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21.07.1995

Hochgeschwindigkeits-Verfahren soll in privaten Haushalten Einzug halten Microsoft arbeitet an einem Betriebssystem fuer ATM-Netze

PARIS (IDG) - Desktop-Branchenprimus Microsoft will nun auch im ATM-Markt mitmischen. Denn nach Microsofts Vision wird in naher Zukunft das durchschnittliche Zuhause ein vernetzter Haushalt sein. Dabei versteht es sich fast schon von selbst, dass die hierzu notwendige Softwareplattform aus Redmond kommen soll.

Glaubt man den Worten von Tim Kwok, Chefentwickler fuer den Bereich Advanced Consumer Technology, so investiert Microsoft momentan Millionen Dollar in die Entwicklung einer Softwareplattform fuer ATM-basierte Breitbandnetze fuer Privathaushalte. Wie Kwok auf der Konferenz "ATM and the Broadband Future 1995" in Paris weiter ausfuehrte, plant die Gates-Company neben der Entwicklung eines Betriebssystems, das als Basis fuer die Breitbandnetze dienen soll, entsprechende Tools, um anderen Herstellern die Entwicklung von ATM-basierten Applikationen und Dienstleistungen wie Video on demand oder Home-Shopping zu ermoeglichen.

Um dieses Ziel zu verwirklichen, arbeitet Microsoft in Seattle bereits an einem Pilotprojekt mit der Tele-Communications Inc. (TCI). Im Rahmen des Versuches hat die Gates-Mannschaft ein verteiltes Betriebssystem entwickelt, das die Set-top-Boxen und Heim-PCs der Familien mit Diensten wie Video on demand oder Electronic Commerce verbindet.

Zwar waren sich alle Teilnehmer der Konferenz einig, dass ATM bisher noch ein weitgehend unerschlossener und daher zukunftstraechtiger Markt ist. Doch Kritiker wie Dan Arazi, Marketing-Vice-President bei Orckit Communications, geben zu bedenken, dass die ersten Anwender, die fuer eine entsprechende Nachfrage sorgen, nicht die Heimanwender sein werden, sondern kleinere Betriebe, die Applikationen benoetigen, wie sie sich heute beispielsweise in Sachen Videokonferenzen nur Grossunternehmen leisten koennen.

Ungeachtet aller Bedenken investiert Microsoft laut Kwok derzeit 100 Millionen Dollar in die Entwicklung einer ATM-Plattform. Ein entsprechendes Netz besteht dabei, so die Vorstellung in Redmond, aus Servern, die Dienste wie Home-Shopping bereitstellen und gleichzeitig die Verbindung zu den Sprachnetzen oder anderen Netzen wie dem Internet aufbauen. In den privaten Haushalten werden die Netzdienste an die jeweiligen Endgeraete wie interaktive Fernseher, Telefon oder Home Control, das Waschmaschinen und aehnliches Equipment, weiterverteilt.

ATM ist dabei die unverzichtbare Basistechnologie, denn, so der MS-Manager, kaum ein Anwender wird Reaktionszeiten akzeptieren, die laenger als zehn Sekunden sind. Um diese noetige Geschwindigkeit zu erreichen, sei der Einsatz von ATM selbst in den privaten Haushalten unverzichtbar. Genaue Angaben dazu, wann Microsoft mit einer Realisierung dieses Szenarios rechne oder wann das hierfuer vorgesehene Betriebssystem auf den Markt komme, machte Kwok nicht.