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16.03.2001 - 

Recruiting-Chancen werden nicht ausgeschöpft

"Heutige Stellenannoncen beinhalten austauschbare Floskeln"

MÜNCHEN (CW) - Aktionismus prägt laut Personalberater Christian Pape die derzeitige Suche der Unternehmen nach IT-Fachkräften. Um Erfolge beim Recruiting zu erzielen, bedarf es nach seiner Ansicht mehr, als gewöhnliche Stellenannoncen zu schalten. Interaktive Spielereien und visuelle Spaziergänge zeigen, wohin der Trend geht: zu mehr Phantasie.

Der Expansionsdrang vieler IT-Firmen ist in diesen Zeiten ungebremst. Wenn ein Drei-Mann-Betrieb noch in diesem Jahr 1000 Leute rekrutieren will, ist das ein schwer zu realisierender Auftrag für die Pape Personalberatung GmbH. Denn im Bereich Informationstechnologie, E-Business und Call-Center sind laut Branchenverband Bitkom deutschlandweit 440000 Stellen zu besetzen.

Die Beratungsfirma bietet deshalb neben der klassischen Personalsuche Konzepte an, die Recruiting und Kommunikation verbinden. So sei es nicht entscheidend, dass man eine Anzeige schaltet, sondern wie man sie optisch und inhaltlich gestaltet. "Heutige Stellenannoncen beeinhalten austauschbare Floskeln und Jobprofile, die kein Mensch mehr liest", erklärt Geschäftsführer Pape. Der Fokus müsse zuerst auf die richtige, zum Bewerber passende Firmenkultur und dann auf den Job gelenkt werden. Dabei sei es erst einmal völlig egal, welche Skills gefordert sind.

Wichtig ist es, so Pape, dem Bewerber Einblicke in das Unternehmen zu gewähren. Die Internet-User sollen virtuell in der Firma spazieren gehen können. Auch Mitarbeiter-Statements oder interaktive Spielereien könnten den Blick hinter die Fassade ermöglichen. Ebenso kreativ soll die zielorientierte Suche des Kandidaten über das Internet ablaufen. Dazu will sich das Personalunternehmen an die Orte begeben, wo sich die Netzenthusiasten aufhalten, beispielsweise in Online-Foren, Newsgroups oder ähnlichen Zusammenschlüssen.

Schließlich muss der gesamte Rekrutierungsprozess für den Internet-Auftritt vorbereitet werden. "Wenn man zwei Wochen für Empfangsbestätigungen braucht, ist der Frust da", meint der Personalberater. Schnelle, kurze Wege seien daher von äußerster Wichtigkeit. Doch was nützen dem Bewerber Kreativität und prompte Erledigung, wenn er zuvor stundenlang seinen Lebenslauf eintippen muss, wie das bei vielen Jobbörsen der Fall ist. "Die Firmen warten darauf, dass der Kandidat zu ihnen kommt", meint Pape.

Pape rechnet daher in Zukunft mit einem steigenden Bedarf an Personaldienstleistungen. Derzeit rücke die Telekommunikation in den Vordergrund, die durch UMTS einen kräftigen Aufschwung erhalte. Auch das Einsteigen bei größeren Unternehmen sei wieder angesagt, denn die anfängliche Startup-Euphorie vor anderthalb Jahren sei einer gesunden Skepsis gewichen. "Damals wollten die meisten das große Risiko, jetzt sind die Bewerber sensibilisiert und beginnen zu hinterfragen." Nach Meinung des Personalberaters ist auf beiden Seiten noch viel Aufklärungsarbeit nötig.