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25.11.1994

HIS befragt Jobeinsteiger nach Studium und Perspektiven Krise hat die Berufschancen von Informatikern kaum beeinflusst

HANNOVER (CW) - Junge Informatiker sehen ihre beruflichen Perspektiven etwa dreieinhalb Jahre nach dem Examen erheblich nuechterner als beim Berufsstart. Trotz Rezession hatten die Absolventen jedoch keine grossen Probleme, beruflich unterzukommen. Dieses Ergebnis erbrachte eine Untersuchung der Hochschul- Informations-System GmbH (HIS), Hannover.

Der Uebergang von Informatikabsolventen von der Hochschule in den Beruf ist in der Regel knapp fuenf Monate nach ihrem Studienabschluss vollzogen: Der Anteil der Informatiker, die fest in Lohn und Brot sind, betraegt dann nach HIS-Erhebungen bereits 80 Prozent. Eine vergleichbare "Erwerbstaetigenquote" erreichen die Ingenieure erst etwa ein Jahr nach dem Studienende.

Der Berufseinstieg beider Absolvententypen, also mit Fachhochschul- oder Universitaetsabschluss erfolgt fast ausschliesslich in der privaten Wirtschaft, mit Abstand am haeufigsten in der Softwareproduktion (FH 37 Prozent, Uni 32 Prozent).

Zweitwichtigste Einstiegsbranche fuer die FH-Absolventen ist die Elektrotechnik (14 Prozent). Bei den Universitaetsabgaengern spielt dagegen der Verbleib an der Hochschule oder das Engagement an einem sonstigen Forschungsinstitut eine sehr wichtige Rolle.

Dreieinhalb Jahre nach dem Examen sind laut Studie nahezu alle berufstaetigen Informatiker vollzeitbeschaeftigt. Positiv entwickelten sich auch die Einkommen in den ersten drei Berufsjahren: Anders als noch beim Berufsstart sind monatliche Bruttobezuege unter 4500 Mark die Ausnahme. Rund vier Fuenftel der Informatiker beider Abschlussarten geben dreieinhalb Jahre nach dem Studienabschluss ein Bruttoeinkommen von 5000 Mark und mehr an.

Dabei verfestigen sich in den hoeheren Einkommensgruppen die bereits bei Beginn vorhandenen Verdienstunterschiede. Demnach erzielen die Universitaetsabgaenger haeufiger als ihre FH-Kollegen Einkommen von ueber 6000 Mark im Monat (FH-Diplom 33 Prozent, Uni- Diplom 55 Prozent). Eine Schaetzung der Einkommensunterschiede zeigt aber, dass sie zwischen Informatikern mit FH- und Universitaetsdiplom geringer sind (250 Mark) als bei Ingenieuren (500 Mark).

Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten in den letzten drei Jahren sind etlichen Informatikern Zweifel an der Selbstverstaendlichkeit eines gesicherten Arbeitsplatzes gekommen. Nur elf Prozent der FH- und neun Prozent der Uniabsolventen sind heute zuversichtlicher als beim Berufsstart, jeweils etwa 40 Prozent aeussern Skepsis ob der Sicherheit ihres Jobs. Nichtsdestotrotz schaetzt ein Grossteil der Informatiker (FH-Diplom 79 Prozent, Uni-Diplom 68 Prozent) die Chancen auf einen gesicherten Arbeitsplatz und die Entwicklungsmoeglichkeiten als gut oder sehr gut ein.

Mit den meisten Aspekten ihrer Berufstaetigkeit sind Informatiker zufrieden. Rueckblickend bewerten sie allerdings zwei Gesichtspunkte ihres Berufslebens als besonders negativ. Deutlich unzufrieden sind vor allem Uni-Absolventen mit ihren Aufstiegschancen, FH-Informatiker kritisieren zusaetzlich noch den Mangel an Fortbildungsmoeglichkeiten.

Im nachhinein bewerten Informatiker ihr Studium aehnlich wie alle Absolventen hinsichtlich des erworbenen Grundlagenwissens als gut bis sehr gut. Deutlich seltener als Absolventen anderer Studiengaenge bekunden sie Maengel im Praxisbezug ihrer Ausbildung.

Von den berufsrelevanten Qualifikationen empfinden sie die Vermittlung fachuebergreifenden Denkens durch die Hochschule als besonders unzureichend (FH 55 Prozent, Uni 68 Prozent), aehnliches gelte fuer die Ausbildung von Organisations-, Kommunikations- und Teamfaehigkeit (42 bis 55 Prozent). Auch mit den Fremdsprachen stehen angehende DV-Experten auf Kriegsfuss. Immerhin 48,5 Prozent der Befragten gaben zu Protokoll, dass sie Defizite in diesem Bereich haben.

Bedenklich erscheint den HIS-Forschern schliesslich, dass relativ viele Informatiker das Wissen um die Folgewirkungen ihrer beruflichen Taetigkeit nicht als eine im Berufsleben relevante Qualifikation betrachten (FH 37 Prozent, Uni 46 Prozent).