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Schwerer Schlag gegen HP-Chefin Carleton Fiorina


16.11.2001 - 

Hewlett und Packard sagen Nein

MÜNCHEN (CW) - Sowohl David Packard als auch Walter Hewlett, Söhne der Firmengründer von Hewlett-Packard, haben sich gegen die Fusion ihres Unternehmens mit Compaq ausgesprochen. Auch zwei Stiftungen des Hewlett-Zweigs, die insgesamt fünf Prozent der HP-Aktien kontrollieren, verweigern ihre Zustimmung.

Mit dem Veto von Walter Hewlett und David Packard gegen die geplante Übernahme von Compaq steht die Zukunft des Deals und damit indirekt auch die der Konzernchefin Carleton "Carly" Fiorina in Frage. Walter Hewlett äußerte seine Bedenken im Namen seiner gesamten Familie sowie zweier Stiftungen (William Hewlett Revocable Trust, William and Flora Hewlett Foundation), die zusammen mehr als 100 Millionen oder rund fünf Prozent der HP-Aktien halten. Der Merger mit Compaq setze HP verstärkt dem "brutalen, niedrigmargigen PC-Geschäft" aus und werte gleichzeitig das lukrative Druckergeschäft ab, begründete Hewlett seine Ablehnung.

Schlechtes Geschäft"Ein schlechtes Geschäft", meint Hewlett Junior. "Je eher es endet, desto besser." Anfang September hatte Hewlett, der noch im Verwaltungsrat des Konzerns sitzt, dem Geschäft, wenn auch etwas widerwillig, noch zugestimmt. Seinen Sinneswandel begründete er mit der aktuellen Wirtschaftslage, Compaqs düsteren Prognosen sowie wachsenden Bedenken angesichts der Komplexität der anstehenden Integration.

David Packard, der sich 1999 aus der Chefetage von HP verabschiedet hatte, weil er gegen die Ausgliederung des auf Mess- und Medizintechnik spezialisierten HP-Geschäftszweiges Agilent war, schloss sich der Sicht von Walter Hewlett an. "Ich stimme all dem zu, was Walter gesagt hat", erklärte der 61-Jährige. Auch das Packard Humanities Institute (besitzt 25 Millionen Aktien) werde gegen die Fusion mit Compaq stimmen.

Packard sprach allerdings nicht für seine Schwester Susan Packard Orr und die David and Lucile Packard Foundation. Deren Geschäftsführer George Vera erklärte, man habe noch keine Entscheidung gefällt. Die Packard-Familie besitzt aktuellen Pflichtveröffentlichungen zufolge insgesamt noch rund zehn Prozent von HP.

Einen Schlag ins Gesicht bedeuten die Entscheidungen der Gründerfamilien für Carly Fiorina, die den Deal gemeinsam mit Compaq-Chef Michael Capellas eingefädelt hatte. "Ich habe viele Dinge unterstützt, die sie gemacht hat, aber Compaq ist nicht der richtige Partner für HP", erklärte Hewlett. Das HP-Management selbst bedauerte in einer Stellungnahme die Entscheidungen und erklärte, man wolle dennoch an den bisherigen Plänen festhalten.

"Ein herber Schlag für Fiorina", kommentierte Sunil Reddy, Portfolio-Manager bei Fifth Third Bancorp. "Wenn solch wichtige Aktionäre opponieren, wird das Geschäft schwerlich durchgehen." Sein Unternehmen hält 1,5 Millionen HP-Anteile und will nun ebenfalls gegen die Fusion votieren. "Das bedeutet das Aus für den Deal", glaubt auch Kollege Toni Sacconaghi von Sanford Bernstein.

Mittlerweile hat HP auch ein Treffen mit Wirtschaftsanalysten abgesagt, das auf den 5. und 6. Dezember 2001 angesetzt war. HP teilte mit, dass diese Entscheidung schon gefallen sei, bevor die Mitglieder der Familie von Hewlett und Packard ihre ablehnende Haltung zur Fusion mit Compaq bekannt gegeben hatten. Man wolle erst noch weitere Details über den geplanten Zusammenschluss der Firmen sammeln.

Dass HP-Chefin Fiorina der Wind zunehmend ins Gesicht bläst, zeigt auch die Tatsache, dass Walter Hewlett die Firma MacKenzie Partners mit der Vertretung seiner Interessen beauftragt hat. MacKenzie Partners ist ein Unternehmen, das bei Übernahmen von Firmen sowie bei Verhandlungen über die Bewerbung um Stimmrechtsvollmachten aktiv wird. (jm)