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12.11.1999

Herlitz ist Anwender des Jahres

Nun steht er fest: der Anwender des Jahres 1999. Der von der COMPUTERWOCHE in Kooperation mit dem Beratungsunternehmen Gartner Group erstmals ausgeschriebene Wettbewerb hätte mehrere Gewinner verdient. Mit der Herlitz PBS AG hat er aber einen überzeugenden Preisträger gefunden.

Erstmals hat die COMPUTERWOCHE den Wettbewerb "Anwender des Jahres" ausgeschrieben. Sie versicherte sich dabei der fachlichen Unterstützung der Experten von der Gartner Group. Diese filterte nach der Auswertung ihrer Benchmark-Tests aus 30 Einsendungen in ihrem Benchmark-Zentrum neun Unternehmen heraus, die in die engere Wahl für die Auszeichnung kamen.

Für den Wettbewerb "Anwender des Jahres" wurde ein Fragebogen entworfen, der sich in folgende Rubriken gliederte:

- Rechenzentrum,

- verteilte Datenverarbeitung,

- LAN/WAN,

- Anwendungsentwicklung- und wartung,

- Projekte,

- Fragen zum Unternehmen.

Die Auswertung der Ergebnisse erfolgte anhand von über 70 Kennzahlen, die aus den Daten des Fragebogens ermittelt wurden. Die Gegenüberstellung der Kennzahlen und deren Gewichtung führte zu dem Ranking der Teilnehmer (Mehr Details erfahren Sie aus dem CW-Jubiläums-Heft, das kommende Woche versandt wird).

Herlitz PBS AGIn einer knappen Entscheidung fiel die Wahl zum Anwender des Jahres 1999 auf die Herlitz PBS AG. Die Berliner unter Leitung von Vorstandsmitglied und oberstem DV-Verantwortlichen Andreas Resch überzeugten letztendlich durch die umfassendste Strategie, ihre DV mit der ihrer Kunden zu einer funktionierenden Arbeitseinheit zu verquicken.

Herlitz schaffte es, nach einer Restrukturierung seiner Unternehmens-DV das zu realisieren, was sich auch heute noch als veritable Herausforderung der Informationstechnologie zeigt: Geschäftsvorgänge beim Kunden mit der eigenen Informationstechnologie zu verknüpfen und so einen möglichst optimalen Materialfluß zu gewährleisten.

Außerdem ist für Herlitz lebenswichtig, das Konsumverhalten und die Kaufgewohnheiten seiner Kunden mit den Mitteln der IT, mit Data-Mining- und Data-Warehouse-Konzepten zu erforschen. Das Unternehmen hat sich zu einem Dienstleistungsunternehmen gewandelt, das nicht nur Büromaterial produziert und verkauft, sondern Wissen über die Kunst vermittelt, mit Erfolg zu verkaufen.

Für Herlitz bedeutet dies nach den Worten von Resch: "Neben die Waren- tritt die Informationslogistik als Wettbewerbsfaktor. Die richtige Information muß zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ankommen." Das hat Herlitz mit dem Anfang 1997 begonnenen Projekt "IT 2001" geschafft.

Zunächst wurde die SAP-Standardsoftware R/2 durch ein R/3-System abgelöst. Eingesetzt wurden die Module für Rechnungswesen, Controlling, Materialwirtschaft, Fertigung sowie für das Vertriebssystem. Als Unterstützung des Vertriebs setzt Herlitz die Sales-Force-Automation-(SFA-)Software von CAS ein.

Auch das Supply-Chain-Management wurde runderneuert. Herlitz verwendet hierfür die Software der Firma Numetrix. Im Zuge der R/3-Einführung wurde aus Kostengründen auch das 28 Jahre alte, auf BS2000 basierende Vertriebssystem modernisiert.

Als Teil der Neuorganisation des IT-gestützten Außendienstsystems stand für Herlitz insbesondere das Projekt "ePOS" im Vordergrund. Die Abkürzung verweist auf den elektronischen Point of Sale, an dem die Abverkaufszahlen des Handels digitalisiert entstehen und über Netzverbindungen täglich an die entsprechenden Herlitz-Systeme weitergeleitet werden können - auf die Scannerkassen mithin.

