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03.01.1997 - 

Internet-Anpassung kennzeichnen die neuen Applikationen

Hersteller schließen die Lücken in ihren Produktangeboten

Die Zeit der großen Innovationen, die das Geschehen im Inter- und Intranet bestimmten, scheint vorerst vorbei zu sein - dieser Eindruck entstand zumindest während eines Rundgangs über die New Yorker Messe. Auf einen Punkt gebracht, lautet die Vorgabe in den Entwicklungsabteilungen der Hersteller derzeit wohl: Feintuning und weitere Internet-Anpassung.

Getreu diesem Motto steht bei der fünften Version von Microsofts "Exchange Server" die Internet-Anbindung im Vordergrund. So unterstützt die Kommunikationsplattform nun unter anderem SMTP, Mime, MAPI und X.400 sowie die Internet-Standards POP 3, HTTP, HTML, NNTP, LDAP und SSL. Des weiteren gehören der "Active-Server"-Support und ein Client gemäß den "Outlook"-Spezifikationen von Office 97 zum Lieferumfang.

Während der Exchange Server nur als Vor-Release zu sehen war, ist Microsofts neue Variante des "Internet Information Server" bereits fertig. Das Release 3.0 steht ebenfalls im Zeichen der Active-Server-Strategie und verfügt neben Active-Server-Seiten über Tools wie "Netshow", "Index Server 1.1", "Front Page 97", "SSL 3.0" und die Java Virtual Machine.

Mit dem "Transaction Server 1.0", früher unter dem Codenamen "Viper" bekannt, zeigte Microsoft in New York eine weitere Active-Server-Komponente. Sie soll den Anwender, wie es heißt, in die Lage versetzen, verteilte Geschäftslösungen zu realisieren. Im diesbezüglich wichtigen Bereich des Online Transaction Processing (OLTP) unterstützt der neue Sproß der Gates-Familie Protokolle wie OLE Transactions, XA, SNA LU 6.2 Sync Level 2 sowie das Transaction Internet Protocol.

Nachbar Netscape - auf der Messe hatten die Rivalen ihre Stände direkt nebeneinander - zeigte zwei Produkte, mit denen das Unternehmen eine Lücke in seiner Enterprise-Strategie schließen will. Zum ersten handelt es sich um die "Netscape Suitetools", ein Bundle aus vier Produkten. Drei davon kommen allerdings von Fremdherstellern. So steuert Symantec mit "Visual Cafe Pro" ein Werkzeug zur Entwicklung von Java-Applikationen und Applets bei, während von Netobjects "Fusion" stammt, mit dem sich Web-Seiten erstellen lassen. Für das dritte fremde Zubehörteil ist Netdynamics verantwortlich. Es dient zur Datenbank-Connectivity. Netscape selbst packt dem Paket sein "Live Wire Pro" bei, das zur Administration der Verbindungen zwischen Datenbanken und Web-Seiten konzipiert ist.

Zweite Neuerung, mit der Netscape sein Standing bei Unternehmenskunden verbessern will ist der "Calendar Server 1.0", der eine übergreifende Terminplanung über lokale und remote Server hinweg erlaubt und das Simple Mail Transfer Protocol (SMTP) unterstützt. Eine bereits für das zweite Quartal 1997 angekündigte Version 2.0 beinhaltet dann das Lightweight Directory Protocol.

Voll auf Java setzt mittlerweile Datenbankhersteller Oracle. In New York kündigte das Unternehmen einige neue Java-Tools und -Features wie "J/SQL" an, eine Art von in Java eingebettetem SQL sowie den Thin Client "Java Database Connectivity" (JDBC). Dieser ermöglicht den direkten Zugriff auf umfangreiche Datenbanken unter Umgehung der Middleware. Darüber hinaus gab Oracle den Anwendern einen ersten Ausblick auf die geplante "Network Computing Architecture" (NCA). So zeigte der Anbieter mit "Apollo" seinen Java-basierten Merchant-Server, der die Einrichtung von Electronic-Commerce-Diensten erlauben soll. Apollo ist ein Bestandteil der NCA-Strategie, bei der Applikationen als "Cartridges" - ähnlich den Plug-ins bei Browsern - in die künftigen Web-Server von Oracle eingeklinkt werden.

Bei Java-Promoter Sun selbst stand die Ankündigung der "Java-Server"-Produktlinie im Vordergrund. Diese setzt sich aus dem "Java Internet Server", dem "Java Server Toolkit" und der "Java Servlet Engine" zusammen. Alle Produkte beruhen auf dem "Java Servlet API" mit dem sich Servlets schreiben lassen so heißen die kleinen Java-Programme, die ein Anwender benutzen kann, um Netzwerk- oder Server-Operationen auszuführen. Sun zufolge ist der Java Internet Server durch dieses Script einfacher und besser portierbar als andere Web-Server, die auf CGI-Scripts basieren. Dadurch sei er ideal für Cross-Plattform-Umgebungen und den Einsatz mit NCs geeignet.

Die sich abzeichnende Teilung der Internet-Welt in ein Java- und ein Active-X-Lager haben bereits zahlreiche kleinere Firmen als neue Geschäftschance erkannt. Sie arbeiten wie beispielsweise die Sanga International Corp., Burlington, Massachusetts, an Entwicklungssoftware, die beide Sprachen unterstützt.