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25.05.1984 - 

Produktion von Highend-Computern bereitet Minicomputer-Anbietern Schwierigkeiten:

Hersteller verschieben Auslieferungstermine

Minicomputer sind heute längst aus ihren einst dedizierten Marktnischen herausgewachsen. Obwohl ihre Spezialmärkte wie CAD/CAM und als Satellit im Vorfeld der Groß-EDV erheblich wachsen, bemühen sich, laut einer IDC-Studie, die Minicomputer mehr und mehr um Einsatzgebiete, die früher ihren größeren-Brüdern, den klassischen Mainframes, vorbehalten waren.

In einer computerisierten Wirtschaft, in der der Bedarf an Rechenleistung zentraler Universitätscomputer jährlich zwischen 50 und 60 Prozent wächst, ist genügend Raum für Minis und Superminis, die ihren großen Brüdern das zeitaufwendige Zahlen- und Messagehandling abnehmen.

So ist festzustellen, daß sich Minis und Mainframes heute um die gleichen Märkte bemühen, in denen zur Integration neigende Konzepte der Office Automation und wachsender Durchsatzbedarf zentraler DV-Zenten leistungsfähige Highend-Systemeverlangen.

Newcomer mit spezialisiertem Gerät

Gerade in diesem Highend-Markt tagen jedoch die Geschehnisse der letzten zwölf Monate nicht gerade mm grenzenlosen Vertrauen in das Entwicklungs-Know-how der Computerhersteller bei. Sperry, Honeywell und Trilogy verschoben ihre angekündigten Erstauslieferungstermine, DEC ist ebenfalls mit der geplanen Venus-Serie in Verzögerung geraten. STC zog sich komplett aus ,dem Vorhaben zurück, eine eigene CPU in der 4300-Klasse zu produzieren. Und Hewlett-Packard scheint ihr 32.Bit-Projekt Vision auf Ende 1986 Terschieben zu müssen. Gleichzeitig wirft IBM komplexe 308X-Architekturen auf den Markt.

Es scheint, als hätte nur IBM die Resourcen, auf allen Hochzeiten des DV-Marktes gleichzeitig zu tanzen. Alle anderen Hersteller müssen ihre Mittel den einzelnen Teilmärkten sehr überlegt zuteilen. Für die Minihersteller wird dieses Problem durch eine Reihe von Newcomern in ihrem Markt noch verschärft, die mit spezialisierten Geräten und neuester Technologie auf den Markt kommen, ohne Rücksicht auf eine breite Kundenbasis nehmen zu müssen. Einige Schlüsselkriterien, denen sie sich ausgesetzt sehen, sind:

- Der Wechsel zur ECL-Logik scheint nicht unproblematisch, insbesondere für High-density ECL. Unter den wesentlichen US-Miniherstellern hat bisher mir Prime, die Massenauslieferung von ECL-Maschinen erreicht (9950 mit 10K-ECLs). Harris beginnt momentan mit der Auslieferung von 100K-ECLS.

- IBMs erprobte TCM-PackagingTechnik erlaubt der Nr. 1 für den Rest der Dekade ohne Schwierigkeiten schnellere mid-range Systeme auf den Markt zu werfen. Die Nicht-IBM-Welt (ausgenommen Honeywell) muß diesen kostenintensiven Schritt erst noch nachvollziehen. Einige, wie DEC und Sperry, setzen hierbei auf die Innovationskraft von Gene Amdahls Trilogy.

Entwicklungskosten für Superminis steigen rapide

- Die Entwicklungskosten für Superminis stiegen in den letzten Jahren rapide an. Beim Vergleich der Tabelle springt vor allein die FE/Gewinn-Ratio ins Auge. Diese zeigt, wie stark die Minihersteller auf steigende Gewinne angewiesen sind, um ihre Forschungs- und Entwicklungskosten auch zukünftig finanzieren zu können. Während 1978 im Durchschnitt noch 95 Prozent der Gewinne hierfür ausreichten, waren 1983 bereits 135 Prozent der Gewinne für Forschung und Entwicklung (F+E) nötig. Ein Ende dieses Trends ist noch nicht absehbar.

Der Maßstab für das durchschnittliche Wachstum am Minimarkt sind DEC und HP. Wang, Prime und Tandem wachsen wesentlich stärker als Durchschnitts-Minihersteller. Data General und. noch deutlicher, Perkin Elmer und Harris blieben hinter ihren vergleichbaren Wettbewerbern zurück. Die FE/Gewinn-Ratio zeigt, daß DEC, HP, Wang und Data General immense Summen in die Weiterentwicklung ihrer Produktlinien investieren. Tandem und Prime liegen mit 8,3 und 9,3 Prozent ihrer Umsätze für Forschung und Entwicklung zwar im üblichen Industriedurchschnitt, in absoluten Zahlen wirken ihre Entwicklungsbudgets jedoch gemessen an der ersten Gruppe eher bescheiden. Perkin Elmer und Harris dagegen erreichen nicht mal Industriedurchschnitt.

Informationen: IDC Deutschland GmbH, Martin 14, 6200 Wiesbaden, Tel.: 06121/377086.