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12.11.1993

Hersteller lernen von der Autoindustrie Compaq verbreitert das Angebot in den bestehenden PC-Reihen

MUENCHEN (CW) - Produktdiversifizierung heisst das Zauberwort aus der kaufmaennischen Absatzwirtschaft, das die PC-Hersteller momentan fuer sich und ihre Kundschaft entdecken. Compaq uebernimmt bei dieser Marketingstrategie eine Vorreiterrolle und stellte die umfangreichste neue Produktpalette in seiner Geschichte vor.

Was ein guter Modellname ausmachen kann, belegt seit langem die Autoindustrie, die deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Modellen macht, obwohl das Basiskonzept gleich ist. Das "Wallstreet Journal" zitiert zu diesem Thema Bob Bauer, einen Marketing Manager von Compaq, mit der Aussage, dass der Hersteller aus Texas "unterschiedliche Geschmacksrichtungen von PCs fuer unterschiedliche Wiederverkaufskanaele" anbieten wird. Greg Titus, Marketing Director des Bostoner Marktforschungsinstituts IDC, fand nach Angaben des Wallstreet Journals heraus, dass mehr als ein Viertel der PC-Kaeufer sich bereits vor dem Erwerb des Geraets fuer eine Marke entschieden haetten, weitere 22 Prozent schwankten nur noch zwischen zwei PC-Modellen.

Modellerweiterungen und Preissenkungen

Compaqs Neuvorstellungen beziehen sich weitgehend auf den Ausbau bestehender Modellreihen. Ergaenzt wurde die seit Mitte letzten Jahres erfolgreiche Prolinea-Reihe um zwei neue Familien und insgesamt zwoelf neue Modelle. Einst am Markt als Einsteigersystem plaziert, sollen die Prolinea-PCs nun Anwender von Standardapplikationen ansprechen. Die "Prolinea Net 1/25s"-Reihe, die den PC im Monitorgehaeuse versteckt, ist netzwerkbereit, das heisst eine Ethernet- oder Token-Ring-Karte inklusive Treiber fuer das Netzwerkbetriebssystem ist vorinstalliert. Zur Wahl stehen die gaengigsten Intel-Prozessoren vom Typ 486 und eine Hauptspeichergroesse von 4 bis 20 MB. Die PCs mit dem gruenen EPA- Logo fuer Stromsparfunktionen sind ab 2600 Mark (ohne Festplatte) zu haben.

Fuer Anwender mit Wachstumspotential bietet Compaq Prolinea-PCs auch im Minitower an, deren Hauptspeicher sich auf 64 MB erweitern laesst; ein externer Cachespeicher mit 128 KB kann integriert werden. Ausserdem verfuegt die Hauptplatine ueber einen Local-Bus- Video-Controller und Windows-Grafikbeschleuniger.

Bei Verfuegbarkeit des Intel Overdrive kann ein Pentium-Prozessor eingesetzt werden. Die Preise fuer den "Prolinea MT" beginnen bei knapp 3000 Mark. Die Pfeiffer-Company liefert mit allen Prolinea- Modellen die Organisations-Software "Tabworks" der Xerox-Tochter Xsoft aus.

Zudem frischten die PC-Bauer aus Houston die nunmehr zehn Jahre alte Deskpro-Serie um die "XE-Modelle" auf. Bereits 1987 wurde ihr mit der 32-Bit-Architektur ein neues Leistungsspektrum eroeffnet, nun erhaelt sie mit "Q-Vision" ein Grafiksystem auf Local-Bus- Basis. Zusammen mit einem Video-RAM (1 MB) erreichen Farbbildschirme eine Aufloesung von 1024 x 768 Pixel. Als Prozessor steht hier auch der Pentium mit 60 Megahertz Taktfrequenz zur Auswahl. Erstmals versucht sich Compaq auch mit der Spracheingabe und erlaubt ueber die Sprachverarbeitungsfunktion Enhanced Business Audio, Text- oder Zahlensequenzen sprachlich zu kommentieren. Mit vorinstalliertem MS-DOS 6.0, Windows 3.1 und Tabworks ist der Rechner ab 3250 Mark verfuegbar, die Pentium-Variante mit groesserer Festplatte (270 statt 170 MB) kostet etwa 7000 Mark.

Compaq senkte zudem fuer einige Produkte die Preise. So wurden die Prolineas der 433- bis 466-Klasse um durchschnittlich 9,5 Prozent billiger. Die Pentium-Modelle der Deskpro-M-Reihe verbilligten sich um bis zu 16,5 Prozent und die Presario-PCs um rund 12 Prozent.