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16.12.1977 - 

COMM-PRIX 77

HENKEL - NORSYS

(HENKEL-NORmierte-SYStemgestaltung) Unter Einbeziehung des Benutzers

Aufgabensynthese, Die Programmvorgabe

Mit dem Datenflußplan sind die Voraussetzungen geschaffen die für den Programmierer notwendige Arbeitsunterlage - die Programmvorgabe - zu erstellen.

Als Bestandteile der Programmvorgabe sind die Beschreibung der Verarbeitung der Ein-/Ausgabedateien, der Dateisteuerung und der Abstimmung za nennen.

Aufgrund der Standardisierung und computergerechten Detaillierung der einzelnen Aufgabe in der Henkel-Norsys wird die Aufgabenbeschreibung aller in einem Programm vereinigten Aufgarben als Beschreibung der Verarbeitung verwendet. Damit ist sichergestellt, daß die vom Benutzer geprüfte Sachlogik unmittelbar zum Hauptbestandteil der Programmvorgabe wird. Um die sequentielle Abarbeitung der einzelnen Aufgaben erkennen zu können, wird der dem Programm zugeordnete Ausschnitt der Graphik der Beschreibung .

Das Programm

Strukturierte Programmierung beschränkt sieh nicht auf die Phase der Programmerstellung, im Gegenteil, sie wird erst ermöglicht durch die Strukturierung des Sachproblems Der Einsatz der vorgenannten Methoden gilt also als Voraussetzung für die sinnvolle Anwendung der Rationalisierungssoftware in der Programmierung.

Nicht nur in der Systemplanungsphase bietet die Entscheidungstabellentechnik die Möglichkeit, den Sachverhalt präzise zu formulieren, sondern auch in der Programmierung dient sie zur Normierung der Programmerstellung.

Um die Entscheidungstabellen für den Benutzer lesbar zu erhalten, verwendet der Systemplaner Langtexte zur Benennung der Daten und vermeidet Anweisungen in Form einer Programmiersprache. Daher sind diese Entscheidungstabellen in der Programmierung formal umzusetzen, indem sie auf ein erfassungsfähiges Schema übertragen, wobei die den Definitionen der Daten entsprechenden Kurztexte und der ausgewählten Programmiersprache gemäße Anweisungen eingesetzt werden.

Ein Entscheidungstabellen-Vorübersetzer (DECTAT) wird eingesetzt, um die Entscheidungstabellen auf Redundanzund Widerspruchsfreiheit sowie Vollständigkeit zu überprüfen und in einzelne Programmschritte aufzulösen.

Als weitere computergestützte Methode ist die Normierte Programmierung zu nennen. Zur Formulierung der Ablaufsteuerung eines Programmes werden standardisierte Abläufe herangezogen. Auch hier ist ein Vorübersetzer (SPL) in der Lage, an Hand von Parametern das Gerüst eines Programmes aufzubauen.

Die in einem Programm vereinigten Aufgaben bilden eigenständige Module innerhalb eines Programmes; somit wird den Anforderungen nach modularer Programmierung Rechnung getragen.

Die Methoden "Dateiverarbeitung nach Satzgruppen" (Normierte Programmierung) und ?Entscheidungstabellentechnik? werden im Sinne der ?Strukturierten Programmierung? kombiniert verwendet, weil diese voneinander profitieren.

Darüber hinaus werden Werkzeuge zur Quellenprogrammverwaltung (LIBRARIAN) und automatischen Programm-Dokumentation (DOCUMENT) sowie zur Optimierung der Ladeprogramme (GEMINI OPTIMIZER II) eingesetzt.

Die Anwendung der HENKEL-NORSYS in der Änderungsphase

Aus Unkenntnis der Gesamtzusammenhänge und infolge mangelnder geeigneter Dokumentation formulierte der Benutzer seinen Änderungswunsch bisher in aller Regel sehr global. Auswirkungen und Arbeitsaufwand der Änderung waren, wenn überhaupt, nur schwer abzuschätzen. Bei alternativen Änderungsmöglichkeiten war es ebenfalls recht schwierig zu entscheiden, welche der Änderungen kostengünstiger auszuführen ist.

Der Systemplaner mußte Programm für Programm durchsuchen, um die Auswirkungen des Änderungswunsches zu erkennen, mußte den Änderungswunsch selbst gemeinsam mit dem Benutzer präzisieren und gegebenenfalls Alternativen erarbeiten.

Durch die Henkel-Norsys kann der Benutzer an Hand der Graphik die zu ändernden Aufgaben lokalisieren, sofern zum Beispiel die Verarbeitungsmethode oder auch nur einzelne Bedingungen verändert werden sollen. Aufgrund der angegeben Programm-Nr. kann er erkennen, wie viele Programme von dieser Änderung betroffen sind.

Wenn sieh beispielsweise die Stellenzahl eines Wertbegriffes ändert oder ein Schlüssel verändert werden soll, kann er über den Datenindex alle betroffenen Aufgaben und/oder Dateien analysieren.

Bei neu einzufügenden Teilgebieten lassen sieh die Schnittstellen leicht über Graphik und Datenindex ablesen.

Im Idealfall soll der Benutzer in die Lage versetzt werden, sein System ohne Mitwirkung der System-Spezialisten den veränderten Bedingungen anzupassen. Die System-Spezialisten, die heute zirka 2/3 ihrer Zeit für die Pflege bestehender Systeme aufwenden, sollen mehr Zeit für die Entwicklung neuer Systeme gewinnen.

10) Vergl. BMFT-FB DV 76-03, Einsatzmöglichkeiten software-technologischer Methoden mit Normungseffekt, Diebold Deutschland GmbH, Frankfurt/Main 1976, S. 53