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23.05.2003 - 

Konzepte erinnern an IBMs On-Demand-Strategie

Hewlett-Packard vertraut auf Adaptive Enterprise

MÜNCHEN (CW) - Mit Hilfe der Adaptive-Enterprise-Strategie wollen die HP-Verantwortlichen ihr Geschäft mit Unternehmenskunden auf Vordermann bringen. Der Hersteller schlägt dabei denselben Weg ein wie die Konkurrenten IBM und Sun.

Ein Jahr nach der Compaq-Übernahme präsentierten die HP-Strategen ihr Adaptive-Enterprise-Konzept, mit dem verloren gegangenes Terrain im Unternehmensgeschäft zurückgewonnen werden soll. Firmen sollen mit vorkonfigurierten Paketen ihre IT flexibel an geschäftliche Anforderungen und Veränderungen anpassen können. Geschäftsprozesse und die dahinter liegenden DV-Systeme würden künftig enger miteinander verzahnt, so die neue HP-Linie. "Das Ziel ist, eine standardisierte, modulare und integrierte Infrastruktur aufzubauen", gab HP-Chefin Carleton Fiorina die Richtung vor.

Um dieses Ziel zu erreichen, haben die HP-Manager kürzlich drei neue "Adaptive Enterprise Services" angekündigt. So sollen HP-Kunden mit Hilfe des "Agility Assessment Service" messen können, welche Rechenleistung einzelne Geschäftsbereiche benötigen. Für diese Methode hat HP gemeinsam mit Wirtschaftswissenschaftlern Geschäftsprozesse verschiedener Industriezweige untersucht. Dabei wurden Parameter wie Zeit, Reichweite und Handhabung als entscheidende Faktoren für Veränderungen und deren Auswirkungen auf die Prozesse identifiziert. Nur Dinge, die sich messen lassen, können verbessert werden, erläuterte Ann Livermore, Leiterin der Servicesparte bei HP. Viele Unternehmen hätten bislang keine Idee, wie sich die Effizienz von Veränderungen im laufenden Geschäftsbetrieb messen lasse.

Mit Hilfe des "Adaptive Application Architecture Service" sollen Anwender in Zukunft ihren Softwarebestand effektiver verwalten können. Die Verantwortlichen versprechen eine kleinere Zahl an Applikationen und damit einen geringeren Aufwand für Integration und Schnittstellen. Eine wichtige Rolle soll dabei HP-Partner Bea Systems mit seinen Middleware- und Web-Services-Angeboten spielen. Der Adaptive Network Architecture Service werde Kunden ferner erlauben, IT-Ressourcen wie Server- und Speicherkapazitäten zu virtualisieren und flexibel im Firmennetz zu verwalten und zu verteilen.

Dieses Versprechen soll HPs "Virtual Server Environment Solution" einlösen, zu dem eine verbesserte Version des unter HP-UX laufenden "Workload Manager" sowie eine in HPs Framework "Openview" eingebundene Selbstheilungssoftware gehören sollen. Administratoren könnten mit der Version 2.1 des Workload Manager Parameter für die Leistungsansprüche jeder im Netz verfügbaren Applikation definieren. Das Tool werde eng mit anderen Virtualisierungsfunktionen von HP wie Partitionierung, Clustering und Capacity on Demand zusammenarbeiten, kündigte Nora Denzel, Senior Vice President für HPs Softwareeinheit, an. Die Selbstheilungs-Features in Openview sollen Fehler in IT-Systemen automatisch aufspüren, alle dazu relevanten Daten sammeln, analysieren und an die Administratoren weiterleiten. Wie sich die HP-Verantwortlichen das virtualisierte Rechenzentrum der Zukunft vorstellen, sollen die Utility-Data-Center- (UDC-)Installationen in den HP-Laboren im kalifornischen Palo Alto und dem englischen Bristol zeigen.

Neben den Services und Produkten will HP künftig zehn fertige Lösungspakete anbieten, die sich aus Hardware, Software, Dienstleistungen sowie Produkten von Partnern zusammensetzen. Sechs dieser Offerten sollen Kunden dabei helfen, ihre IT-Infrastrukturen beweglicher zu gestalten. Dazu zählen aus HP-Sicht Themen wie Integration, Security, IT-Konsolidierung, Business Continuity, Virtualisierung und IT-Management. Die vier weiteren Bundles erlauben HP zufolge eine effizientere Verwaltung von Anwendungen, On-Demand-Administration von Rechenleistung, Managed Services sowie integrierte Support- und Finanzierungslösungen.

HP-Chefin Fiorina stellt ihre Adaptive-Enterprise-Strategie unter das Motto von Darwins Evolutionstheorie. Laut der "Darwin Reference Architecture" überlebe nicht die stärkste oder intelligenteste IT-Spezies, sondern diejenige, die am ehesten dazu bereit sei, sich zu verändern. Allerdings hat HP viel Zeit dafür benötigt, sich auf die Wandlungen im Markt einzustellen. Während IBM für seine On-Demand-Strategie und Sun für N1 bereits seit Monaten bei ihren Kunden werben, haben die Kalifornier noch einiges aufzuholen. So versucht Fiorina, das HP-Angebot von den Offerten der Wettbewerber abzugrenzen. Unter Anspielung auf IBMs Auslagerungsgeschäft erklärt die HP-Chefin, es gebe für Anwender wenig Sinn, jemandem seine IT-Administration zu übertragen, der erkläre, IT sei schwer und nur mit Hilfe von magischen Ferngläsern und Elfenstaub zu verwalten. Allerdings ist auch HP nicht abgeneigt, über Outsourcing-Vereinbarungen die IT seiner Kunden zu übernehmen. So feierten die Kalifornier erst kürzlich einen drei Milliarden Dollar schweren Outsourcing-Vertrag mit Procter & Gamble.

Aus Sicht von Analysten steckt hinter den HP-Plänen bis jetzt mehr Marketing als wirkliche Innovation. So habe es nur wenig konkrete Produktinformationen anlässlich der Vorstellung der Adaptive-Enterprise-Strategie gegeben, kritisiert Nathan Brookwood von Insight 64. Etwas gnädiger urteilt Bill Martorelli, Vice President bei Forrester Research: Diese Dinge müsse man langfristig betrachten. Wer sich als hochrangiger IT-Anbieter im Markt etablieren möchte, müsse zuerst eine Roadmap veröffentlichen. Was HP daraus mache, bleibe abzuwarten. (ba)