Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

21.01.1994

Hersteller in der Pflicht

Ob Connectivity oder Interoperability - es ist muessig, ueber die genaue Definition der beiden Schlagworte zu streiten. Sie sind vielfaeltig interpretierbar, was uns die Marketing-Aussagen der Industrie nahezu taeglich vor Augen fuehren. Deutscht man die Anglizismen "Connectivity" und "Interoperability" mit "Verknuepfung" und "Zusammenarbeit" von Komponenten ein, wird allerdings deutlich: Sie bezeichnen, untrennbar verbunden, das zentrale Thema in der modernen DV.

Seit Unternehmen beginnen, mit Client-Server-Architekturen die von PCs umkraenzten Master-Slave-Strukturen abzuloesen, beschraenkt sich die Zusammenarbeit zwischen den Komponenten nicht mehr nur auf die PC-Host-Kommunikation oder die Anbindung von Peripherie. Es sind Anwendungsprogramme untereinander, Anwendungsprogramme mit Datenbanken, Datenbanken mit Datenbanken, Netze mit Hosts oder Netze mit Netzen zu verknuepfen.

In den proprietaeren DV-Welten war es allerdings Sache des jeweiligen Herstellers, fuer stoerungsfreien Datenverkehr innerhalb festgelegter Grenzen zu sorgen. Dieser Verpflichtung zur Kompatibilitaet, ohne die keine Verknuepfung und Zusammenarbeit realisiert werden kann, entzogen sich die Anbieter mit dem Wandel zu offenen Systemen. Es blieb dem Anwender, die Nahtstellen seines heterogenen DV-Massanzugs zu schliessen. Erst langsam kristallisieren sich Standards fuer Protokolle und Schnittstellen heraus, die sowohl Anwendern als auch Entwicklern von Connectivity-Tools einen gewissen Grad an Investitionssicherung versprechen.

Dem Anbieter-Establishment Absicht zu unterstellen, wuerde der Situation allerdings nicht gerecht. Vielmehr laesst das Defizit an anerkannten Standards und darauf basierenden Tools auf eine Industrie schliessen, deren Reifepruefung noch aussteht. Andere Elektronikindustrien sind hier schon weiter. Sie verfuegen ueber genormte Schnittstellen (zum Beispiel DIN) - jedenfalls dort, wo der Benutzer mit der Technik in Beruehrung kommt. Die DV-Branche ist davon noch weit entfernt. Eine neue Softwarekategorie, die auch von Michael Bauer in seinem Beitrag erwaehnte Middleware, wird diese Integration uebernehmen. Doch die Entwicklung steht erst am Anfang. Die Infrastruktur dafuer zu schaffen, dieser Aufgabe sollten sich die etablierten DV-Hersteller schon aus Eigennutz nicht entziehen. Lassen sich naemlich Connectivity und Interoperability einfach realisieren, wird wieder verkauft. sc