Diese Daten vom jeweiligen Vortag erlauben es der Disposition und Logistik von Herlitz, IT-gestützt den Materialfluß zu verbessern. Dabei können nicht nur regionale und saisonale Besonderheiten ausgewertet werden. Auch divergente Kaufgewohnheiten je nach den unterschiedlichen Vertriebsorten wie Fachgeschäften, Supermärkten oder Kaufhäusern lassen sich erforschen.

Teil des Projekts Knowledge Enterprise war ferner ein Softwarewerkzeug, das Kunden bei der Sortimentsanpassung unter die Arme greifen sollte. Bei dieser Gelegenheit wurde, wie Vorstand Resch sagt, im Rahmen des Projekts "Electronic Communications Service" (ECS) auch die Kommunikation mit den Kunden technisch komplett auf eine neue Grundlage gestellt.

Jetzt kann Herlitz jeden Geschäftsvorfall in den Formaten Edifact, Eancom, Idoc etc. und auf den üblichen Übertragungswegen (X.400 oder per E-Mail) mit Kunden, Lieferanten, Speditionen und Banken bearbeiten. Reschs Resümee "Wir verstehen alles, solange es keine Rauchzeichen sind", sagt im Prinzip alles über die Herlitz PBS AG: Die IT-Mannschaft um Vorstandsmitglied Resch hat verinnerlicht, daß DV der Hebel zur Restrukturierung des eigenen Unternehmens ist. Dabei sichert der intelligente Einsatz von IT den entscheidenden Vorsprung im Wettlauf nicht nur um niedrigere Kosten, sondern auch um die Gunst des Kunden.

Gauselmann Gruppe/Beit Systemhaus GmbH

Anfang 1995 sahen sich die IT-Mitarbeiter der Beit Systemhaus GmbH mit der Tatsache konfrontiert, daß die in der Gauselmann-Gruppe genutzte R/2-Version 4.3 nicht Jahr-2000-fähig war, deshalb also auf R/3 umgestellt werden mußte. Beit war 1987 aus der Gauselmann-Gruppe herausgelöst geworden und agiert seither mit seinen insgesamt 85 Mitarbeitern als eigenständiger IT-Dienstleister nicht nur für die Gauselmann-Mutter, sondern auch für deren rund 20 Tochterfirmen.

Der nach eigenem Bekunden größte europäische Hersteller von Geldspielgeräten war nach den Worten von Beit-Geschäftsführer Günter Steinau ein Mainframe-Anwender der alten Schule. Neben R/2-Applikationen nutzten die Gauselmann-Mitarbeiter beispielsweise mit "Natural" entwickelte Anwendungen, für die Personalabrechnung setzt Gauselmann "Paisy" ein. Erschwerend für die R/3-Umstellung kam hinzu, daß zeitgleich auch bei der Firmentochter in den USA SAPs ERP-Software neu eingeführt werden sollte.

Im Zuge der R/3-Migration schlug auch die letzte Stunde des wassergekühlten IBM-Hosts. Heute vertraut die Gauselmann-Gruppe fast ihre gesamte DV zirka 14 Multiprozessor-Servern von Hewlett-Packard der HP9000-K-Linie unter der Unix-Variante HP-UX an. Hinzu gesellen sich etliche NT-Server. Neben der Migration auf R/3 baute das Unternehmen ein Groupware- und Workflow-Konzept auf. Die Wahl fiel auf "Lotus Notes".

Während der Migration leisteten es sich die IT-Spezialisten von Beit darüber hinaus, der Gauselmann-Gruppe auch noch ein lange geplantes optisches Archiv der Firma SER einzurichten.

Expert Maschinenbau

Altsysteme und Insellösungen prägten die IT-Landschaft von Expert aus Lorsch, als Matthias Kunze vor zwei Jahren zu dem Unternehmen kam. Der frischgebackene DV-Chef legte kurz nach seinem Dienstantritt Ende 1997 einen ehrgeizigen Modernisierungsplan vor, der insgesamt fünf Projekte bis zum Jahr 2000 enthielt. In nur zwei Jahren gelang es, die veraltete IT zu ersetzen und eine moderne Kommunikations-Infrastruktur aufzubauen.

