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14.04.1978

Hat sich die Besucherstruktur im CeBIT verändert?

Nach Hannover geht, wer muß: Und wer sich's leisten kann, weil er lang genug im Geschäft ist und von den Herstellern als potenter Kunde umworben wird, der bleibt zu Hause. So reist in die Messestadt an der Leine, wer als Erstanwender noch nicht im Notizbuch eines VBÆs steht. Was die Messegesellschaft per Besucherbefragung erhoben hat, spricht nicht gegen diese Tatsache: Die demoskopisch erfaßten Entscheidungsträger werden eben überwiegend aus Klein- und Kleinstbetrieben nach Hannover gekommen sein. Insgesamt gliedert die Besucherumfrage für die CeBIT-Halle folgende Struktur auf: 87 Prozent aller Besucher waren Fachleute, davon waren 32 Prozent Inhaber (Vorstand oder Geschäftsführung) und 37 Prozent Leitende.

Dieter Metzenauer

Vorstandsvorsitzender des Ausstellerbeirates der Hannover Messe, Firma Metzenauer & Jung GmbH, Wuppertal

Der CeBIT-Bereich ist seit Jahrzehnten ein Ausstellungsschwerpunkt jeder Hannover Messe und eine Attraktion insbesondere für Fachbesucher. Als langjähriges Mitglied des Ausstellerbeirates der Hannover Messe kenne ich die Entwicklung des CeBIT-Bereiches aus vielen Gesprächen mit den Repräsentanten der Aussteller dieser Gruppe. Wenn auch die technologische Entwicklung stets zu Verschiebungen der Besucherstruktur in einzelnen Spezialzweigen führt, so ist doch das Interesse für CeBIT insgesamt unverändert groß. Die von der Messe AG regelmäßig wahrend der Hannover Messe durchgeführten Besucherbefragungen belegen dies auch durch Zahlen. Seit Jahren kommt ein Drittel der Fachbesucher des CeBIT-Bereiches aus der höchsten Hierarchie-Stufe der Unternehmen: Inhaber, Vorstand, Geschäftsführer. Des weiteren kommen rund 40 Prozent aus der zweiten Hierarchie-Stufe: Bereichsleiter, Prokuristen, Abteilungsleiter, Handlungsbevollmächtigte. Gut ein Fünftel der Fachbesucher sind technische und kaufmännische Angestellte.

Im Vergleich zur Besucher-Struktur der ganzen Hannover Messe zeigt sich, daß CeBIT in stärkerem Maße von den Mitgliedern der beiden höchsten Hierarchiestufen besucht wird.

Gerade mit dem verstärkten Einsatz der hochspezialisierten CeBIT-Produkte in einer immer größeren Zahl von Unternehmen wird wohl auf Sicht vermutlich der Anteil der Fachbesucher aus dem Kreise der zweiten Hierarchie-Stufe und dem der technischen und kaufmännischen Angestellten steigen.

Siemens AG

Daten- und Informationssysteme, München

Als nach wie vor größte internationale Messe der Büro- und Informationstechnik mit entsprechend weltweiter Beachtung hat CeBIT von Anfang an ein breites Fachpublikum mit hohem ausländischen Besucheranteil angezogen. Der für das CeBIT-Angebot charakteristische enge technologische Verbund zwischen Büro-, Daten- und Informationstechnik hat zusammen mit dem nur in Hannover anzutreffenden, umfassenden Branchenverbund zu einer stetigen Zunahme des Besucherpotentials geführt. Gleichzeitig hat sich vor allem die Fachqualifikation der Interessenten sowie die Zahl der Besucher in leitenden Positionen in bemerkenswerter Weise erhöht.

Das nun auf breiter Front einsetzende Vordringen der Computerleistung zum einzelnen Arbeitsplatz hat den Endbenutzer aus den Fachabteilungen in Büro und Verwaltung als neuen großen Interessenkreis neben die Experten aus Organisation und Datenverarbeitung treten lassen.

Parallel zu diesen Trends hat auch die Bedeutung von CeBIT als Informationsbörse weiter zugenommen. Die Anwesenheit zahlreicher Journalisten und das große Interesse an Neuheiten und Produkt-Innovationen machen CeBIT zu einem noch stärker frequentierten Umschlagplatz für hochaktuelle Informationen.

