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21.04.2000 - 

Zweigleisig, bis IA-64-CPUs stark genug sind

Hewlett-Packard kündigt Prozessor PA-8700 an

MÜNCHEN (ls) - Mit der Ankündigung des neuen Risc-Prozessors "PA-8700" untermauert Hewlett-Packard seine derzeitige Parallelstrategie, sowohl Intels "IA-64"-Linie als auch die hauseigene "Precision Architecture" zu unterstützen.

Nein, die Ankündigung der CPU PA-8700 sei nicht Ausdruck einer Unzufriedenheit mit der Leistung des 64-Bit-Chips "Itanium" von Intel, dementiert Hewlett-Packard-Sprecher Klaus Hoeing etwaige Gerüchte. "HP hat sich zur IA-64-Technologie bekannt. Und das bleibt so." Den Itanium werde sein Unternehmen verwenden, "und zwar für Workstations, aber nicht für Server im Highend-Bereich".

Noch habe HPs eigene Chipentwicklung einen Leistungsvorsprung gegenüber Intels 64-Bit-Reihe. Die jetzt mit dem PA-8700 angekündigte nächste Generation der Risc-Prozessoren von Hewlett-Packard ist nach einer HP-Presseerklärung auch gegenüber Suns "Ultrasparc III" in Sachen Integer- und Floating-Point-Leistung überlegen.

Beim neuen Chip verwendet HP erstmals die Kupfertechnologie. Die kleinste Bauteilgröße misst 1,8 Mikrometer. Auf dem Chip ist ein Cache-Speicher mit 2,25 MB Kapazität integriert, 50 Prozent mehr als beim aktuell schnellsten HP-Chip "PA-8600" und der größte jemals auf einem Prozessor untergebrachte Zwischenspeicher. Er soll, auf 800 Megahertz getaktet, noch im ersten Halbjahr 2001 in neuen Workstations und Servern auf den Markt kommen.

Die Entwicklungslinie der Risc-Chips mit der Precision Architecture von Hewlett-Packard ist davon nicht berührt, ihr Ende steht fest. Es wird noch ein "PA-8800" erscheinen, mit dem Prozessortyp "PA-8900" soll die Reihe voraussichtlich im Jahr 2002 auslaufen. Bis dahin fährt HP eine zweigleisige Prozessorstrategie, indem es auch Rechner mit Intel-64-Bit-Chips anbietet. Auf der diesjährigen CeBIT war, wenn auch weitab vom Hauptstand, der erste HP-Rechner mit einem Itanium-Prozessor zu sehen.

"Obwohl HP für die Zukunft auf IA 64 setzt, werden wir weiter Lösungen auf der Basis von PA-Risc liefern", stellt Scott Stallard, Vice President und Chef der Abteilung Business Systems and Technology, klar - und lässt sich ein Hintertürchen offen: "zumindest bis zum PA-8900". Laut Stallard soll den Kunden die Wahl gegeben werden, "wann sie auf IA 64 wechseln".

Nach dem deutschen Sprecher Hoeing geht es HP wohl auch um Konkurrenzfähigkeit in der oberen Leistungsklasse der Unix-Server: "Alle zwei Jahre bringt die PA-Reihe eine Verdoppelung der Leistung." So weit sei Intel mit seinen 64-Bit-CPUs momentan nicht. "Bis beide Prozessorsysteme gleich sind, wird Intel beim Itanium-Nachfolger McKinley sein."

Ein HP-Vergleich der Prozessorentwicklungsreihen sieht den PA-8700 leistungsmäßig zwischen dem Itanium und dem McKinley. Letzterer soll HPs nächster CPU PA-8800 gerade ebenbürtig sein. Erst gegenüber dem wahrscheinlich letzten HP-Risc-Chip 8900 soll Intels dritter 64-Bit-Prozessor "Deerfield" die Nase vorn haben.

Abb.: Eine Mikroprozessor-Roadmap von Hewlett-Packard zeigt, dass Intels 64-Bit-Prozessoren erst ab dem McKinley-Design als stark genug gelten. Quelle: Hewlett-Packard