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20.10.1989 - 

Niedersachsen will Anreize für Investoren schaffen

Hilfe für Jungunternehmer

HANNOVER (CW) - Konzepte zur Förderung kleiner und mittlerer Jungunternehmen stellte der niedersächsische Minister für Wirtschaft, Technologie und Verkehr, Walter Hirche, in Hannover vor. Neue Finanzierungsmöglichkeiten sollen verhindern, daß chancenreiche Ideen nach einer bloß einmaligen Gründungsförderung im Ansatz stecken bleiben.

Funktionierender Technologietransfer und bedeutende Innovationen, so Minister Hirche, erfordern Kapitalgeber, die bereit sind, "als Geburtshelfer auch über längere Zeit tätig zu werden". Junge Unternehmen brauchten manchmal über die staatliche Projektförderung hinaus finanzielle Hilfe und Managerunterstützung, um die Durststrecke der ersten Jahre zu überbrücken.

Das Angebot an Finanzdienstleistungen der Kredit- und Versicherungswirtschaft habe sich in den letzten Jahren zwar erheblich verbessert, das risikotragende Beteiligungskapital reiche indes insbesondere für die mittelständische Wirtschaft bei weitem noch nicht aus. Mit neuen Konzepten sollen deshalb staatliche und private Initiativen sinnvoll kombiniert und der Risikokapitalmarkt weiterentwickelt werden, bis er sich weitgehend allein trägt.

Bürgschafts- und Kooperationsmodell

Die neuen Finanzierungskonzepte bauen auf den bisherigen Erfahrungen und dem bereits bestehendem Netzwerk von Institutionen und Dienstleistungen auf. Erarbeitet wird derzeit unter anderem das Konzept einer Mittelstandsbeteiligungsgesellschaft (MBG). Sie soll Klein- und Mittelbetrieben in den Bereichen Produktion, Handel und Dienstleistung risikotrangendes Eigenkapital bereitstellen.

Parallel hierzu will die niedersächsische Regierung Beteiligungsgesellschaften der Kredit- und Versicherungswirtschaft sowie Venture-Capital-Gesellschaften einen Anreiz bieten, sich an jungen Unternehmen zu beteiligen. Zwei Modellvarianten werden hierzu geprüft. Das Bürgschaftsmodell bietet dem Beteiligungsgeber eine bis zu 80prozentige Haftungsfreistellung.

Beim Kooperationsmodell übernimmt eine noch zu gründende Gesellschaft

Beteiligungen in bestimmter Höhe als stiller Gesellschafter junger Unternehmen. Voraussetzung hierfür ist, daß ein weiterer Beteiligungsgeber in mindestens gleicher Höhe einsteigt. Das Land übernimmt in diesem Fall Zuschüsse für Betriebskosten und Managmentbetreuung.

Ein nicht geringer Bedarf besteht nach Einschätzung Hirches auf dem Gebiet der

Weiterbildung und Qualifizierung von Unternehmern und Finanzmanagern. Großen Wert legt er daher mit einem neuen Konzept auf den praxisorientierten Lehransatz, der auf komplexe Managementaufgaben in kleinen und mittleren Unternehmen zugeschnitten ist. Im Zuge eines Pilotprojektes findet bereits Anfang 1990 der erste Kurs in Zusammenarbeit mit

Fortbildungseinrichtungen der niedersächsischen Wirtschaft statt.

Für die Förderung von FuE-Vorhaben in Klein- und Mittelbetrieben hat das niedersächsische Wirtschaftsministerium seit 1980 Zuschüsse in Höhe von rund 189,4 Millionen Mark gewährt. Etwa 90 Prozent der Projekte im Gesamtwert von rund 436 Millionen Mark wurden von kleinen und mittleren Unternehmen mit jeweils weniger als 300 Mitarbeitern realisiert.

Besondere Bedeutung kam dabei FuE-Programmen zu, die von den Betrieben in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen durchgeführt wurden: Auf sie entfielen mehr als zwei Drittel der Förderfälle. Gerade diese Kooperationsvorhaben tragen, so Hirche, wesentlich dazu bei, das Know-how wissenschaftlicher Einrichtungen der Wirtschaft zugänglich zu machen. +