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06.04.1979 - 

Mikrocomputergesteuerte Aus- und Weiterbildung:

Hertie als Pionier der Lerntechnologie

DÜSSELDORF - Computerunterstützten Unterricht, "wie es ihn" - so die Eigenwerbung - "in dieser Form bisher noch nicht gegeben hat", werden ab sofort die 55 000 Mitarbeiter der Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH erhalten. Die Gerätekonfiguration Videorecorder/ Farbfernseh-Bildschirm, ergänzt durch einen Mikrocomputer, genannt Videomit 2000, schaffen die Voraussetzungen für ein Aus- und - Weiterbildungskonzept, das Hertie zusammen mit der MIT-Video-System GmbH (Wehrheim) speziell für sein dezentrales Unternehmen entwickelt hat. Dieses kostensparende Verfahren innerbetrieblicher Mitarbeiterinformation ist jedoch ebensogut für andere Unternehmen einsetzbar, so zum Beispiel für Banken, Automobilindustrie und Service-Unternehmen aller Art.

Das Videomit 2000 System besteht aus drei Komponenten, dem Farbfernseh-Monitor (beliebiger Bauart), dem Aufzeichnungsgerät (Sony U-matic Rekorder) und der MIT-Steuereinheit.

Sie verfügt über eine ASCII-Tastatur mit 53 alphanumerischen Zeichen für Textverarbeitung und programmierte Sondertasten. Sie enthält einen RAM- Arbeitsspeicher, in den die auf Videobändern residenten Lernprogramme eingespielt werden, und er faßt acht bis 64 KB. Das Betriebsprogramm des Systems, das eine äußerst einfache Bedienung ermöglicht, ist in Festspeichern (ROM) untergebracht. Gesteuert wird das gesamte System von einem Mikroprozessor.

Mit dem Videomit 2000 System werden alle 82 Häuser des Konzerns ausgerüstet. Jedes Gerät kann zu jeder beliebigen Tageszeit von Einzelpersonen und I Gruppen genutzt werden. Die technischen Funktionen des Systems treten für den Benutzer vollständig in den Hintergrund. Diese Kapazität reicht aus, um im Laufe eines Jahres sämtliche Firmenangehörige mehrmals Programme absolvieren lassen zu können (hundertprozentiger Durchsatz). Lernprogramme können innerhalb von ein bis zwei Wochen zur Verfügung gestellt und innerhalb weniger Tage von allen betroffenen Zielgruppen durchgearbeitet werden.

Gelernt wird im Dialog nach dem Prinzip der "Programmierten Unterweisung". Während die Videoaufzeichnung der Erkenntnis "Selbsterlebtes prägt sich besser ein" durch die Wirklichkeitsnähe ihrer Darstellung optimal Rechnung trägt, sperrt sie sich wie die Tonbandwiedergabe gegen die programmierte Unterweisung, weil die Bedienung zu kompliziert ist: Das Wiederauffinden früherer Lernschritte und der Sprung zu weiteren, wie sie die programmierte Unterweisung erfordert, ist auf herkömmlichen Geräten für audiovisuelle Kommunikation praktisch nicht mehr machbar.

Dieses Problem löst die neue, programmgesteuerte Abfragetastatur des Systems Videomit 2000. Nach dem Drücken der Starttaste wird das Video-Programmband automatisch aus jeder, beliebigen anderen Position in die Startstellung gebracht und gestartet. Zu Beginn erhält der Lernende die ersten Informationen anschaulich und in Handlungen gepackt über einen Video-Farbfilm. So sieht er, hört er und nimmt aktiv an Handlungsabläufen teil. Nach dem Informations-(Lehr-)Teil erscheinen die Fragen auf dem Bildschirm. Je nach Methode der Frage werden dem Lernenden mehrere Antworten zur Auswahl gestellt (Multiple-Choice), er antwortet "A" oder "B" oder "C" etc. oder es können auch mehrere Antworten richtig sein.

Der Preis des ganzen, einsatzbereiten Systems ohne Lernprogramm beträgt 14 000 Mark. Bei der gängigen Umrechnungsmethode auf Monatskosten (ein Fünfzigstel bis ein Vierzigstel) entspräche dieser Preis 280 bis 350 Mark monatlich.

Die Programmproduktion wird erleichtert dadurch, daß der Programmautor dabei aktiv mitarbeiten und das Ergebnis laufend überwachen und korrigieren kann. Hier arbeitet Hertie erfolgreich mit der Schwester der MIT-Video-System GmbH, der MIT-Video-Film GmbH, zusammen.

Die Kosten, die über die für eine normale audiovisuelle Produktion hinausgehen betragen gegenwärtig 1000 bis 2000 .Es sind dies einmalige Kosten für die Programmierung des Mikroprozessors. Sie verteilen sich also auf die Anzahl der Kopien. Innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate wird aber auch ein sogenanntes "Betriebssystem" fertiggestellt, das die Programmierung des Mikroprozessors von Videomit 2000 wesentlich vereinfacht.

Informationen: MIT-Video-System GmbH, Im Erlenbruch 2, 6393 Wehrheim 1, Tel.: 0 60 81/90 11