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02.04.1982 - 

Aus dem Personal-Karussell der DV-Branche:

"Herr X ist nicht mehr bei uns!"

Das Geschäft mit Computern wird härter. Man merkt es besonders dann, wenn man den VB X, den Vertriebschef Y oder gar den Geschäftsführer Z am Freitag noch telefonisch angetroffen hat. Am Montag darauf hat die Telefonistin dann einen antrainierten "homöopathischen" Tonfall drauf: "Herr X ist nicht mehr bei uns!" Staunend nimmt es der Anrufer zur Kenntnis.

Interessant ist, daß die DV-Branche zum Teil wichtige Toppositionen neu besetzt, aber häufig kaum Ton gibt. Warum? Schlechtes Gewissen? Kam die Kündigung unerwartet? Ist der Neue noch nicht da und man will über die Sache das bewußte Gras wachsen lassen? Im Sinne der PR- und Pressechefs sind totgeschwiegene Jobwechsel unterlassene Presseinformationen. Solche Sachen werden von den Zeitschriften gedruckt; das bringt den Firmennamen ins Lesefeld, macht Image.

Wie unterschiedlich solche Falle von der DV-Branche behandelt werden, zeigen die folgenden Personalia.

Gerd Mensing, einer der Altvorderen und Männer der ersten Stunde bei Nixdorf, verläßt das Unternehmen. Beinahe hätte Mensing sein 15jähriges Jubiläum feiern können. Er ließ

sich jedoch nicht mehr Zeit, um karrierebewußt in die Vorstandsetage des Paderborner Herstellers aufzurücken. Dort aber wollte man ihn nicht haben. Offenbar sah man seine Stelle

als Vertriebsleiter für Geldinstitute und Privatversicherungen in Frankfurt als einen auf ihn zugeschnittenen "Job forever" an. Nun kann Mensing jedoch positionsmäßig aufsteigen:

Als neuer Geschäftsführer der MAI Deutschland GmbH hat er in Helmut Schneider einen Vorgesetzten, den er noch aus dessen Nixdorf-Tätigkeit kennt. (Schneider wird MAI-Europa-Boß mit Sitz in Frankfurt.) Bei Nixdorf wurde die Lücke bereits ausgefüllt:

Jürgen Kallmeyer hat, von Siemens kommend, sich bereits auf einem Banker-Seminar in Brüssel einem Teil seines Klientels vorgestellt. Eine entsprechende Pressemitteilung fehlt noch.

Schnell informiert dagegen hat Data General, nachdem Jürgen Kraus als Geschäftsführer der Eschborner Niederlassung "für andere Tätigkeiten ab sofort freigestellt" wurde. Offenbar waren die Amerikaner nicht mit dem Umsatz zufrieden.

Nachfolger in Eschborn ist Th. Albert Leyenaar, ein junger Holländer. Ihm haftet in den USA der Ruf an, die holländische DG-Tochter nach oben gebracht zu haben. Um seinen Job ist er nicht zu beneiden: An vier Tagen leitet er DG-Deutschland, die restliche Zeit widmet er sich Holland.

Lautlos dagegen hat sich ein Managerwechsel vollzogen, der schon etwas zurückliegt: Peter H. Tremmel, langjähriger Geschäftsführer von Inforex Deutschland, ist schon seit November letzten Jahres nicht mehr im Amt. Sekretariatsstimme: "Wir wissen nicht, wo Herr Tremmel derzeit beschäftigt ist. Wollen Sie seine Privatadresse haben?"

Tremmels Nachfolger erschien bisher einmal gleichsam "zwischen den Zeilen" einer Pressemeldung. Er gab ein Statement über das "lnhouse-Networking" von sich. Sein Name: F. U. Siegert.

Zeit zum Updaten wird man in Hannover haben: "Waass, Sie sind jetzt hier bei Firma X?, wird man dann zu hören bekommen. Reaktion: "Aber natürlich. Wissen Sie das nicht? Doch schon eine ganze Weile."

Klaus Rosenthal ist freier EDV-Fachjournalist