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11.09.1998 - 

"Schwerste Krise seit der Firmengründung"

Hitachi-Konzern fährt schlechtestes Ergebnis seit 50 Jahren ein

Auf einer Pressekonferenz mußte Hitachis Präsident Tsutomu Kanai das schlechteste Geschäftsergebnis seit mehr als 50 Jahren ankündigen. Die Aktien des Konzerns fielen daraufhin vergangene Woche um sieben Prozentpunkte. Für das Geschäftsjahr 1998/99, das zum 31. März 1999 endet, sei mit einem Verlust von 260 Milliarden Yen (etwa 3,2 Milliarden Mark) zu rechnen, so Kanai. Das Unternehmen sei in "die schwerste Krise seit der Gründung" im Jahr 1920 geraten. Im Mai 1998 war man noch von einem Gewinn in Höhe von 40 Milliarden Yen ausgegangen.

Die Gründe für das schlechte Abschneiden lägen in erster Linie in den dramatischen Preiseinbrüchen bei Halbleiter- und Elek- tronikprodukten sowie außergewöhnlichen Aufwendungen für Restrukturierungsvorhaben, so der Hitachi-Manager. Insbesondere das Geschäft mit DRAM-Speicherchips habe zu hohen Verlusten geführt. Noch im laufenden Geschäftsjahr sollen 4000 Stellen gestrichen werden. Das entspricht rund sechs Prozent der Belegschaft. Die Zahlungen an hochrangige Führungskräfte würden um bis zu 40 Prozent gekürzt; geplante Investitionen eingefroren. Darüber hinaus fährt der Konzern die Ausgaben für Forschung und Entwicklung um 30 Milliarden Yen zurück. Mit diesen Maßnahmen hofft das Management, die Fixkosten bis März 2000 um zehn Prozent oder 140 Milliarden Yen senken zu können. Längerfristig sei zudem geplant, die Sparte Unterhaltungselektronik zu verkaufen und die Entscheidungsprozesse im Rahmen von Profit-Centern zu dezentralisieren.

Schon vor der Verlustwarnung hatte das Unternehmen mitgeteilt, eine Halbleiterfabrik in den USA zu schließen und die bei- den Chip-Tochtergesellschaften Hitachi Semiconductor und Hitachi Micro Systems zu verschmelzen. Wie ein Sprecher zwischenzeitlich mitteilte, wird die Halbleiterproduktion in den USA gänzlich eingestellt. Die DRAM-Produktion soll auf Japan und Singapur konzentriert werden; andere Halbleiterprodukte wie Mikroprozessoren würden nur noch in Japan und Deutschland gefertigt.

Ähnliche Schritte hat unterdessen auch der Mitsubishi-Konzern angekündigt. Um Kosten zu sparen, soll die Produktion von 16 MBit- und 64-MBit-DRAMs in den Vereinigten Staaten aufgegeben werden.