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09.05.1997 - 

Im Internet haben Intel-Maschinen gegen RISC-Rechner das Nachsehen

Hersteller suchen nach Differenzierungsmerkmalen

Das Marktforschungsinstitut IDC kommt in seiner Studie über den PC-Server-Markt zu dem Ergebnis, daß 1996 weltweit 1,2 Millionen Systeme ausgeliefert wurden. 1995 waren es noch 850000, im Jahr zuvor 536000 Stück. Neben dem reinen Stückzahlenwachstum ist auch der Umsatzanstieg um 41 Prozent erheblich. Im Jahr 1996 erwirtschafteten die PC-Server-Hersteller weltweit einen Umsatz von 9,05 Milliarden Dollar (1994: 6,4 Milliarden Dollar).

Das Wachstum, so die Analysten, sei unter anderem mit dem weltweit gestiegenen Einsatz von LANs und der vermehrten Nachfrage nach Internet- und Intranet-Servern zu erklären sowie mit dem Erfolg des Microsoft-Betriebssystems Windows NT.

Trotz solcher positiven Tendenzen müsse man davon ausgehen, daß der Markt zunehmend wettbewerbsintensiver werde. Daraus resultieren nach Einschätzung der Marktforscher niedrigere Profitmargen.

1996 seien etliche neue Akteure in den PC-Server-Markt eingestiegen. Die etablierten Anbieter hätten derweil stark in neue Technologien investiert. Dies hat Gründe: Zu den wichtigsten Differenzierungsmerkmalen gehören nach der Einschätzung der Analysten in Zukunft nämlich:

-umfassende Hochverfügbarkeitslösungen,

-Clustering-Strategien,

-wertschöpfende Internet-Lösungen sowie

-für kleine und mittlere Unternehmen konzipierte Produktpakete (sogenannte Bundles).

Das Jahr 1996 auf dem PC-Server-Markt war gekennzeichnet durch verschiedene Tendenzen: So lieferten sich die Marktführer einen harten Wettbewerb. Im ersten Halbjahr reduzierten sie ihre Preise für Pentium-Server um 15 bis 20 Prozent. Geringere Kosten für Haupt- und Massenspeicher trugen zu dieser Entwicklung bei. Auch die erstmals in den Markt eingeführten Pentium-Pro-Server drückten auf die Preise für ältere Prozessor- beziehungsweise Server-Generationen.

Außerdem verzeichnete die Branche ab dem dritten Quartal 1996 einen Boom bei High-end-Servern. IDC konstatierte, der PC- und PC-Server-Marktführer Compaq habe erstmals genauso viele Einstiegs-Server, also "Prosignia"-Modelle, verkauft wie "Proliant"-Hochleistungsmaschinen. Eine ähnliche Verlagerung sei aber auch bei den Produktlinien von Hewlett-Packard (HP), ALR und IBM zu verzeichnen gewesen.

Interessant ist ein weiteres Ergebnis der Studie: Pentium-Pro-Server verkauften sich 1996 wesentlich weniger erfolgreich als gedacht. Im zweiten Quartal des vergangenen Jahres, als dieser Server-Typ frisch auf den Markt gekommen war, setzte die Branche gerade mal 7000 Stück ab. Von Juli bis September 1996 wurden weltweit weitere 27300 Stück verkauft. Diese Zahlen liegen, wie IDC schreibt, deutlich unter den Erwartungen der meisten Anbieter. Gründe für den enttäuschenden Absatz von Servern mit Pentium-Pro-CPUs seien die verspätete Markteinführung der Prozessoren und Lieferengpässe.

Deutliche Spuren hinterließ Windows NT im PC-Server-Markt. Das 32-Bit-Betriebssystem hat sich in diesem Segment zu einer echten Konkurrenz für Unix und Netware entwickelt.

Noch ein weiterer Trend fiel den IDC-Analysten auf. Multiprozessor-Architekturen gewinnen immer mehr an Akzeptanz. Die Verkaufszahlen belegen dies eindrucksvoll: Im dritten Quartal 1996 übertraf der Verkauf von Servern, die mit mehr als einer CPU ausgestattet waren, mit 156000 verkauften Systemen erstmals Monoprozessor-Maschinen (154000). Im vierten Quartal öffnete sich diese Schere noch weiter (182950 gegenüber 168050). Symmetrisches-Multiprocessing-(SMP-)Maschinen etablieren sich nach Einschätzung der IDC-Marktforscher als Standard bei PC-Servern.

Zum Thema Internet berichten die Analysten Ambivalentes: Zwar drücken alle Hersteller die Hoffnung aus, auf diesem Gebiet mit Server-Angeboten erfolgreich zu agieren. Die Topanbieter unter den Server-Herstellern hätten in den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres auch Produkte im Bündel mit entsprechender Software auf den Markt gebracht. Sonderlich erfolgreich, so IDC, seien sie jedoch nicht gewesen. In diesem Marktsegment gäben vor allem die RISC-Unix-Anbieter den Ton an.

Definition

Die IDC änderte 1996 sowohl ihre Definition als auch die Segmentierung für PC-Server. Der Begriff umreißt jetzt sämtliche Intel-basierten Systeme, die als Server gebaut und vermarktet werden und die einen durchschnittlichen Grundpreis von unter 25 000 Dollar haben.

Die IDC-Definition eines PC-Servers beinhaltet nicht nur alle Intel-Maschinen, die nur mit einer CPU arbeiten, sondern auch solche Rechner, die ein symmetrisches Multiprozessor-(SMP-)Layout besitzen.

Unter die PC-Server-Kategorie fallen nach dem IDC-Verständnis auch sogenannte Superserver. Klassische Vertreter dieser Spezies waren etwa Netframe, Parallan, Auspex und Compaq.