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18.07.2008

Heidelberger Druck stellt Aktionäre auf schwierige Zukunft ein

MANNHEIM (Dow Jones)-Der Vorstandsvorsitzende der Heidelberger Druckmaschinen AG erwartet kurzfristig keine Besserung des zuletzt schwierigen Geschäfts. Dabei verwies CEO Bernhard Schreier am Freitag auf der Hauptversammlung des MDAX-Konzerns laut Redetext auf die "sehr schlechte" Branchenstimmung auf dem für das Unternehmen mit Abstand größten Einzelmarkt Deutschland.

MANNHEIM (Dow Jones)-Der Vorstandsvorsitzende der Heidelberger Druckmaschinen AG erwartet kurzfristig keine Besserung des zuletzt schwierigen Geschäfts. Dabei verwies CEO Bernhard Schreier am Freitag auf der Hauptversammlung des MDAX-Konzerns laut Redetext auf die "sehr schlechte" Branchenstimmung auf dem für das Unternehmen mit Abstand größten Einzelmarkt Deutschland.

Auch mittelfristig rechnet Schreier mit anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen für den Druckmaschinenhersteller. Heidelberger Druck hatte in den vergangenen Monaten wiederholt mit schwachen Zahlen enttäuscht. Im Frühjahr belasteten zwei Gewinnwarnungen innerhalb von wenigen Wochen das Vertrauen in das Management und in der Folge auch den Aktienkurs.

In der vergangenen Woche musste das Unternehmen dann erneut unter den Erwartungen von Analysten und Investoren liegende Erstquartalszahlen 2008/09 melden.

Die Heidelberger-Aktie befindet sich angesichts der wiederholten Enttäuschungen seit Monaten in einem nachhaltigen Sinkflug. Das Papier verlor seit Jahresbeginn rund die Hälfte seines Wertes und entwickelte sich damit deutlich schlechter als der MDAX, der im gleichen Zeitraum lediglich 15% verlor. Am Freitagmorgen notiert die Heidelberger-Aktie bei 11,43 EUR.

Das letzte Quartal habe bereits ein deutliches Bild der Schwierigkeiten gezeichnet, mit denen sich Heidelberger Druck "im aktuellen Branchen- und Konjunkturumfeld auch mittelfristig konfrontiert" sehen werde. "Von der Marktseite her erwarten wir keine allzu großen Veränderungen der Rahmenbedingungen", sagte Schreier mit Blick auf die kurzfristigen Aussichten und die von Experten erwartete Abkühlung der Weltkonjunktur.

Darüber hinaus rechne der Vorstandsvorsitzende in den kommenden Monaten weder mit einer signifikanten Veränderung bei den Wechselkursen zu unseren Gunsten noch mit einem spürbaren Rückgang der Rohstoff- und Energiepreise.

In der Druckindustrie gilt die Preislage nach wie vor als angespannt, und steigende Rohstoffkosten sind von den Konzernen meist nur schwer an die Kunden weiterzugeben. Zudem belastet die Unternehmen aus der Eurozone die Aufwertung der Gemeinschaftswährung. Anders als die boomende Maschinenbauindustrie kämpfen die Druckmaschinenhersteller auch mit strukturellen Problemen. Der Markt in den Industrieländern gilt als beinahe gesättigt.

Auf dem für Heidelberger Druck wichtigsten Einzelmarkt Deutschland herrsche derzeit eine "sehr schlechte Stimmung" in den Druckereien, führte Schreier mit Verweis auf eine entsprechende Untersuchung des Bundesverbands Druck und Medien an. So sei der Stimmungsindikator hier zuletzt "regelrecht abgestürzt" und liege bei einem so negativen Wert wie seit Juli 2005 nicht mehr. Deutschland macht bei Heidelberger Druck etwa 15% des Jahresumsatz von zuletzt 3,67 Mrd EUR im Geschäftsjahr 2007/08 aus.

Webseite: http://www.heidelberg.com - Von Alexander Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)89 5521 40 30 industry.de@dowjones.com DJG/abe/jhe

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