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IT-Arbeitsmarkt/Arbeitsmarkt: Dieses Jahr sind keine Wunder mehr zu erwarten


09.05.2003 - 

Hoch Qualifizierte dürfen hoffen

MÜNCHEN (hk) - Jeder Arbeitgeber, der noch einstellt, kann es sich leisten, nur die Allerbesten zu nehmen. Gesucht werden vor allem die Topspezialisten, die hundertprozentig ins Team passen würden. Nur: Die wollen ihren Arbeitsplatz nicht wechseln.

Wer in diesen Tagen einen Blick auf den IT-Stellenmarkt wirft, muss feststellen, dass es mehrere Wahrheiten gibt, die auf den ersten Blick so nicht zusammenpassen. Zum einen sind da die Vielzahl der Bewerber - zum Teil sehr gut ausgebildet -, die sich mit Lebensläufen und Anschreiben die Finger wund schreiben, und auf der anderen Seite Unternehmen, die behaupten, dass sie nach wie vor die von ihnen gesuchten Spezialisten nicht finden. Betrachtet man die Arbeitsmarktzahlen für die IT-Positionen aus der Sicht der Jobanalysten, sieht das Ergebnis ernüchternd aus. Denn die Zahl der ausgeschriebenen Stellen sank im ersten Quartal um rund 50 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Statistik lässt sich allerdings auch positiver interpretieren: Im Vergleich zum Vorquartal, also dem vierten des Jahres 2002, gab es ein leichtes Plus von elf Prozent. Hans Mitterholzer, zuständig für die Stellenauswertungen bei Adecco/EMC, erkennt noch keine eindeutige Trendwende. Er gibt zu bedenken, dass die Firmen im vierten Quartal immer die wenigsten Stellen ausschreiben. Hoffnung auf Besserung würden da eher die Zahlen aus der Industrie machen - hier ist der Jobrückgang nicht so stark wie in der IT-Industrie.

Laut Analyse von Adecco/EMC erschienen im ersten Quartal dieses Jahres nur noch 4387 IT-Stellenangebote in den untersuchten 40 Tageszeitungen und der CW, im Jahr zuvor waren es 8528 Offerten. Weniger dramatisch sieht die Entwicklung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für Fach- und Führungskräfte aus. Hier gingen die Jobofferten um 39 Prozent auf 33735 Stellen zurück.

Vertriebsexperten sind gefragt

Alle Branchen stellen weniger IT-Fachkräfte ein. Dramatisch ist der Schwund bei den Fi-nanzdienstleistern und der TK-Industrie. Hier ist ein Minus von über 50 Prozent zu verzeichnen. Im Maschinenbau, in der Elektronikindustrie und im Fahrzeugbau betragen die Rückgänge etwa ein Viertel gegenüber dem Vorjahr. Auch die größten Arbeitgeber für Computerfachleute, die IT-Beratungs- und Softwarehäuser, haben sich überdurchschnittlich stark zurückgehalten. Hier ist ein Minus von 60 Prozent zu verzeichnen.

Manche Berufe sind besonders stark betroffen. So gingen laut Adecco die freien Stellen für Datenbank- und Systemspezialisten von 1385 auf 594 zurück. Auch für Netzwerkspezialisten und Online-Experten brechen harte Zeiten an. Besser sieht es in der Anwendungsentwicklung und für CAD/CAM-Experten aus. Verkaufsprofis werden ständig gesucht, auch wenn dies nicht aus der Auswertung ersichtlich ist. Kenner des Marktes meinen, dass die Vertriebspositionen nicht so häufig in Zeitungen inseriert wurden und dass dies eine Domäne der Personalberater ist, die viele solcher Jobs vermitteln.

Silvia Eschbach von der Personalberatung Feige Business Advisors in Düsseldorf macht die Erfahrung, dass die IT- und TK-Branche nach wie vor Mitarbeiter einstellt. Spezialistenpositionen lassen sich noch immer gut besetzen, allerdings räumt sie ein: "Neue Stellen werden erst nach mehreren Budgetrunden genehmigt, und der Bewerber muss genau dann passen." Kompromisskandidaten, die in den vergangenen Jahren gelegentlich im Hauruck-Verfahren genommen wurden, hätten heute nicht den Hauch einer Chance. Ein Personaler meinte: "Bei den meisten Kandidaten, die einem im Gespräch gegenübersitzen, kann man sofort verstehen, warum sie ohne Job sind", will heißen, sie gehörten nicht unbedingt zu den Topleistungsträgern. Die meisten Guten säßen noch immer in ihren Unternehmen und warteten auf den Aufschwung. Zu unsicher seien die Zeiten, um den Arbeitgeber zu wechseln.