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Oracles Raw Iron nimmt Gestalt an


05.02.1999 - 

Hewlett-Packard baut Windows-freie Intel-Server

MÜNCHEN (CW) - Hewlett-Packard (HP) ist möglicherweise der erste Rechnerhersteller, der die von Oracle gegen Microsoft gerichteten Datenbankrechner "Oracle 8i Appliance" verkauft. In den USA sollen die Server noch im Sommer dieses Jahres zum Preis von etwa 7500 Dollar auf den Markt kommen.

"Einige unserer Mitarbeiter konnten sich ein breites Grinsen nicht verkneifen", kommentiert Nick Earle, HPs weltweiter Marketing-Chef, firmeninterne Reaktionen auf die in doppelter Hinsicht ungewöhnliche Ankündigung. Mit HP stellt jetzt einer der treuesten Weggefährten von Microsoft einen Datenbank-Server her, der den Siegeszug der Gates-Company auf Abteilungsebene bremsen soll. Vor allem wegen des günstigen Einstiegspreises wird dort immer häufiger die "Back-Office"-Suite des Windows-Monopolisten und insbesondere die Datenbank "SQL Server" eingesetzt.

Das süffisante Lächeln der HP-Mitarbeiter bezieht sich aber auch darauf, daß der Betriebssystem-Kern für den Datenbankrechner vom Unix-Konkurrenten Sun kommt. HP installiert die Oracle-Software inklusive Betriebssystem-Kern auf den weniger leistungsstarken Intel-Rechnern "Netserver". Um die Zielgruppe der oft wenig an Technik interessierten mittelständischen Unternehmen zu erreichen, soll ein Gerät entstehen, das nur an das Strom- und Datennetz angesteckt zu werden braucht, um zu funktionieren. Für den Fall eines Verkaufserfolgs denkt HP auch an die Verwendung von performanteren Mehrprozessor-Maschinen.

Die Verträge mit Oracle sind nicht exklusiv. So haben sich, wie der Datenbankanbieter mitteilt, auch Sun, Dell und Compaq - wenn auch ohne konkrete Daten - bereit erklärt, die als "Raw Iron" (unbearbeitetes Eisen) propagierten Systeme auf den Markt zu bringen. Auch beim Betriebssystem-Kern für die Datenbankmaschine sind noch mehrere Plattformen, darunter das Freeware-Unix Linux,in der Diskussion.

Oracle möchte mit seiner Datenbankmaschine den Markt für "schlanke Server" öffnen. Die Anwender sollen durch geringen Wartungsaufwand, einfache Bedienbarkeit und niedrige Preise für die Idee gewonnen werden. Erste Bewährungsproben hat dieses Konzept bereits im Internet bestanden, für das immer mehr Hersteller preisgünstige Web-Server auf Basis von Freeware-Software wie Linux und der Web-Server-Software "Apache" verkaufen. Bislang waren günstiger Preis und einfache Bedienbarkeit die Argumente, mit denen Microsoft den Markt für Betriebssystem-Server und Server-Datenbanken eroberte.