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20.08.1982

HB 61 DPS als Super-Apotheker im Gesundheitsministerium: Mit Pharma-Datenbank gegen Drogenmißbrauch

WIEN (eks) - Durch zahlreiche Gesetze überwacht der österreichische Staat die Gesundheit seiner Bürger. Angesichts der Fülle neuer oder mutierter Arzneimittel mit unbekannten Nebenwirkungen kann diese Aufgabe mit manueller Karteiführung nicht mehr bewältigt werden. "Pharma-Is" soll in Zukunft die erweiterten Aufgaben der Zulassung und Verwaltung pharmazeutischer Spezialitäten und der "Suchtgiftgebarung" ohne Ausweitung des Personalstandes wirkungsvoller und aktueller als bisher abwickeln.

Derzeit gibt es in Österreich etwa 7000 registrierte beziehungsweise registrierpflichtige Arzneimittel. Durch das geplante neue Arzneimittelgesetz mit verschärften Sicherheitsbestimmungen wird sich die Zahl der erfaßten Pharmazeutika mindestens verdoppeln. Auch die steigende Drogenkriminalität brachte eine Vervielfachung des Arbeitsanfalls bei der Suchtgiftüberwachungsstelle. So mußten 1981 bereits 12 000 Meldungen in Zusammenhang mit Drogenmißbrauch bearbeitet werden.

Schließlich spielt die EDV-gerechte Speicherung von Pharmabeschreibungen auch bei der diskutierten Beschränkung der Medikamentenwerbung eine wesentliche Rolle.

Das Kernstück von "Pharma-Is" ist eine Datenbank, in der Informationen aus zehn Dateien verknüpft werden:

- Spezialitätendatei mit Angaben über pharmazeutische Zubereitung,

- Wirkstoffdatei: Wirkstoffe, Hilfsstoffe und deren Gruppierungen,

- Rezeptpflicht und Suchtgifte: Abgabebestimmungen und Nomenklaturen,

- Arzneimittelüberwachung: Meldungen über bedenkliche Wirkungen, sogenanntes "Drugmonitoring",

- Betriebsdatei: Anmelder, Hersteller und Depositeure,

- Gutachten der Untersuchungsstellen,

- Suchtgiftüberwachung,

- Kataloge: Textdatei von Codes und Klartexten,

- Beipacktextdatei: Textbausteine zu bestimmten Wirkstoffen und Wirkstoffgruppen für Beipacktexte,

- allgemeines Schlagwortverzeichnis.

Die Aufgaben dieser Datenbank sind:

- Erfassung aller behördlich zugelassenen pharmazeutischen Spezialitäten nach Untersuchungsergebnissen, die bis zu tausend verschiedene Daten enthalten können;

- möglichst lückenlose Erfassung und Auswertung von Berichten über schädliche Wirkungen oder mangelnde Qualität bereits zugelassener Arzneimittel.

Die dafür nötigen statistischen Auswertungen in großem Umfang

waren auf Basis der manuellen Karteien praktisch unmöglich.

- Evidenz international bekanntgewordener Arzneimittel-Nebenwirkungen, auch für in Österreich nicht zugelassene Mittel.

- Unterstützung der gesamten administrativen Arbeit, bei der eine einzelne Meldung bislang 30 Einzeleintragungen verursachen konnte.

"Pharma-Is" läuft auf einem System 61DPS von Honeywell Bull und erfordert etwa 200 MB Speicherplatz Die beteiligten Ämter und Abteilungen greifen über 13 Terminals zu.

Informationen: Honeywell Bull AG, 1150 Wien, Linke Wienzeile 236, Tel.: 85 36 41.