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10.11.1989 - 

PCM-Konkurrent Comparex soll nicht benachteiligt werden, aber

Hitachi - Data Systems will das Europa-Geschäft forcieren

10.11.1989

MÜNCHEN (bk) - Die PCM-Szene muß sich an einen neuen Namen gewöhnen: Am 23. Oktober wurde aus der National Advanced Systems - besser bekannt als NAS - die Hitachi Data Systems.

Fortan segelt die ehemalige Großrechner-Division von National Semiconductor zu 80 Prozent unter japanischer Flagge und sieht sich jetzt schon im Aufwind. "Seit der Übernahme, so der Tenor des NAS-Managements, "wurde in jedem Monat ein neuer Verkaufsrekord aufgestellt."

Kein gutes Haar ließ die NAS-beziehungsweise jetzt HDS-Crew vor der Presse in München an ihrem bisherigen Eigentümer National Semiconductor.

Der Halbleiter-Riese aus Santa Clara hatte die NAS 1979 nach dem Erwerb des Großrechnervertriebspartners Itel Corp. gegründet mit dem Ziel, sich ein zweites Standbein zum Chip-Geschäft aufzubauen.

Die Kritik lautet: Zum einen habe die Gesellschaft um President Charles E. Sporck dem Chip-Geschäft immer wesentlich mehr Bedeutung beigemessen, während der Computerbereich nur nebenher gelaufen sei. Zum anderen aber habe NAS immer wieder die finanziellen Löcher von Natsemi stopfen müssen. Alfred Simmet, Leiter Geschäftsbereich Vertriebsunterstützung von HDS Deutschland: "Nie konnten wir unsere Erträge reinvestieren, immer mußten wir sie an National Semiconductor abführen. Die Kalifornier stützten damit ihr schwaches Kerngeschäft, uns aber blieb dadurch die Möglichkeit zum Wachstum versagt."

Jetzt aber sei die Rolle des Lückenbüßers nunmehr vorbei. Denn Hitachi Data Systems habe nicht nur finanzstarke Eltern im Rücken. Vielmehr komme der Computerproduktion innerhalb der Hitachi Ltd. eine sehr große Bedeutung zu. Simmet: "In den nächsten drei Jahren werden wir unsere Gewinne reinvestieren können. Dadurch werden wir wachsen und nicht von den wohlhabenden Eltern abhängig sein."

Die Ausgangsposition sei um so günstiger, da man nicht bei Null beginne, sondern bestehende Geschäftsbeziehungen fortgeführt und ausgebaut werden könnten. Ziel von HDS sei, in den kommenden zehn Jahren zehn Milliarden Dollar zu erwirtschaften.

Große Worte, denen die Taten indes erst noch folgen müssen. Denn der letzte Jahresumsatz von NAS (31. Mai 1989) belief sich nach eigenem Bekunden auf eine Milliarde Dollar, nachdem der PCMer vor allem in der ersten Jahreshälfte des Fiskaljahres 1988189 mit großen Absatzproblemen im amerikanischen Markt zu kämpfen hatte. Aufzumöbeln aber gilt es vor allem das Europa-Geschäft. Dort konnte NAS - die Märkte Frankreich und Großbritannien ausgenommen - bislang keine Bäume ausreißen. Gary B. Moore, der neue President und CEO von Hitachi Data Systems, äußerte in London denn auch die Hoffnung, daß bei Verbleib von NAS-Europa bei HDS diese bald wieder im die Gewinnzone zurückkehren werde.

Dies wiederum dürfte aber die Comparex Informationssysteme GmbH nicht so gerne sehen. Die Großrechner-Tochter von BASF und Siemens und OEM-Kunde von Hitachi hatte selbst monatelang versucht sich NAS-Europa einzuverleibe im September jedoch waren die Verhandlungen mit Hitachi endgültig gescheitert, und die Mannheimer müssen nun in Europa gegen ihren eigenen Rechner-Lieferanten antreten. Gary Moore betonte zwang Hitachi werde die HDS-Tochter bei Rechner-Lieferungen nicht bevorzugen oder ihr gar preisliche Vorteile einräume. Auch werde man nicht Comparex die Kunden abjagen, sondern diese vielmehr IBM oder Amdahl abspenstig machen.

Diese wohlgemeinten Worte aber kommen von einem Präsidenten, der in seiner Führungsarbeit von zweijapanischen Kollegen "frankiert" wird. Bemerkenswert zudem: Planung sowie Koordinierung der europäischen Aktivitäten fallen in den Zuständigkeitsbereich des Japaners Goro Sugama.