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13.07.1984 - 

Unbehagen im gehobenen Management:

Hierarchie-Konzept macht System labil

MÜNCHEN - Beschleunigt sich verändernde Märkte, Technologien und Bedürfnisse der Mitarbeiter lassen zunehmend Zweifel daran aufkommen, ob die meisten Unternehmungen, Verwaltungsbetriebe und Institutionen in ihrer gegenwärtigen, historisch gewachsenen Form der hierarchisch gegliederten Datenverarbeitung jene Sicherheit, Flexibilität und Transparenz der Informationsverarbeitung besitzen, mit deren Hilfe den Anforderungen der Zukunft entsprochen werden kann.

Diese Zweifel werden immer hörbarer vor allem von Mitgliedern des gehobenen Managements geäußert. Unbelastet von den Niederungen täglicher Sorgen und Nöte der DV-Mitarbeiter und Verantwortlichen artikuliert sich Unbehagen. Inwieweit sich diese mehr unterschwellige Kritik objektivieren läßt, soll ein Beispiel aus der Praxis versuchen.

Ein Unternehmen mit hoher Wachstumsrate betreibt an verschiedenen Standorten Fabrikationsstätten und Niederlassungen. Es ist ein der organisatorischen Struktur adäquates - hierarchisches Datenverarbeitungssystem installiert. Die bisher gemachten Erfahrungen münden in nachstehende Beurteilung.

- Der durch das hohe Wachstum erforderliche dauernde Anpassungsprozeß verursacht auf allen Ebenen des Systems aufwendige Umstellungen. Da die Kapazität einzelner Systembausteine nicht beliebig erweiterbar ist, müssen einzelne Komponenten in kurzen Zeiträumen ausgetauscht werden. Die damit verbundenen Probleme im Bereich Betriebssysteme und Anwendungssoftware verursachen hohe Investitionen und binden Mitarbeiter, die für Softwareentwicklung dringend gebraucht werden.

- Die Anwender in den Fachbereichen beklagen die Monofunktionalität der zur Verfügung gestellten Ressourcen. Änderungen der Aufgabenstellung können nur mit großer zeitlicher Verzögerung realisiert werden und erfordern partielles DV-Fachwissen der Mitarbeiter.

- Da die Kommunikation der einzelnen Systemelemente (beispielsweise Peripherie A 1.2 zu Peripherie B 1.3) nur über das Hauptsystem führt, fallen hohe Reaktionszeiten an.

- Direktverbindungen zwischen einzelnen Ressourcen innerhalb unterschiedlicher hierarchischer Ebenen können nicht realisiert werden.

- Die Systemsicherheit ist durch die strenge hierarchische Gliederung und die Fixierung auf ein zentrales Hauptsystem labil.

- Insgesamt ist das System mit hohen Sprung- und Betriebskosten belastet.

Aus der Erfahrung resultiert ein Wunschkatalog an ein zukünftiges System mit der Vorgabe, daß das installierte Hauptsystem weiter verwendet wird.

An einigen Lokationen sollen lokale Netzwerke für einen Rechnerverbund installiert werden. Die Eigenschaften des LAN müssen beinhalten:

- Einheitliches Betriebssystem in allen Ausbaustufen.

- Praktisch unbegrenztes Wachstum in den einzelnen LANs.

- Multifunktionale Arbeitsplätze

- Einfachste Mensch-Maschine Kommunikation.

- Der Zugriff auf alle Ressourcen von allen LANs und deren multifunktionalen Arbeitsplätzen muß gewährleistet sein.

- Bei Ausfall einer Komponente innerhalb eines oder mehrerer LANs muß das System ohne Störung weiterbetrieben werden können.

- Neben Datenverarbeitungsfunktionen und Textverarbeitung, Tabellenverarbeitung und elektronische Post, Telex und Teletex soll ein geeignetes Retrievalsystem zur Verfügung stehen, ebenfalls alle gängigen DFÜ-Prozeduren.

- Diese Funktionen müssen an einem Arbeitsplatz zur Verfügung stehen.

Ziel dieser Vorgaben ist die problemlose Ausbaubarkeit ohne praktische Einschränkungen, die einfache Verlagerung der Systemkomponenten in eine andere Lokation und die Anpassung der notwendigen Investitionen synchron mit den Erweiterungen ohne Sprungkosten.

*Walter Drzmisek, Leiter Organisation und Betriebswirtschaft, Datapoint GmbH, München/Gräfelfing