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Aussichten im Softwaremarkt:


15.11.1985 - 

Heiter bis wolkig

MÜNCHEN (hh) - Mit einem Negativwachstum rechnen die bundesdeutschen Programmierschmieden im Bereich kommerzieller Standard-Software für die nächsten fünf Jahre - einer Sparte, die heutzutage immerhin 54 Prozent des Umsatzes ausmacht. Dennoch - wie eine Marktuntersuchung des finnischen Konsulates aus München ergab, sehen die Software-Ersteller positiv in die Zukunft.

Die Finnen förderten interessante Ergebnisse über den deutschen Markt zutage. Ziel der Untersuchung war es, auch heimischen Unternehmen einen Einblick in die deutsche Szene zu geben. Befragt wurden 200 DV-Unternehmen, deren Umsatzuntergrenze drei Millionen Mark nicht unterschritt. Der Rücklauf dieser Fragebogenaktion lag bei 60 Antworten. Auf diese Population stützen sich sämtliche Prozentwerte der Übersicht.

Der finnische Markt, so teilen die Organisatoren der Umfrage mit, umfasse rund zwei Prozent des gesamteuropäischen Volumens.

Handelsattaché Olli Brotherus und sein Stellvertreter Carl-Gustav Malmström legten der COMPUTERWOCHE hierzu auch Zahlen zum finnischen Markt vor: So beläuft sich der Gesamtumsatz finnischer Unternehmen im DV-Bereich auf rund vier Milliarden Mark für das Jahr 1984. Zirka 400 Anbieter tummeln sich in diesem Bereich, davon 70 im Segment der Hardwareausstattung, 110 im Softwareerstellungssektor, 120 auf dem Gebiet des Services und der Beratung; gut 100 Unternehmen bieten Rechenzentrumsleistungen an.

Indes, auch über den deutschen Markt fanden die Konsulatsbeamten interessante Aspekte heraus: So scheint nach Meinung der Befragten der hiesige Markt dadurch charakterisiert, daß der Anteil an Standardsoftware steigen wird. Die Qualitätsanforderungen der Anwender sind darüber hinaus im Wachstum begriffen.

Zunehmender Druck ergibt sich aber nach der Einschätzung der Situation auch im Wettbewerbsgefüge: Die Anzahl der Anbieter, so das Umfrageergebnis, wird sinken.

Ob bereits eine Kooperation mit anderen Software-Anbietern bestehe, beantworteten gut 76 Prozent mit "Ja", 24 Prozent mit "Nein".

Auch die Frage nach Repräsentanzen oder der Vermarktung von Lizenzen läßt ein ähnliches Bild erkennen.

SW-Vertretungen oder Lizenzen sind schon in knapp 60 Prozent der bundesdeutschen Soft- und Hardwarehäuser zu finden. Durchaus kritisch äußerten sich die Befragten zur Situation der eigenen Unternehmen im Markt. Auf die Annahme, daß sich die Zusammenarbeit zwischen kleineren und größeren Anbietern verstärken werde, antworteten 71,4 Prozent der Interviewpartner mit "Ja" - dementsprechend hoch ist auch der Antwortquotient derjenigen, die von einer Strukturveränderung in den nächsten Jahren ausgehen. So sieht etwa die Hälfte aller Befragten einen Wechsel hin zu größeren Unternehmenstrukturen ins Haus stehen.

Dies, so meinen die finnischen Initiatoren dieser Umfrage, sei auch ein Problem des Kapitalbedarfs der Software-Anbieter.