Der Startschuß für das erste Projekt fiel im November 1997. In Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern ging die DV-Abteilung an den Aufbau einer firmenweit einheitlichen LAN/WAN-Infrastruktur, welche die bestehenden isolierten Netze auf Ethernet-Basis ablösen sollte. Parallel zum Aufbau der Netzinfrastruktur integrierte die DV-Abteilung zwischen Dezember 1997 und Juni 1998 die Telefonie.

Außerdem löste Kunze mit seinen Mannen das bisherige, nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entsprechende PPS-System ab. Man entschied sich für die ERP-Lösung "Proalpha" des gleichnamigen Herstellers (vormals Werner Ernst Informatik). Das Produkt erfüllte in den Augen von Kunze weitere zentrale Forderungen wie die Anbindung der CAD-Anwendungen, Workflow-Unterstützung, die Integration des geplanten Dokumenten-Management-Systems sowie Controlling-Funktionen. Begleitet wurden die Modernisierungsarbeiten im Backend durch entsprechende Projekte für die Benutzerverwaltung, den Datenaustausch und die Einrichtung der Frontends.

Das letzte derzeit geplante Vorhaben, ein Intranet-Projekt, zielt auf den Einsatz und die Anwendung von optischen Archivierungs- und Workflow-Systemen ab; es soll im nächsten Jahr beendet sein.

Fraunhofer-Gesellschaft

Wissenschaftler der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) wechseln oft schon nach kurzer Forschungstätigkeit in die zahlungskräftigere Industrie. Wissens-Management soll nun wenigstens das wertvolle Know-how der Emigranten in der FhG halten. Gerade mal ein Jahr alt ist das Projekt "Knowledge-Management" (KM), das vom Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft selbst angestoßen wurde.

Fernziel ist eine Verwertung des künftigen KM-Tools innerhalb und außerhalb der Gesellschaft, sagt Kuno Blank, Leiter der Abteilung IuK-Systeme/-Betrieb der FhG, München.

Zu den weiteren herausragenden Aufgaben der FhG-Zentralverwaltung zählt, eine einheitliche Politik für die Informations- und Kommunikationstechnik der Forschungseinrichtung durchzusetzen. Mit einigem Stolz betrachten die FhG-Leute ihr eigenentwickeltes Programm "Sigma", mit dem als zentraler Anwendung die FhG die gesamte monetäre Verwaltung abwickelt. Teilweise angeschlossen an Sigma ist ein Dokumentenarchivierungs-Projekt.

Globale Krankenversicherungs AG (GLK)

Eine eigene DV-Mannschaft hat die GLK erst seit dem 1. Januar 1998. Bis zu dem Zeitpunkt war die Globale zumindest DV-technisch völlig vom Gerling-Konzern abhängig. Der nunmehr losgelösten GLK-IT steht seit dem 1. Januar 1998 Gabriele Peters vor.

Mit ihren 16 IT-Mitarbeitern hat sie eine überzeugende Kostenstruktur gestaltet. Vor allem hat die DV-Chefin rigoros wesentliche DV-Aufgaben an das Gerling-Rechenzentrum outgesourcet. Das Netzwerk der GLK beispielsweise betreut die Gerling-IT praktisch bis zur Steckdose.

Immerhin sieben der insgesamt 16 DV-Spezialisten, die Peters zuarbeiten, beschäftigen sich bei der Globale mit Anwendungsentwicklungen. Hierzu gehört ein Archivprojekt, das die Arbeitsabläufe bei der Globale auf den Kopf stellen wird.

Fernziel ist, zu einem Vertrag sämtliche Schriftstücke am Bildschirm anzeigen zu können und nicht nur die Filenet-spezifischen Dokumente. So sollen etwa auch E-Mails in das Dokumenten-Management-System aufgenommen werden können.

In der Entwicklungsphase ist das Projekt "Maschinelle Risikoprüfung". Mit Rückgriff auf eine Datenbank soll es bei diesem Verfahren ermöglicht werden, bestimmte Kriterien beziehungsweise Risiken eines Versicherungsnehmers zu erfassen, die dann zu Zuschlägen bei seiner Versicherungsprämie führen.

Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)

Hört man den IT-Spezialisten der KBV-Zentrale um ihren Chef Michael Heyder zu, bekommt man den Eindruck, daß die Zeit zwischen Ende der 80er und Mitte der 90er Jahre nicht besonders erfreulich gewesen sein kann. Verdiente Mitarbeiter wollten das Handtuch werfen. Die IT war komplett veraltet, die Geschäftsprozesse verkrustet und nötige Neuentwicklungen nicht umsetzbar.

Im Zuge der Umstrukturierung warf die KBV ihren antiquierten Gerätepark hinaus. Die gesamte Back-Office-Umgebung konsolidierte das Projektteam auf Sun und dessen Solaris-Betriebssystem. Heute rechnen in der Kölner Ärztevertretung im Hintergrund nur noch NT-Intel-Server und die Unix-Maschinen von Sun Microsystems. Zudem krempelte die KBV ihre Massenspeicher-Topologie komplett um. Alle Daten des Back-Office-Solaris- und des Front-Office-NT-Bereichs lagern auf zwei Multihost-fähigen Storedge-A7000-Systemen.

Neben der Generalüberholung der gesamten DV-Struktur sowie der Modernisierung der Geschäftsprozesse, neben der Entwicklung von Software, die auch von den 23 regionalen deutschen Kassenärztlichen Vereinigungen eingesetzt wird, stemmte Heyders DV-Abteilung innerhalb des vergangenen Jahres schließlich auch noch zwei Vorhaben, die für die Ärzteschaft der gesamten Bundesrepublik wie für die Krankenversicherungen und die -kassen von erheblicher, weil auch von politischer Bedeutung sind: zum einen das Laborprojekt, zum anderen das Fremdkassenzahlungsausgleichs-Projekt.

Zwischen dem monolithischen, proprietären Unisys-Mainframe und heute eingesetzten offenen, objektorientierten Framework-Konzepten liegen Welten.

Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster (LVM)Wer 2300 Außenstellen mit umfassenden Informationen aus der Zentrale versorgen will, sollte ein wohldurchdachtes IT-Konzept vorweisen können. Beim LVM in Münster wurden Ende 1997 per Vorstandsbeschluß die Weichen für ein neu zu entwickelndes Agentursystem gestellt.

Die Applikation sollte aber, sagt Johannes Schlattmann, Prokurist in der Abteilung DV-Organisation, komplett in Java geschrieben und objektorientiert entwickelt werden. In das neue Agentursystem werden zudem Inter- und Intranet-Projekte eingebunden, damit man den LVM-Kunden künftig auch über diesen Weg Dienstleistungen zur Verfügung stellen kann. Mit der Einführung soll auch die interne IT-Architektur am Kunden orientiert und in das neue System integriert werden. Für die IT-Landschaft des gesamten LVM hat diese Neuausrichtung weitreichende Folgen:

- Der typische Arbeitsplatz beim LVM wird ein Thin Client sein.

- Als zweiten kritischen Erfolgsfaktor für die Neuausrichtung der gesamten LVM-DV-Landschaft benennt Schlattmann die Anwendungsentwicklung. Denn nicht nur das neue Agentursystem entwickelt man auf der Basis von Java, sondern auch die internen Anwendungen des LVM.

Um diese Herausforderung und damit die plattformübergreifende Entwicklung besser in den Griff zu bekommen, heißt die Devise beim LVM auch Java. Allerdings nicht Java allein. Ganz im Sinne ihres objektorientierten Ansatzes nutzen die DV-Experten beim LVM IBMs Framework "San Francisco". "Das neue Applikationskonzept wird uns eine Menge Vorteile bringen, weil es sehr kunden- und serviceorientiert ist", sagt Schlattmann.

Wintershall AG

Bei der Wintershall AG sorgt heute IT-Technologie für Durchblick am PC. Wie in einem gläsernen Werk haben Mitarbeiter Zugriff auf Daten zur Analyse und Überwachung ihrer Raffinerie. Vor allem aber hat sich durch den Einsatz von IT die Wirtschaftlichkeit der Raffinerie erheblich verbessert.

Die IT-Leute der Wintershall AG haben dabei ihrem Raffinerieleiter einen Traum erfüllt: Er kann sich nämlich ständig ein Bild seines kompletten Werkes machen, wie es Mineralöle verarbeitet und veredelt zu dem, was dann Kraftfahrzeuge, Flugzeuge und Ölheizungen antreibt.

