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24.10.2003 - 

Selektives Outsourcing steigt im Kurs

Heute gibt es kaum Verschnaufpausen für Europas IT-Manager

MÜNCHEN (kf) - Nach einem verhältnismäßig ruhigen Jahr 2002 hat heuer die Arbeitsbelastung der europäischen IT-Manager wieder zugenommen. Das ergab eine von dem Serviceanbieter Synstar International initiierte Studie, die regelmäßig untersucht, welcher Druck auf den Technikchefs lastet und was deren Hauptstressfaktoren sind.

Zum vierten Mal hat Synstar im Rahmen seines jährlich erhobenen "Pressure Point Index" (PPI) europäische IT-Manager gefragt, welchen Druck unterschiedliche Aspekte ihres Arbeitsalltags auslösen. Die 700 Umfrageteilnehmer wurden dazu aufgefordert, den einzelnen Faktoren einen Wert zwischen 1 ("no concern") und 3 ("worried") zuzuordnen. Dabei gilt: Je höher der daraus ermittelte "PPI-Faktor", desto größer die von den IT-Chefs wahrgenommene Belastung.

Nach den jüngsten Ergebnissen hat sich die Arbeitssituation der Chefinformatiker seit der letzten Erhebung im Herbst 2002 (siehe auch "IT-Manager haben weniger Stress", www.computerwoche.de/go/80110009) wieder verschärft: Der durchschnittliche Belastungspegel sein in diesem Jahr von 179 (2002) auf 198 gestiegen. Mit der zunehmenden Bedeutung des IT-Bereichs im Unternehmen ist es für die Technikverantwortlichen scheinbar schwerer denn je, Arbeit und Privatleben unter einen Hut zu bringen - so stieg der diesbezügliche PPI-Wert von 193 (2002) auf 201. 95 Prozent der Probanden arbeiten mehr als 37 Stunden pro Woche. 44 Prozent davon geben an, sogar mehr als 47 Stunden im Dienst ihres Brötchengebers zu verbringen. Das Gros der IT-Führungskräfte (83 Prozent) verfolgt die Sorge hinsichtlich ihrer Aufgaben bis in den Schlaf. Für nahezu 40 Prozent sind es die kaum zu bewältigenden Arbeitslasten, die sie nachts kein Auge zutun lassen.

Besonders zu schaffen machen den IT-Chefs Bedenken hinsichtlich Sicherheit (PPI = 224) und Stabilität (PPI = 195) der firmeneigenen IT-Systeme sowie unerfüllbare Ansprüche der Endanwender (PPI = 202). Zu den weiteren Herausforderungen gehört es, die IT-Strategie mit den Geschäftszielen in Einklang zu bringen (PPI = 205) sowie die Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit der Systeme zu gewährleisten (PPI = 211).

Dabei machen den Befragten die nach wie vor knapp bemessenen IT-Budgets das Leben schwer. Nach dem Motto "Do more with less" müssen 71 Prozent in den nächsten zwölf Monaten mit den gleichen oder geringeren Mitteln auskommen, gleichzeitig aber höheren Ansprüchen gerecht werden: Einerseits gilt es primär, den über die IT zu erzielenden Geschäftsnutzen zu erhöhen (das sagen 64 Prozent), andererseits hat die Reduzierung der Kosten oberste Priorität (25 Prozent).

Als beunruhigend empfinden Europas IT-Leiter die aufgrund des flauen Wirtschaftsklimas mageren Aussichten, Know-how in Sachen Projekt-Management aufzubauen. Ein Viertel der Befragten sehen diesbezüglich keine Chance, bis sich die Wirtschaftslage verbessert. 23 Prozent geben an, ohnehin zu stark in alltägliche "Feuerwehraufgaben" involviert zu sein, um Zeit für die Entwicklung strategischer Projekte zu erübrigen. "So verfügen die IT-Manager nicht über die notwendigen Fähigkeiten, um Wachstum und Strategie ihres Unternehmens zu unterstützen, sobald sich die Wirtschaft erholt", warnt Russell Flower, Director Managed Services bei Synstar.

Angesichts der angespannten Arbeitssituation freunden sich die Technikchefs anscheinend mit dem Outsourcing-Gedanken an. Zwar betrachten elf Prozent der IT-Verantwortlichen die klassischen Auslagerungsmaßnahmen immer noch als die stärkste Bedrohung für ihren Arbeitsplatz beziehungsweise ihr geistiges Eigentum (ein Drittel). Jeder zweite Umfrageteilnehmer ist jedoch der Meinung, die Auslagerung selektiver IT-Aufgaben eigne sich dazu, die Kosten zu senken, die Leistung zu erhöhen und mehr Zeit für die strategischen Aufgaben herauszuschlagen. Als potenzielle Outsourcing-Bereiche nennen die IT-Manager die Wartung der Infrastruktur (41 Prozent), den User-Support (21 Prozent) und das Personal-Management (neun Prozent). Die Kontrolle über ihre gesamte IT-Strategie würden allerdings nur acht Prozent in fremde Hände geben.

Abb: IT-Chefs unter Stress

Nach der Atempause im vergangenen Jahr lastet heuer wieder mehr Druck auf den Schultern der europäischen IT-Manager. Quelle: Synstar