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08.07.1988

Hilfsbereitschaft

Der oft zu hörenden Meinung, es gebe schon zu viele Anbieter-Vereine, muß einmal energisch widersprochen werden. Gewiß, die Meiereien der Eclats und Spags etwa haben den Anwendern bisher kaum etwas gebracht. Doch man wird träumen dürfen: von DV-Märkten ohne Maßregeln (Proprietary-Systeme und sogenannte De-facto-Standards), von Hersteller-Koalitionen, die sich dem Anwenderauftrag (Schutz der Investitionen) im Sinne des Königs Kunde verpflichtet fühlen. Und gemeint ist hier nicht, daß ein Kasperlkönig, dem der Durchblick fehlt, bei einer bestimmten Hardware- oder Software-Lösung bleiben muß, weil er (siehe: "Proprietary") gar keine andere Wahl hat.

Wie müßten die Prinzipien einer solchen Traum-Vereinigung aussehen? Vorschlag für Paragraph eins der Satzung: "Die Errichtung dieser ... ist die Antwort auf das drängende Verlangen nach einer offenen, vernünftigen und gerechten Vorgehensweise, um die Standards zu schaffen, die unsere Kunden verlangen und die ihre langfristigen Investitionen schützen."

Offen, vernünftig, gerecht: Diese Forderung unterstellt, daß es übermächtige Marktteilnehmer gibt, die sich nicht an die Spielregeln halten, die Verdrängungswettbewerb zu Lasten der Konkurrenten - und damit der Kunden - betreiben. Wer also vermeiden will, daß sich Quasi-Monopole bilden, der sollte Hersteller-Gemeinschaften unterstützen, die sich - der Not gehorchend - um den Anwender bemühen.

Solche Organisationen wären zu gründen. Uns fallen - im Traum - einige Beispiele ein:

Open Mainframe Foundation (OMF)

Das marktpolitische Bündnis von PCM- und BUNCH-Anbietern. Der Pakt müßte vorsehen, daß sich Fujitsu & Co. im Kampf gegen den Mainframe-Monopolisten IBM gegenseitig Hilfestellung leisten.

Open Communications Foundation (OCF)

In der OCF sollten alle Anbieter vertreten sein, die ihre Verbund-Aktivitäten durch den SNA-Standard beeinträchtigt sehen, weil diese geschlossene Architektur dem Mainframe-Monopolisten die Netzhoheit verschafft.

Open Database Foundation (ODBF)

Vereinigung der unabhängigen DB-Anbieter. Die Finanzierung der ODBF, die wegen der DB2-Dominanz des Mainframe-Monopolisten keine Profite erzielen kann, erfolgt durch Mitgliederbeiträge und Spenden der Anwender.

Open Personal Computer Foundation (OPCF)

Für alle PC-Clone-Anbieter, die der Mikrokanal-Politik der IBM mißtrauen. Mit OS/2 versucht der Mainframe-Monopolist, einen geschlossenen Standard gegen das Public-Domain-Konzept der MS-DOS-Welt durchzusetzen.

Open Applications Foundation (OAF)

Interessengemeinschaft der SAA-Gegner - noch ohne Etat. Mit der System-Anwendungs-Architektur geht der Mainframe-Monopolist voll auf Unix- und X/Open-Kollisionskurs. Vorsicht: SAA läßt SNA als harmlose Waffe erscheinen.

Doch genug geträumt. Das Offen-vernünftiggerecht-Prinzip (siehe oben) ist bereits in der Satzung einer Stiftung verankert. Der Name der "gemeinnützigen" Vereinigung: Open Software Foundation (OSF). Zu den Mitgründern gehört übrigens besagter Mainframe-Monopolist IBM.

Da kenne sich noch einer aus.