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30.11.1984 - 

Einführung der grafischen Datenverarbeitung in einem Energieversorgungsunternehmen:

HEAG will Endbenutzerkonzept aushauen

Eine Erleichterung ihrer Planwerksführung versprach sich die Hessische Elektrizitäts-AG (HEAG) durch die Einführung der Grafischen Datenverarbeitung (GDV). Manfred Täuschel von der Darmstädter HEAG beschreibt, wie das Unternehmen die GDV in die EDV integrierte, welche Erfahrungen bis heute gemacht wurden und was die Energieversorger für die Zukunft planen.

In dem von der HEAG zu versorgenden Gebiet sind derzeit 12000 Kilometer Leistungsnetz (Mittel- und Niederspannung) verlegt. 18 Umspannanlagen und etwa 3600 Trafostationen garantieren die Stromversorgung für die Verbraucher. Diese und weitere Betriebsmittel werden in 15 000 Bestandsplänen und 25 000 schematischen Plänen.

Hierbei liegt das Problem in der derzeitigen Führung dieser Informationen in diversen Unterlagen, wie den genannten Plänen, Skizzen, Karteien, Dateien und Listen, sowohl zentral als auch dezentral, wobei die Informationen von mehreren Abteilungen für unterschiedliche Zwecke benötigt werden. Das führt zu unzureichendem Informationsfrust und mindert die Aktualität bis zur Auskunftsunfähigkeit. Aufgrund dieser Situation stellt sich die Aufgabe der Überführung der Netzdaten in eine Netzdatenbank unter Berücksichtigung folgender Hauptmerkmale:

- Wesentliche Erleichterung der Planwerksführung durch Einführung der grafischen Datenverarbeitung.

- Aufbau eines "Netz-Informations-Systems" mit allen grafischen und alphanumerischen Fachdaten zur Abbildung eines logischen Netzmodells und zur Bereitstellung aller Unterlagen für Netzbau und -betrieb sowie Planung und Projektierung.

- Unterstützung der Netzplanung und Schaffung der Möglichkeit von Netzberechnungen auf der Basis dieses Netzmodells.

- Verbindung zu allen in der EDV bereits verwalteten Daten, wie Kundendaten, Hausanschlußdaten, buchhalterische Daten, Meßgeräte- und Straßenbeleuchtungsdaten.

- Zuordnung aller betrieblichen Informationen wie Meßwerte, Störungen, Wartungsergebnisse und Reperaturmeldungen .

Das . Netz-Informations-System (NIS) ist die Basis für eine umfassende Informationsverarbeitung in den technischen Bereichen eines Energieversorgungsunternehmens. Aufgrund dieser Erkenntnisse wurden folgende Anforderungen definiert:

- Das System soll offen sein, damit der Anwender flexibel auf die fachbereichsspezifischen Anforderungen und Probleme reagieren kann.

- Grafische und alphanumerische Informationen müssen integriert und in direktem Zugriff verfügbar sein.

- Die Verwaltung und Anzeige der Daten ist sowohl über grafische und semigrafische als auch über konventionelle DV-Arbeitsplätze zu ermöglichen.

- Das NIS muß auf einem leistungsstarken Datenbanksystem basieren.

- Die Möglichkeit des Vorhaltens mehrerer Netzzustände (tatsächlich -simuliert - geplant) ist zu realisieren.

- Ein hohes Maß an Integration und Aktualität sowie an Datenintegrität und Datensicherheit muß erreicht werden.

Aus den vorgenannten Gründen erscheint die Integration der GDV in die traditionelle EDV als sinnvoll, da hier die übrigen Unternehmensdaten gespeichert werden. Effiziente Rechnernutzung, einheitliche Software (Betriebssysteme), Know-how der DV-Mitarbeiter, Integration der Anwendungen und die Vielfalt der Zugriffsmöglichkeiten sind weitere Kriterien im Rahmen dieser Überlegungen.

