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CADCAM-Zentrum im Rheinland eröffnet:


14.12.1984 - 

Herstellerunabhängige Beratung hat Vorrang

GUMMERSBACH (CW) - Im Rahmen eines im letzten Jahr beschlossenen und auf privatwirtschaftlichen Initiativen beruhenden Konzepts für computerunterstütztes Zeichnen und Fertigen öffnete jetzt ein neues CAD/CAM-Zentrum in Gummersbach bei Köln seine Pforten. Im Vordergrund der Arbeit sollen hier herstellerunabhängige Beratung und qualifizierte Anwenderbetreuung stehen. Hauptansprechpartner werden den Angaben der Geschäftsführung zufolge mittelständische Unternehmen sein, die die Anschaffung eines einschlägigen Systems mit 2-D-Volumenteil anpeilen.

Pate bei der Gründung des CAD/CAM-Zentrums im Rheinland stand die Firma Distracon, Industrieanlagen-Handelsgesellschaft mbH, Gummersbach. Nachdem ihr Geschäftsführer Heiner Schween und seine Mitarbeiter erfolgreich ein eigenes Programm für die Konstruktion von Rohrleitungen entwickelt hatten, wollte man diese und weitere einschlägige Software-Lösungen auch anderen Unternehmen zur Verfügung stellen. So beschloß der Distracon-Chef die Einrichtung eines Technologiezentrums für CADler und solche, die es werden möchten. Während der Vorbereitungsphase schaltete sich Schween im vergangenen Herbst mit der Team Computer Aided Engineering GmbH (TCAE) aus Röhrmoos "kurz", welche die Einrichtung eines ähnlichen Zentrums in München plante. Die rheinländischen und die bayerischen CAD-Spezialisten "votierten" seinerzeits auch dafür, die Voraussetzungen für einen regional arbeitenden CAD/CAM-Center-Ring zu schaffen. Das Zentrum in der Isarmetropole nahm seinen Betrieb übrigens schon Anfang 1984 auf.

Die Verantwortlichen der entsprechenden Gummersbacher "Institution" haben sich neben dem Vertrieb die kundenspezifische Beratung von Anwendern und Interessenten auf ihre Fahnen geschrieben. In diesem Bereich sieht Schween einen besonders großen Bedarf, weil herkömmliche Anbieter von CAD/CAM-Systemen wie Computerland aufgrund eines Mangels an wirklichen Fachkräften diese Aufgabe eigentlich gar nicht richtig wahrnehmen könnten. Außerdem würden diese Vertreiber oft dazu neigen, die im Zusammenhang mit der Implementierung von computerunterstützten Konstruktionssystemen auftauchenden Probleme zu verniedlichen. Im Hinblick auf die eigene Beratertätigkeit prognostiziert der Diplom-Ingenieur jedoch: "Keiner unserer Berater wird nach einem Gespräch von wenigen Minuten ein schwarzes Tuch von einem System ziehen und sagen, hier sei das optimale System für den Anwender."

Weitere Aufgaben des Zentrums: Erarbeitung von Forderungskatalogen, Ausarbeitung von Markt- und Systemübersichten und die Pflege sowie die Erweiterung von Standardpaketen und Spezialsoftware. Außerdem will man hier Tagesseminare für Führungskräfte veranstalten und Lösungsvorschläge zur Anbindung eines CAD-Systems an eine bereits bestehende DV-Anlage vorstellen. Bei allen ihren Aktivitäten soll das Hauptgewicht auf die Herstellerunabhängigkeit gelegt werden. Gewisse Grenzen seien seiner Arbeit allerdings gesetzt, gibt der Distracon-Chef unumwunden zu: "Es wird sicherlich nicht möglich sein, alle Systeme zu warten und zu pflegen, da besonders einige Großfirmen schon gut funktionierende Serviceleistungen durchführen." Außerdem werde das Zentrum in der Regel auch keinen Einfluß auf das Quellprogramm der Anbieter haben, wodurch sich ebenfalls Einschränkungen ergäben.

Finanzielle Unterstützung für den Aufbau und den Betrieb des Rheinländer Zentrums von öffentlicher Seite gibt es nicht. So fließen den Gummersbachern auch keine Geldmittel aus dem Anfang dieses Jahres geschaffenen Fond des Bundesministeriums für Forschung und Technologie zu, der speziell für die Ankurbelung von CAD-Forschungsvorhaben und -Implementierungen gedacht ist. Eine gewisse Bereitschaft zur Unterstützung hat laut Schween lediglich die regionale Industrie- und Handelskammer signalisiert, indem sie Mithilfe bei der Ausbildung von CAD-Konstrukteuren in Aussicht stellte. Er bedauerte es in diesem Zusammenhang, daß es bis dato keine Standards für das Berufsbild des CAD-Konstrukteurs.

Nach den Gründungen in München und dem Rheinland sollen im Rahmen des angesprochenen CAD-Gesamtkonzepts weitere Begegnungsstätten für CADIer unter anderem in Berlin, Frankfurt, in Friesland und an der Ruhr entstehen. Als offizielle gemeinsame Koordinations- und Anlaufstelle ist darüber hinaus die Schaffung einer Dachorganisation mit dem Namen "CAE-Consult" geplant. Schween, der sich in Anbetracht von erst rund 800 CAD/CAM-Systemen und fast 200 000 Fertigungsbetrieben recht optimistisch gibt, erklärt hierzu: "Diese übergeordnete Gesellschaft wird für en Markt nicht erkennbar sein und auch nicht selbst als Anbieter fungieren."