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30.09.1977 - 

US-Absatzzahlen signalisieren explosives Wachstum:

Heimwerker erschließen dem Mikro blühenden Markt

MÜNCHEN (de) - "Bereits 1980 werden in den USA rund 250 000 Hobbybastler einen "Personal Computer" als Spiel- und Lernobjekt einsetzen", prognostiziert die renommierte Marktforschungsgesellschaft International Data Corporation (IDC), Waltham/Massachusetts, in ihrer neuesten Studie zum Thema "The Personal Computer Market". Dazu wurden 1651 US-Anwender befragt, die Computer für private Zwecke verwenden.

IDC beschreibt unter dem Begriff "Personal Computing" denjenigen Bereich der Computerindustrie, der die Produktpalette von Kleinrechnern für privaten, persönlichen Gebrauch umfaßt. Im Gegensatz hierzu stehen die "traditionellen" Minicomputer und Mikroprozessoren. Auf dem "Personal Computer-Markt" werden folgende Produkte angeboten:

- Komplette Computer-Systeme mit fest eingebauter Peripherie für den privaten Gebrauch,

- Computer-Systeme mit eigener Software zur persönlichen Verwendung,

- Bauteile in Form von Mikroprozessoren zum privaten Einsatz und zu experimentiellen Zwecken,

- Gebrauchte Minicomputer, die für den privaten Gebrauch umgerüstet werden,

- Spezielle periphere Einrichtungen wie Interfaces, Add-On-Memories und Generatoren,

- Spezielle Software für Dokumentation und Training.

Alle diese Rechner sind programmierbar - Video-Systeme blieben also von der Betrachtung in der IDC-Studie ausgeschlossen.

In der Mehrzahl der Systeme finden Mikroprozessoren Verwendung. Es wird mit Chips wie Intel 8080, Motorola 6800, Zilog-Z80 und MOS Technology 6502 gearbeitet.

Auf der untersten Preisstufe rangieren Systeme mit Basic-Software und ROM-Speicher (Read Only Memory) für rund 300 Dollar (Ohio Scientific's Modell 500), die höchste Preisklasse bilden die Systeme mit Floppy-Disk von MITS und Imsai, die zu Verkaufspreisen bis zu 10 000 Dollar auf den Markt gebracht werden.

Ein Computer-System für den persönlichen Gebrauch mit einer begrenzten Konfiguration - aber schon mit Software ausgestattet - wird zwischen 2000 und 4000 Dollar angeboten. Ein ausgesprochenes Hobbysystem ohne Peripherie - ist dagegen schon unter 1000 Dollar zu haben.

25 Hersteller, 400 Prozent Wachstum

Zirka 25 Hersteller, die mittlerweile auf diesem Gebiet tätig sind, konnten im Jahre 1976 fast 14 000 Systeme absetzen; die Wachstumsrate in diesem Jahr stieg um 400 Prozent. Der Vertrieb geschieht über einschlägige Fachgeschäfte, Versandhäuser, in einigen Fällen sogar über Systemhäuser.

Aus diesen Ergebnissen folgert IDC, daß der Hobbycomputer-Markt in den nächsten Jahren explodieren wird:

- Die Zahl der verkauften Systeme wird von 13 000 im Jahr 1976 auf 100 000 im Jahr 1980 ansteigen (Tabelle).

- Der Gesamtumsatz wird 1980 auf 297 Millionen Dollar anwachsen (1976: 28,5 Millionen Dollar).

Dabei werde sich allerdings die Struktur des Abnehmermarktes ändern:

- Der Einsatz von Rechnern zu persönlichen Zwecken wird künftig weniger als Steckenpferd anzusehen sein, da sich ein Trend in Richtung kommerzieller Anwendung abzeichnet.

Ebenso sei eine Veränderung der 4 Verkaufswege abzusehen:

- Der Verkauf der Rechner wird sich vorwiegend über den Einzelhandel abwickeln (Prognose für 1980: 66 Prozent des Umsatzes); hierbei wird der Versandhandel das Nachsehen haben.

Konkrete Angaben macht die Studie, wieviel ein Personal Computer kosten sollte:

- Durchschnittlich wird der Anwender für Systeme dieser Art innerhalb einer 2-Jahres-Periode etwa 3200 Dollar ausgeben.

Das Umsatzwachstum werde nach IDC-Angaben von der Bereitschaft der Anwender abhängen, zusätzliche periphere Geräte einzusetzen. Zur Zeit haben periphere Geräte einen Wertanteil von 38 Prozent am Systemwert. Dazu die Studie:

- Einen erhöhten Einsatz an Peripherie planen 96 Prozent aller Anwender, wobei sich allein 40 Prozent die Einrichtung von Floppy-Disks wünschen.

Die Studie beantwortet auch die Frage nach den Verwendungsgebieten von "Personal Computers":

- 85 Prozent der befragten Anwender gaben an, ihren Rechner in der Freizeit für Computerspiele und zu Lernzwecken einzusetzen. Nur 29 Prozent verwenden ihre privaten Rechner auch im geschäftlichen oder beruflichen Bereich.

Nachstehende Tabelle spiegelt die Zukunft des Marktes für Personal Computer bis 1980 in Zahlen wieder. Als Grundlage für diese Prognose dienten Verkaufszahlen der Hersteller, Ergebnisse der Befragung und vorausgegangene Analysen vergleichbarer Anwendungsbereiche von Kleinrechnern.

IDC mutmaßt, daß diesem Zweig der Computerindustrie im Jahr 1978 der große Durchbruch gelingt: "Der Einzelhandel erwartet bessere Konditionen; gleichzeitig stellt sich die Frage, ob größere Kapazitäten im Produktionsbereich oder für die Entwicklung von geeigneten Software-Paketen geschaffen werden sollen." Kernig behauptet IDC: "Die Hersteller werden sich für den zweiten Weg entscheiden, um den Wert der Systeme zu erhöhen."