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03.11.1995

Hiesige Dependance fuegt sich der US-Zentrale Deutsche IBM loest sich vom dezentralen Ansatz

MUENCHEN (sc) - Die IBM Deutschland GmbH strafft ihre dezentrale Organisation. Das Mittelstandsgeschaeft, der Bereich Systeme und Netze, die Bildungsgesellschaft sowie die IBM Deutschland Systeme und Service Ost GmbH werden mit Wirkung zum 1. Januar 1996 der IBM Deutschland Informationssysteme GmbH zugeschlagen. Die Holding- Struktur abzuschaffen sei jedoch nicht vorgesehen, betont das Unternehmen.

Die Aufsplittung des DV-Herstellers in unabhaengige Unternehmen geht noch auf das Konto des ehemaligen Konzernlenkers John Akers, der Anfang der 90er Jahre weltweit mit der Dezentralisierung begann. Bei der deutschen IBM-Tochter wurde die Holding-Struktur mit Wirkung zum 1. Januar 1993 eingefuehrt - einerseits, um sich aus der Tarifbindung zu loesen, andererseits erhoffte man sich eine hoehere Transparenz der Kosten. Die fuenf Gesellschaften Informationssysteme GmbH, Entwicklung GmbH, Produktion GmbH, Systeme und Netze GmbH sowie die Bildungsgesellschaft mbH agierten fortan unter dem Dach der Holding-Gesellschaft IBM Deutschland GmbH. Die Erwartungen an diese Dachorganisation - mittlerweile wacht die Holding nicht mehr ueber fuenf, sondern ueber 20 deutsche Tochterfirmen - haben sich erfuellt, berichtet die deutsche Tochter des DV-Konzerns aus Armonk.

Akers' Nachfolger Louis Gerstner begann mittlerweile jedoch mit dem erneuten Umbau des Unternehmens. Seit Anfang des Jahres wird zum Beispiel der frueher weltweit geografisch organisierte Vertrieb nach Branchen ausgerichtet.

Big Blue reorganisiert nicht nur nach Branchen und strafft das Berichtswesen, der Konzern ist offenbar auch dabei, sein Servicegeschaeft umzustrukturieren, berichtet die Marktforschungsgesellschaft Input. "IBM will mehr loesungsorientierte Services anbieten, um damit gegen Unternehmen wie EDS konkurrieren zu koennen", erklaert Input-Analyst Paul Conolly. "Das Unternehmen versucht, sein Image einer produktorientierten Firma loszuwerden und statt dessen als Anbieter von kompletten, produktunabhaengigen Loesungen aufzutreten."

Dieser Entwicklung schreiben Branchenkenner die nun angekuendigte Eingliederung mehrerer Toechter in die IBM Informationssysteme GmbH zu. Betroffen sind die IBM Deutschland Mittelstand GmbH, IBM Deutschland Systeme und Netze GmbH und IBM Bildungsgesellschaft mbH sowie die nach der Wiedervereinigung gegruendete IBM Deutschland Systeme und Service Ost GmbH. Auch die ebenfalls zu diesem Zeitpunkt ins Leben gerufenen Dienstleistungsfirmen CSD Computer System Dienste GmbH, CSP Computer Service Partner GmbH sowie WBI Weiterbildungsgesellschaft mbH sollen kuenftig als eine Gesellschaft am Markt agieren, deren Name einer IBM-Sprecherin zufolge allerdings erst noch gefunden werden muss.

Inwieweit die Anwender von der neuen Organisation tangiert sind, ist noch nicht auszumachen. Als Grosskunde aus dem Bereich Banken und Versicherungen, der ueber alle Systeme hinweg von einem Ansprechpartner betreut werde, spuere man von dem organisatorischen Umbau nichts, bemerkt der RZ-Leiter einer Versicherungsgesellschaft. "Umstrukturierungen machen sich bei uns in der Regel bemerkbar, wenn sich die direkten Kontaktstellen aendern", erklaert Reimund Stoecker, Informatik-Direktor bei der Alusingen GmbH, Singen. Fuer die Outsourcing-Kunden der Service- Gesellschaft Systeme und Netze hat der organisatorische Umbau nach Unternehmensangaben keine Auswirkungen, da sie ueber Betreibergesellschaften betreut werden. Was die Anwender mit blaugefaerbter Inhouse-DV betrifft, mag sich die deutsche IBM- Tochter offenbar noch nicht festlegen. "Die direkten Kontaktstellen bleiben vorlaeufig gleich. Falls sich etwas aendert, wird es den Kunden mitgeteilt", so Unternehmenssprecherin Christiane Hinze.

Veraenderungen ergeben sich durch die neue Organisation allerdings fuer die Geschaeftsfuehrer der betroffenen Gesellschaften, Juergen Schroeder (Systeme und Netze), Rolf Apitzsch (Bildung), Peter Kusenbach und Wilfried Daudt (Mittelstand), die zwar die Leitung der Divisions behalten, ihren Geschaeftsfuehrerstatus jedoch verlieren werden.