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21.03.1975 - 

Interdata 832 Megamini: Leistungen eines Großsystems

Herausforderung an IBM und DEC

GRÄFELFING/MÜNCHEN - Unter der Modellbezeichnung 8/32 kündigte Interdata einen leistungsstarken und schnellen 32-Bit-Rechner an (siehe auch CW-Nr. 11 vom 14. 3. 75), auf den die Bezeichnung Minicomputer nach Ansicht des Herstellers nicht mehr passen will, - so hat Interdata dieser neuen Maschine einen neuen Namen gegeben: Megamini.

Mangelndes Selbstbewußtsein kann diesem Hersteller, der im Minicomputer-Markt nicht zu den "großen Fünf" (Digital Equipment, Data General, Hewlett-Packard, Varian, Computer Automation) gehört, nicht nachgesagt werden.

Contra IBM und DEC

Mit dem Modell 8/32 will Interdata gleich zwei Marktführer das Fürchten lehren: IBM und Digital Equipment, das im Prozeßrechnerbereich eine ähnlich dominierende Stellung einnimmt wie IBM bei der kommerziellen EDV. Interdata sieht seinen "schweren Mini" in Konkurrenz zum System /370-158 und der PDP-11/70 von DEC. Denn die Befehlsausführungszeiten und die Architektur des Modells 8/32 ähneln denen des IBM-Großrechners und vom Preis und der Packaging-Konzeption her sollen kaum Unterschiede zum Familienoberhaupt der PDP-11-Familie bestehen.

Konkurrenz im eigenen Haus

Konkurrenz kann es aber auch im eigenen Haus geben: Das Vorläufer-Modell 7/32 wurde im Sommer 1974 mit dem gleichen Werbeslogan wie jetzt die 8/32 präsentiert als "eine Maschine, die in der Minirechner-Preisklasse mithalten kann und dennoch an Rechenkapazität bietet, was sonst nur von der großen EDV geboten wird".

Interdata ist sich dieser Problematik durchaus bewußt. "Das Modell 8/32 soll die 7/32 nicht ersetzen" erläutert Dr. Armin Pretzsch, General-Manager der Interdata GmbH, die Modellpolitik seines Hauses, "Leistungen und Preis weisen es eindeutig als größeres System aus, das eine ganz andere Zielgruppe anspricht". Bleibt abzuwarten, ob sich die potentiellen Interdata-Kunden dieser Argumentation anschließen werden.

Performance großer EDV-Systeme

Das Modell 8/32 hat folgende Eigenschaften:

- Es ist im Gegensatz zur 7/32 ein "echter" 32-BitRechner, bei dem für die Adressierung eines großen Speichers keine indirekten Verfahren mehr nötig sind.

- Bis zu 1 048 576 Worte (ein Megabyte) können direkt adressiert werden.

- Der Speicher ist interleaved strukturiert: Speichermoduln können vierfach überlaupt werden, so daß die Möglichkeit besteht, mit einem Befehl vier Memories auf einen Schlag auszulesen.

- Mit Hilfe von Lookahead-Stacks (vorausschauenden Meldespeichern) können Befehle bereits aufgegriffen werden - und zwar bis zu 16 Befehle im voraus - während gleichzeitig eine Operation ausgeführt wird. Ein Lookahead-Zyklus braucht 50 Nanosekunden.

- Das Ein-/Ausgabesystem wird durch die Dual-Bus-Architektur bestimmt. Der Multiplexer-Bus erlaubt den Anschluß von bis zu 1024 "langsamen" Peripheriegeräten wie Teletypes, Bildschirm-Terminals, Kartenleser etc.

Über den DMA-Bus werden bis zu acht schnelle Einheiten wie Magnetband und Plattenspeicher angeschlossen.

Minicomputerpreise

Das Modell 8/32 kostet als 128 K Bytes-Maschine rund 200 000 Mark; mit einem Megabyte-Hauptspeicher liegt der Kaufpreis bei etwa 720 000 Mark.

Hohe Zuwachsrate

Mit Blick auf O.E.M.-Kunden, Systementwickler und erfahrene EDV-Anwender verspricht sich Interdata mit dem Megamini große Marktchancen: Branchenkenner prognostizieren, daß in den nächsten Jahren die Zuwachsrate in diesem Bereich die höchste in der gesamten EDV-Industrie sein wird. Dazu Pretzsch: "Das ist zwar kein Markt der Riesenstückzahlen, aber letztlich kommt es auf den Wert des einzelnen Auftrages an."

Information: Interdata GmbH, 8032 Gräfelfing/München, Waldstr. 3a