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Integration verschiedener Rechner und Protokolle


04.10.1991 - 

Heterogene Vernetzung erfordert modulare Hersteller-Konzeption

Ein Standardangebot aus dem Shop um die Ecke hilft einem Anwender, der den Aufbau einer heterogenen Verbundlösung im Auge hat, nicht weiter. Die richtige Adresse für ihn ist vielmehr ein DÜ-Spezialist, der, wie Claus Rosenthal* am Beispiel von Racal-Milgo aus Neu-Isenburg beschreibt, ein Konzept zur Integration verschiedener Rechner, Betriebssysteme und Protokolle bereithält.

Meistens fängt der Wunsch nach Vernetzung damit an, daß in einem Unternehmen mehrere PCs miteinander verbunden werden sollen. Normalerweise kann sich der Anwender hierfür mit Standardprodukten aus dem Regal des nächsten PC-Shops oder Fachhändlers ausrüsten. Die gängigsten dieser LANs stammen von Novell, 3Com oder IBM. Mit der Einbindung von PCs in ein lokales Rechnernetz (LAN) ist jedoch die Kopplung von DV-Systemen innerhalb eines Unternehmens noch lange nicht abgeschlossen.

Die LANs pflegen zu wachsen

Im Gegenteil: LANs sind eher einem ersten Einstieg in die uneingeschränkte Funktionalität der Datenkommunikation zwischen Rechnern aller Klassen gleichzusetzen. LANs pflegen bereits kurz nach ihrer Installation mehr oder weniger stark zu wachsen. Außerdem entsteht alsbald der Wunsch des Anwenders, über die PCs auch auf die Daten in anderen Fachabteilungen oder Hosts zuzugreifen. Das betrifft sowohl den lokalen, als auch den Remote-Bereich. Um derart übergreifende und komplexe Kommunikationswege aufzubauen, bedarf es in der Regel eines DÜ-Spezialisten mit großer Geräte- und Dienstleistungspalette sowie einem über zeugenden Vernetzungskonzept.

Dem Aufbau komplexer Kommunikationsnetze gehen umfangreiche Analyse- und Vorarbeiten voran. Bei mittleren bis größeren Projekten liegen zwischen dem ersten Kundengespräch und dem Auftragsabschluß durchschnittlich drei bis sechs Monate voller beratender und analytischer Tätigkeiten. In dieser Zeit untersuchen Fachleute des Dienstleisters den Vernetzungsbedarf des Kunden und legen eine detaillierte Feinplanung vor.

Lokale Rechnernetze gehören bei diesen Projekten zumeist zu den kleineren Problemlösungen. Mehr und mehr werden Verbundlösungen zwischen unterschiedlichen Endgeräten mit divergierenden Betriebssystemen und Datentransportprotokollen gefordert. Hinzu kommen weitere Forderungen; so müssen heute bereits Unix-Server in komplexe Nicht-Unix-Umgebungen eingebunden werden.

Speziell auf die sich im Rahmen einer heterogenen Vernetzung ergebenden Belange ist beispielsweise das Racalan von Racal Milgo zugeschnitten. Aus diesem Systembaukasten kann sich der Rechnernetz-Designer die für seine Kundenlösung passenden Elemente heraussuchen. Dazu zählen neben den Komponenten für die Terminal-Vernetzung oder den bekannten Standard-LAN-Betriebssystemen auch Access-Produkte, Sternkoppler, Bridges, Router, Gateways und System-Module für das Netzwerk-Management. Hinzu kommen unterschiedliche Kommunikations-Hardwaresysteme wie Modems, Multiplexer, X.25-Systeme, Schnittstellenvervielfacher und anderes mehr.

Das Racalan basiert auf den Grundsätzen uneingeschränkter Interoperabilität. Alle Standardprotokolle und Datenendgeräte werden trotz unterschiedlicher Routinen beziehungsweise Betriebssysteme als gleichberechtigte, kommunikationsfähige Teilnehmer innerhalb des Netzes behandelt. Sollen zum Beispiel PCs auf die Daten in anderen Fachabteilungen oder in anderen Hosts zugreifen können, werden hierfür Bridges und Gateways installiert. Im lokalen Bereich übernehmen Standardprodukte wie Ethernet und Token-Ring die Kommunikationsverbindungen. Müssen Verbindungen nach außen aufgebaut werden, so sieht das Racal-Konzept hierfür Streckenführungen über private oder postalische Netze (WAN) vor.

Im PC-Vernetzungsbereich ist das bisherige Kommunikations "Monopol" von MS-DOS gebrochen worden. Heute und zukünftig müssen daher zusätzliche Protokolle, wie TCP/IP aus der Unix-Welt und IPX aus der Novell-Umgebung gleichberechtigt berücksichtigt werden. Hierfür werden Gateways, das heißt intelligente Karten mit eigenem RAM-Speicher eingesetzt, die TCP/IP und IPX innerhalb eines LANs konvertieren. Racalan bietet auch Brücken- und andere Integrationsprodukte für die Datenkommunikation. Dabei handelt es sich um intelligente Komponenten aus der Produktpalette von Interlan, einer Racal-Tochter.

Diese Komponenten werden je nach Netz-Layout- und Topologie in die Netz-Lösung eingefügt: PC-Karten, alle Busarten, unterschiedliche Softwarelösungen für Terminal-Server, Bridges sowie intelligente Systeme mit Sternkoppler-Prinzip für eine nahezu unbegrenzte Vernetzung.

Komplexe Rechnernetze wachsen nicht nur hinsichtlich ihrer zunehmenden Anzahl von Teilnehmerstationen. Immer häufiger entsteht beim Anwender der Wunsch, mehrere heterogene LANs innerhalb eines Unternehmens miteinander transparent zu verbinden. Auch für dieses Internetworking läßt sich der Systembaukasten sehr flexibel einsetzen. Dabei spielt es keine Rolle, ob lokale oder Remote-Netze verbunden werden sollen.

Sollen heterogene LANs, zum Beispiel Ethernet und Token-Ring gekoppelt werden, stehen Router zur Verfügung, die auf der dritten OSI-Schicht ablaufen. Auch bei Remote-Anbindungen gibt es einen Baustein: Mit der Eicon-Serie wird ein Gateway mit Datex-P-Anschluß angeboten, das die Verbindung zu den SNA-Hosts aufbaut.

Kleine LANs sind übersichtlich und müssen von keiner Zentrale aus gesteuert werden. Größere Rechnernetze mit angeschlossenen Remote-Firmenfilialen kommen jedoch ohne ein Steuerungs- und Kontrollsystem nicht aus.

*Claus Rosenthal ist freier DV-Journalist aus Mestelbrunn bei Aschaffenburg.