Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

25.05.1984 - 

Portfolio Management führt "Mephisto-Hersteller" an die Börse:

Hegener+Glaser sieht Zukunft im Mikro-Markt

MÜNCHEN (CW) - Portfolio Management GmbH, kurz "PM", führt nach BCT jetzt ein weiteres mittelständisches DV-Unternehmen an der Börse ein. Es handelt sich um die in der bayerischen Landeshauptstadt ansässigen Hegener + Glaser AG, bekanntgeworden durch ihre Schachcomputer "Mephisto". Angeboten wurden von einem Konsortium 25000 inhaberstammaktien zum Kurs von 225 Mark je 50-Mark-Aktie. Die Zeichnung der Papiere wurde am ersten Kauftag, dem vergangenen Montag, bereits um 12 Uhr eingestellt. Das Emissionsangebot ist sehr gut angekommen, heißt es bei PM.

Nach der Emission - der Erlös beträgt 5,625 Millionen Mark - befinden sich 25 Prozent des Grundkapitals in Höhe von fünf Millionen Mark in Publikumsbesitz. Mit Abschluß der Emission werden die Aktien in den ungeregelten Freiverkehr in München und Hamburg einbezogen. Ein Antrag auf den Handel im geregelten Freiverkehr wird erfolgen. Den Stammaktionären wird für 1984 eine Dividende von 11 Mark je 50 Mark-Aktie in Aussicht gestellt.

Bernd Ertl, Geschäftsführer von PM, erklärte daß Investitionen in neue Technologien heute nur noch durch Venture-Capital oder durch Neu-Emissionen finanziert werden können. Nach 50 Jahren Stagnation nähme der Gang an die Börse in Deutschland jetzt wieder zu. "Allerdings", fügte Ertl an, "ist und bleibt die Aktie ein Risikopapier".

Die Eigenkapitalquote beträgt nach Emission 46 Prozent der Bilanzsumme von Hegener + Glaser. Das Unternehmen, 1969 als Ingenieurbüro gegründet, will mit dem Emissionserlös verstärkt in das Mikrocomputergeschäft einsteigen. So soll ab 1. Juli ein neuer Geschäftszweig "Business-Computer" als Großhandel ausgebaut werden. Ferner wird die vor kurzem mit einem Stammkapital von 500 000 Mark gegründete "Hegener + Glaser Computerhaus GmbH München" als eigenständige Vertriebsorganisation für kommerzielle Softwarebranchenlösungen und Computersysteme errichtet.

Beabsichtigt wird auch, den Bereich Schachcomputer durch neue Modelle zu bereichern. Darüber hinaus soll der Export der eigentlich bislang nur in Deutschland mehr oder weniger erfolgreich abgesetzten "Mephisto"-Geräte forciert werden.

Ein weiterer Schritt ist nach den Worten Hegener + Glasers die Aufstockung der Beteiligung an der "Rawe Elektronik GmbH" auf 50 Prozent. An dem Allgäuer Unternehmen, das die Mephisto-Computer sowie VFD-Module und Consumer-Produkte im Auftrag fertigt, war der Münchner Börsen-Newcomer bislang mit 25 Prozent beteiligt. Ab 1985 wird bei Rawe die Produktionsfläche um 100 Prozent erweitert. Somit stehen nach Abschluß der Bauarbeiten 3200 Quadratmeter Fertigungs- und Bürofläche zur Verfügung.

Was Hegener + Glasers Einstieg in den Markt der Mikrocomputer weiter unterstreicht, ist die kürzlich zusammen mit Dr. Günther Schwab gegründete "Dr. Schwab Gesellschaft für Technologieberatung mbH". Dieses Unternehmen mit einem Stammkapital von 100 000 Mark wird in den Bereichen Mikrocomputersysteme, Consumer-Elektronik und elektronische Bauelemente Entwicklungen und Beratungen leisten.