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11.02.1994

Helden nicht mehr gefragt

Manager ohne Titel, Mitarbeiter, die reinreden: Folgt man den Visionen amerikanischer Management-Gurus, sieht so die postheroische Unternehmenswirklichkeit aus. Helden sind nicht mehr gefragt. So what, kann Trauerwein dazu nur sagen, DV/Org.- Spezialisten haben andere Sorgen. Titel, ha, als ob wir diesbezueglich etwas zu verlieren haetten. Den "Information Resources Manager" hat man Sebastian sowieso nie abgenommen - nicht sein Fehler, aber wer leidet hierzulande schon unter dem Entzug von Information, also kennt man auch die Beschaffenheit der Quellen nicht. Diesem Nichtwissen verdanken wir die Outsourcing- Versuche, den Downsizing-Ansatz und das Mainframe-Menetekel. Fehlte nur noch, dass den Verleumdungen geglaubt wird, die ueber IBM in Umlauf sind. Da will etwa der US-Consultant Tom Peters einer staunenden Oeffentlichkeit weismachen, IBMs Topmann Louis Gerstner muesse bei seiner Aufgabe scheitern, Big Blue wieder auf Vordermann zu bringen - nachzulesen in der "Wirtschaftswoche". Gerstner brauche eine Vision, so die Beraterthese, er habe aber keine und sei auch noch stolz darauf. Computer und Zigaretten haetten nichts gemeinsam, haelt Peters dem Ex-Nabisco-Manager Gerstner vor. Visionaere sind fuer ihn Ex-Apple-Chef John Sculley, Microsofts Bill Gates und Intel-Boss Andy Grove. Ueber Gates und Grove kann man ja noch reden. Aber sollte Peters uebersehen haben, dass Sculley bei Pepsi-Cola war, bevor er Steven Jobs an der Spitze der Macintosh- Company abloeste? Trauerwein will dem IBM-Kritiker einen Blackout zugute halten, andernfalls muesste Peters' Urteil ueber Gerstner gegenteilig ausfallen - oder der Guruglanz waere dahin. Nicht auszudenken. Dann doch lieber an einen Visionaer Sculley glauben und an einen "Information Resources Manager", der im Unternehmen anerkannt wird. Den Glauben an IBM hat Trauerwein nie verloren.