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30.01.1998 - 

Firmen bieten zu selten Mitarbeiterbeteiligungen

Headhunter kritisiert deutsche IT-Unternehmen

"Was glauben Sie, warum ist Richard Roy von Siemens-Nixdorf als Geschäftsführer zu Microsoft gegangen?" Heinz Juchmes, seit 14 Jahren darauf spezialisiert, in der IT-Branche hochkarätige Köpfe von einem Arbeitgeber zum anderen zu locken, will seine eigene Frage nicht direkt beantworten. Er erzählt aber von der Bedeutung der Mitarbeiterbeteiligung am Unternehmenserfolg im allgemeinen und im besonderen von Aktienoptionen als erfolgversprechendem Rezept, um Manager zu einem Arbeitgeberwechsel zu bewegen.

Tatsache sei, daß gute Leute aus rein deutschen Unternehmen zu den europäischen Töchtern US-amerikanischer Firmen wegen der attraktiven finanziellen Beteiligungsmöglichkeiten wechselten. Der Mehrverdienst mache nach Juchmes Erfahrungen etwa 10000 bis 100000 Mark im Jahr aus, und das "on top", also zusätzlich zum Gehalt. "Die Deutschen fangen jetzt erst an, darüber nachzudenken", stellt der Münchner Headhunter kritisch fest. Sie müßten sich beeilen, denn gerade in der High-Tech-Branche werde es immer schwieriger, Spitzenkräfte zu halten. Der Markt brummt, und "wer über attraktive Konditionen verfügt, wird gewinnen".

Wollten die deutschen Topmanager im globalen Geschäft mitmischen, müßten sie allerdings noch an sich arbeiten. Juchmes, der in den USA studiert und dann bei Rank Xerox gearbeitet hat, ist darauf spezialisiert, die Topetagen amerikanischer Niederlassungen vor allem in Europa zu besetzen. Amerikaner halten zwar viel von den Deutschen, wenn es darum geht, das Problem zu analysieren. "Im Moment suchen die US-Firmen aber Problemlöser, und da schneiden die Deutschen schlecht ab."

Vor einigen Jahren, als ihre deutschen Niederlassungen durch die Bank zweistellige Zuwachsraten meldeten, schauten die Amerikaner nicht so genau auf die Qualifikation, die Zahlen stimmten ja. Nun aber werde das Geschäft schwieriger, damit auch der Job, und es würden zusätzliche Leistungen gefordert, "die die Amerikaner durchaus bereit sind zu vergüten". Eine dieser Anforderungen sei, in einem weltweit agierenden Konzern mit den unterschiedlichen Kulturen zurechtzukommen.

Juchmes beobachtet, daß deutsche Bewerber für US-Firmen als Europastatthalter nicht die erste Wahl sind. Skandinavische oder Benelux-Manager seien in der Regel besser mit dem internationalen Geschäft vertraut, ein zusätzliches Manko der Deutschen sei, daß sie "so ziemlich die teuersten sind und mit ihren Einkommen etwa zehn bis 20 Prozent über dem europäischen Durchschnitt liegen". Das hänge damit zusammen, daß sie bereits mit einem hohen Gehalt ins Berufsleben einstiegen.