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09.02.1979 - 

Deutsche Käufer wollen nicht nur spielen:

Hobby-Rechner gehen Branchen-fremd

MÜNCHEN - Der Hobby-Computer-Markt beginnt ein interessanter Markt für neue und etablierte Hersteller zu werden. Seit fast einem Jahr gibt es nun Hobbyoder Personal-Computer auf dem deutschen Markt, ein Vertriebsnetz hat sich für verschiedene Computertypen in den größeren Städten entwickelt und Hobby-Computer-Zeitungen, für die anscheinend auch ein Markt vorhanden ist, entstanden aus dem Nichts.

Mancher Käufer eines Computers stellte jedoch nach ersten Anfangsversuchen fest, daß ein Computer ohne vernünftige Programme und ohne vernünftigen Service, und sei er noch so preisgünstig, auf die Dauer kein Hobby sein kann, sondern nur Ärger bringt.

So haben sich kleine Geschäfte (auch Radio- oder Fernsehläden) des Hobby-Computers angenommen und diese "doch dem Fernseher sehr ähnliche Maschine" in ihr Angebot mit aufgenommen.

Ein Computer ist jedoch keine Stereo-Anlage und auch kein Fernsehgerät. Beim Anschalten erscheint auf dem Bildschirm nichts oder vielleicht die Aufforderung, nun mit dem Programmieren zu beginnen.

Viele der Käufer waren von den überaus reichlich angebotenen Spielprogrammen zuerst begeistert, jedoch ein Spiel, das 20- bis 30mal gespielt worden ist, verliert an Attraktivität. Jetzt wollte man die Daten seiner Freunde auf Kassette speichern, eine Haushaltsplanung durchführen, eventuell die Buchhaltung für einen kleinen Betrieb übernehmen. Man begab sich zu dem Verkäufer des Computers, stellte jedoch meist fest, daß er selbst nur wenig Ahnung von der Programmierung hatte und auch das Angebot an fertigen Programmen stark begrenzt war.

Hatte der Käufer dann eventuell noch Probleme mit dem anschließbaren Kassettenrekorder oder erschien auf dem Bildschirm kein Zeichen mehr, dann konnte er das Pech haben, bei einem Radiohändler auf verständnisloses Achselzucken zu stoßen. Verkaufen konnte er den Computer, reparieren nicht.

Ein Kenner des Marktes meint dazu: "Der deutsche Käufer des Hobby-Computers will mit seinem Gerät erst in zweiter Linie spielen. Er möchte es zudem immer im besten Zustand einsetzen, benötigt also einen einwandfreien Wartungsdienst und möchte gute fertige Programme einsetzen können. Er ist daher mit dem amerikanischen Hobby-Computer-Käufer nicht zu vergleichen, der benutzt seine Anlage tatsächlich überwiegend zum Spielen und zum Lösen kleinerer Probleme."

Klaus Jamin ist Professor an der Fachhochschule München