Unix-Company wurde das Investment für Baystar zu einem Millionengrab.

Bestätigendes Dementi

Microsoft hat inzwischen eine Erklärung zu den Aussagen von Baystar-Chef Goldfarb abgegeben: "Microsoft hat keine finanzielle Beziehung zu Baystar und nie zugestimmt, Baystars 50-Millionen-Dollar-Investition in SCO zu garantieren", heißt es aus Redmond. "Die Baystar-Aussage bestätigt, dass niemals eine Garantie ausgesprochen wurde." (ls)