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01.03.2005

Hewlett-Packard bekennt hausgemachte Probleme

Manager räumen Fehler im abgelaufenen Geschäftsjahr ein.

Sowohl im Speicher- als auch im PC-Geschäft hat Hewlett-Packard nach Meinung internationaler und deutscher Manager Fehler gemacht. Diese werde man jetzt ausbügeln. HPs Executive Vice President Mike Winkler, der unter anderem für das weltweite Marketing verantwortlich ist, sagte anlässlich eines von Goldman Sachs veranstalteten Technology-Investment-Symposiums, er erkenne "selbst verschuldete" Probleme im Speichergeschäft. Zum einen "haben wir es versäumt, unsere Produkte aufzufrischen." Zum anderen habe HP nicht rechtzeitig mit Produkten am Markt auftreten können. Grund hierfür: Wichtige Leistungsträger im Speichergeschäft hätten das Unternehmen verlassen. Stattdessen seien Generalisten eingestellt worden, die die Speicherprodukte verkaufen sollten. Man habe aus diesen Fehlern gelernt und heuere nun wieder Experten für das Massenspeicherthema an.

Winkler äußerte sich außerdem zur Nachfolge von Carleton Fiorina. Er zog hierzu Vergleiche zur IBM in der Krisenphase zu Beginn der 90er Jahre. Seinerzeit sei Big Blue in einem wesentlich schlechteren Zustand gewesen als HP momentan. Mit Louis Gerstner habe sich das Blatt gewendet. Solch ein Firmenlenker wäre jetzt auch für sein Unternehmen sehr wichtig. Er müsse sich durch starke Führungsqualitäten im Tagesgeschäft auszeichnen.

Anlässlich der Präsentation der Geschäftsergebnisse der HP-Deutschland GmbH kamen ähnlich kritische Worte zu einzelnen Produktbereichen auch vom deutschen Management. So sagte Stephan Wippermann, Geschäftsführer der Hewlett-Packard GmbH und als Vice President verantwortlich für die Personal Systems Group, das Geschäft im Notebook-Segment habe ihm "keine Freude bereitet. Hier haben wir viel Marktanteil verloren." Während der Markt insgesamt ein zweistelliges Wachstum verzeichnete, "sind wir zwar auch zweistellig gewachsen, aber leider mit negativem Vorzeichen", klagte Wippermann.

Hier verschlief das Unternehmen offensichtlich Markttrends. Wippermann sagte gegenüber der computerwoche, HP habe beispielsweise im Niedrigpreissegment nicht mit einem adäquaten Angebot mithalten können. "Wir waren aber auch nicht bereit, höherwertige Produkte zu einem stark reduzierten Preis anzubieten." Konsequenz sei, so der Manager weiter, dass die komplette kommerzielle Notebook-Palette durch neue Produkte ausgetauscht werde.

Mit den Perspektiven von HP beschäftigte sich Uli Holdenried, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hewlett-Packard GmbH. Er machte deutlich, dass eines der vorrangigen Ziele von HP Deutschland sei, ein stimmiges "Go-to-Market"-Modell zu entwickeln, also Produkte schnell und erfolgreich am Markt zu platzieren. Hierzu habe das Unternehmen im Mai 2004 die Customer-Solutions-Organisation samt einem neuen Management aus der Taufe gehoben. Dieses Modell voranzutreiben sei eine der wichtigsten Aufgaben in diesem Jahr.

HP hatte im vergangenen Jahr den Unternehmensschwerpunkt Richtung IT-Dienstleistung ausgerichtet: Im April 2004 kaufte der Konzern Triaton, die IT-Tochter von Thyssen-Krupp, und übernahm zudem deren 2000 Mitarbeiter. Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres (Beginn: 1. November 2004) übernahm HP zusammen mit einem Outsourcing-Deal bei der West LB 350 IT-Spezialisten des Bankhauses. Zusätzliche Servicefachleute wechselten im Zuge eines weiteren Outsourcing-Abkommens mit der Carl Zeiss AG zum Computer- und Druckerhersteller. Holdenried sagte in diesem Zusammenhang, das Thema Dienstleistung sei für HP insofern von entscheidender Bedeutung, als sein Unternehmen auf diese Weise seine Sichtbarkeit und Relevanz beim Kunden erhöhen könne: "Mit Services geht das am besten." Er werde deshalb aber anderen Produktbereichen keine anspruchsloseren Vorgaben machen. (jm)