Bei der Wintershall AG heißt dieser Traum etwas trocken "BDE/BDA Betriebsdatenerfassung und Betriebsdatenauswertung". Teil dieses sehr ambitionierten Projekts, das von 1997 bis 1999 rund 80 Prozent der gesamten DV-Entwicklungskapazitäten auf sich zog, ist "Real Time Display" (RTD). RTD ist ein Software-Tool, das nicht nur alle Anlagen der Lingener Raffinerie in ihrer Verkettung und als grafische Symbole auf dem PC-Bildschirm visualisiert. Vielmehr stellt es auf Mausklick auch die Prozeßdaten der Anlagen samt vielfältigen hinterlegten Werten dar.

Im Lauf des Projekts stellte sich heraus, daß das ehrgeizige Vorhaben im wesentlichen eine, allerdings hohe, Hürde zu nehmen hatte: die Schnittstellen-Problematik. Die wurde schließlich so groß, "daß wir mitten im Projekt das Produkt wechseln mußten", sagt Karl Wilms, Leiter Informatik des Wintershall-Geschäftsbereichs Marketing und Raffinerie in Lingen. Der Alptraum jedes Projektleiters war perfekt.

Heute stellt sich die gesamte Raffinerie am PC dank des Tools RTD wie eine gläserne Fabrik dar. Die Mitarbeiter der Wintershall-Raffinerie in Lingen haben einen deutlich verbesserten Überblick auch über vor- und nachgelagerte Produktionsprozesse gewonnen. Und für die Leute um Wilms ist ein Alptraum doch noch zu einem Traum mutiert.

Zapp AG

Anstelle von avantgardistischen DV-Entwicklungen setzt die Düsseldorfer Zapp AG in der IT Bewährtes ein und begreift dies als Investition in die Zukunft. Kennzeichnend für die Zapp AG ist auch die konsequente Einbeziehung der Endanwender.

Die umfangreiche Produktpalette, die vom Stahldraht bis zu Sonderwerkstoffen und Profilstäben reicht, erfordert einen effizienten internen Kommunikationsfluß. Die Bedeutung einer modernen Kommunikationsstruktur zeigt sich auch bei der Rolle der Zapp AG als Auftragsfertiger, der auf Bestellung liefert.

Doch der Vorgang von der Bestellung bis zur Lieferung dauerte früher zwei bis drei Tage, blickt Martin Plessow, Leiter Informationstechnologie, zurück. Als Ausweg bot sich die Einführung eines E-Mail-Systems an, um die Laufzeit auf zwei bis drei Stunden zu verkürzen. Die Lösung sollte außerdem Groupware-Komponenten enthalten.

Das Meisterstück auf dem Weg zu diesem Image war die Einführung eines Corporate Network mit neuen TK-Anlagen, durch das das Unternehmen in Verbindung mit Least Cost Routing zwischen 50000 und 55000 Mark an TK-Kosten pro Jahr spart.

Über das Internet soll künftig auch die Kommunikation mit den Werken in den USA erfolgen, um das Problem der Zeitverschiebung zu umgehen. Gerade der Wunsch nach einer Internet-Kommunikation führte direkt zu einem Parallelprojekt: dem Internet-Auftritt der Zapp-Gruppe. Auch die interne Verwaltung entdeckte schnell die neuen Möglichkeiten der elektronischen Kommunikation: Urlaubsscheine, Mietwagenanforde-rungen etc. wickeln die Zapp-Mitarbeiter nun per Mail ab.

Plessow geht heute bereits das nächste Projekt an: die weitere Einführung von SAP in Verbindung mit einem Betriebsdaten-Erfassungssystem bis hinunter in den produktiven Bereich. Ebenfalls bereits nachgedacht wird über eine Migration der Netz-Server auf Netware 5 und nicht NT. Erklärt Plessow: "Unsere Netware-Systeme laufen mehr als 300 Tage. Werte, von denen wir bei Windows NT nur träumen."

Sascha Alexander, Helga Biesel, Jürgen Hill und Jan-Bernd Meyer