Wolfram Linsenmann

Leiter der Stabsabteilung Presse der Deutschen Messe- und Ausstellungs-AG, Hannover

Die wichtigste Frage für einen Aussteller vor einer Messe ist, mit welchen Fachbesuchern er nach Zahl und Qualität rechnen kann; denn die Intensität der Gespräche am Stand ist entscheidend für den nachfolgenden kommerziellen Erfolg.

Die Deutsche Messe- und Ausstellungs-AG hat auf diese Frage eine eindeutige, qualifizierte Antwort bereit. Die Ergebnisse der von einem Marktforschungsinstitut vorgenommenen "Konzeptanalyse".

Für das CeBIT-Zentrum für Büro- und Informationstechnik der Hannover-Messe

(19. - 27. 4. 1978) besagen die aktuellen Zahlen des Vorjahres, daß von den insgesamt 441986 Fachbesuchern - das waren 85 Prozent der total 519983 Besucher - 27 Prozent (= 119 340) aus primärem Interesse, weitere 9 Prozent (= 39 780) an zweiter Stelle das CeBIT besucht haben. Darunter befanden sich 10 Prozent "Besucher-Neulinge". Im Durchschnitt haben sich die Interessenten 2,1 Tage im CeBIT aufgehalten.

Die insgesamt 159120 CeBIT-Fachbesucher - das ist der größte Anteil unter allen Angebotsschwerpunkten der Hannover-Messe - kamen zu 24 Prozent aus der Investitionsgüter und zu 14 Prozent aus der Verbrauchsgüterindustrie. 10 Prozent gehörten dem Großhandel an. Aus den Bereichen Grundstoff-/Produktionsgüterindustrie, Einzelhandel, private Dienstleistung und Verwaltung kamen je 8 Prozent, weitere nennenswerte Besuchergruppen entfielen auf Baugewerbe (6 Prozent), öffentliche Dienstleistung, Forschungsinstitute (je 4 Prozent), Handwerk (3 Prozent).

Knapp die Hälfte der Fachbesucher (46 Prozent) kommt aus Betrieben mit weniger als hundert Beschäftigten, je ein Fünftel ist in Unternehmen mit 100 bis 500 beziehungsweise mehr als 1000 Mitarbeitern tätig.

Für die Qualifikation der CeBIT-Interessenten spricht daß 32 Prozent von ihnen Inhaber, Vorstand oder Geschäftsführer ihrer Betriebe sind (gegenüber 27 Prozent im Durchschnitt aller Fachbesucher). Auch der Bereich der leitenden Angestellten ist mit 37 Prozent deutlich überdurchschnittlich vertreten. Nach ihrer Funktion zählen 31 Prozent zur Unternehmensführung, 25 Prozent zu Verwaltung/Organisation. Dementsprechend sind 62 Prozent ausschlaggebend oder mitentscheidend an Anschaffungen in ihren Betrieben beteiligt, weitere 18 Prozent beratend.

Obgleich nur 15 Prozent der Aussteller mit ihrer Messebeteiligung im CeBIT voranging unmittelbare Verkaufsziele verfolgen, kamen immerhin 27 Prozent der vorjährigen Besucher mit Einkaufsabsichten in das CeBIT. Bei 92 Prozent der Interessenten stand jedoch (gleichzeitig) die Information über das Angebot im Vordergrund.

In der "Konzeptanalyse" wird auch deutlich daß der Verbund des CeBIT mit den anderen Angebotsschwerpunkten der Hannover-Messe mitentscheidend für den Erfolg ist. Gut ein Drittel (37 Prozent) der Besucher hat nur am CeBIT Interesse. Knapp die Hälfte (47 Prozent) hingegen interessiert sich für mehrere Branchen - würde also möglicherweise ein isoliertes CeBIT gar nicht besuchen. Gerade bei diesem Teil der Besucher dürfte die Chance der "zufälligen" Bedarfsweckung besonders groß sein.

Vergleicht man die strukturelle Entwicklung der CeBIT-Besucher über Jahre hinweg, so findet man hier den Grund für die anhaltende Zufriedenheit der Aussteller: Die Qualifikation der Fachbesucher hat sich stetig verbessert. Hinter diesem Vordergrund zeichnet sich gleichzeitig ab, daß das Angebot der Büro- und Informationstechnik auch in Zeiten eines schleppenden Konjunkturverlaufes in der Anschaffungsplanung vorrangig eingestuft wird.