In diesem Zusammenhang ist auch die Integration einer Vielfalt von Digitalstationen innerhalb eines leistungsstarken DV-Netzwerkes in die Informations-Systeme des Unternehmens erforderlich. Die Familie der Dialogstationen reicht von den alphanumerischen Bildschirmen über die semigrafischen und grafischen Arbeitsplätze bis hin zu den intelligenten Stationen der Mikrocomputer, die mit ihren vielfältigen Funktionen und Ausbaustufen sicherlich die Dialogstationen der Zukunft sein werden.

Der Nutzung der semigrafischen Arbeitsplätze, wie wir sie beispielsweise in den APL-Terminals 3279/3B oder dem 3290-Plasma-Bildschirm kennen, kommt eine besondere Bedeutung zu. Diese relativ preisgünstigen Dialogstationen gewähren durch die grafischen Funktionen das Anzeigen der gespeicherten Grafikdaten. Das Anzeigen und Verwalten der alphanumerischen Daten kann ohnehin von diesen Dialogstationen problemlos gestaltet werden.

In Zukunft werden ähnlich den heutigen APL-Anwendern die Benutzergruppen der Führungskräfte, Fachspezialisten, Sekretariatsdienste (Textverarbeitung - sowohl Erstellung als auch Verteilung) und Sachbearbeiter ebenso Endbenutzer sein, wie die Ingenieure aus dem Bereich der technisch-wissenschaftlichen Anwendungen einschließlich der Grafik. Aufgrund der bisherigen positiven Erfahrungen wollen wir unser Endbenutzer-Konzept ausbauen. Hier ist der Zugriff zu den verschiedenen Anwendungen und somit zu den Daten dieser Anwendungen, wie der Netzdatenbank, gefordert. Die Verbindung zu den zentral gespeicherten Daten des Großrechners gilt für alle Dialogstationen als unverzichtbare Bedingung.

Eine weitere sich abzeichnende Entwicklung im Bereich der Datenverarbeitung ist durch den Aufbau von Informationssystemen zu erkennen. Mit wechselnden Schwerpunkten von der früheren Stapelverarbeitung über die heute vielerorts praktizierte Online-Verarbeitung zu der Einführung von Informationssystemen, wird den Forderungen der Endbenutzer Rechnung getragen. Die hier angesprochenen Informationssysteme, die durch Eigenschaften wie beispielsweise Vielfältigkeit von Selektionskriterien, nicht vordefinierter Informationsbedarf und Datenmengenverarbeitung gekennzeichnet sind, können nur auf dem Hintergrund von leistungsstarken Datensystemen basieren. Hier herrscht noch im wesentlichen das hierarchische Datenmodell (wie bei unserer Aufgabenstellung mit DL/1) vor, jedoch gewinnen die relationalen Modelle mit dem Ausbau der Computerleistungen zunehmend an Bedeutung. Die Zukunft wird unter anderem durch ihre Endbenutzerfähigkeit den relationalen Datenbanken gehören.

Vom heutigen Stand des Projektes ausgehend kann man sagen, daß wir für das Erstellen der Grundkarten alle Funktionen fertiggestellt haben. Ergänzend muß hierzu festgehalten werden, daß die Grundkartenerstellung den Qualitätsansprüchen von Katasterämtern entspricht.

Die Konstruktion von schematischen Plänen und deren Verknüpfung untereinander ist in Arbeit. Der Aufbau der Fachdaten-Datenbank nach GPG/GDBS-Konventionen und die diversen Zugriffe sind realisiert so daß mit der Erfassung weiterer Massendaten über alphanumerische Bildschirme mittels CICS/VS-Transaktionen begonnen werden kann. Die Programmierung für die Konstruktion der Betriebsmittel in die vorher erstellten Grundkarten wird voraussichtlich Anfang des nächsten Jahres abgeschlossen sein.