Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

25.11.1977

Hochgesteckte Ziele: Mit weniger Budget mehr leisten

Nach Ihren Budgets für 1978 befragte EDV-Leiter vermeideten Erstaunliches: Man wolle das Leistungsangebot - im Gegensatz zu früher - zumindest ohne Mehraufwendungen, im Idealfall gar mit niedrigeren Kosten, erheblich erweitern. Die Liste der geplanten Aufgaben, dieses Ziel zu erreichen, liest sich denn auch wie die Begleitunterlage zu einem EDV-Kurs für Manager: Umwandlung Miete in Kauf, konsequentes Ausnutzen der Preisvorteile langfristiger Finanzierungen (Leasing), Einsatz von Mixed Hardware, Verwendung von Werkzeugen zur Optimierung der Software markieren den Sparkurs. Zwar kommt der Preisverfall auf der Hardwareseite diesen Wünschen entgegen, doch neuerdings (sogar für Betriebssysteme) grassierende Lizenzgebühren und höhere Wartungskostenanteile dürften das Ziel dort lassen, wo es ist: in weiter Ferne. de

Herbert Rotthauwe, Leiter der Abteilung Programmierung der VEBA-Chemie AG, Gelsenkirchen

Hinter der Budgetplanung für 1978 verbirgt sich die Zielsetzung einer bewußten Leistungsverbesserung unseres EDV-Bereiches. Erreichung des gewünschten Leitungsniveaus bedeutet im Bereich der Programmierung für uns die Entwicklung von moderneren Programmiertechniken und Methoden verbunden mit dein Einsatz von datenbankunterstützten Informationssystemen.

Im nächsten Jahr ist aus diesem Grund die Installation der ersten Realtime-Programme im Bereich der Materialwirtschaft geplant. Keineswegs zu übersehen ist deshalb auch ein nicht geringer Nachholbedarf in der Ausbildung der Programmierer.

Eine realistische und wirtschaftliche Budgetplanung ist durch die in unserem Hause durchgeführte Verrechnung der (...)tstehenden EDV-Kosten in einem Budget-Soll/Ist-Vergleich gewährleistet. Somit ergeben sich folgende Investitionsschwerpunkte: Dokumentationssoftware, Schulung, Entwicklung anwendungsorientierter Eigensoftware, Implementierung von Fremdsoftware im Bereich der Realtime-Anwendungen.

Offengelassen sind dabei noch die sehr häufigen unerwarteten Aufgaben.

Neben diesen Schwerpunkten ist der tägliche EDV-Alltag kostenmäßig nicht unerheblich.

Natürlich kann dies nur eine kurze Zusammenfassung sein, aus der sich folgender vielleicht nicht uninteressanter Hauptverteilungsschlüssel der Programmierungskosten in Prozent ergibt:

- Verkaufsabwicklungen und Versandautomation 30

- Externes Rechnungswesen 16

- Internes Rechnungswesen 13

- Personal- und Sozialwesen 13

- Materialwesen 10

- Finanzen 8

- Kostenplanung und Überwachung 3

- Sonstige 7

Eine zukunftsorientierte Investitionsplanung ist sicherlich auch verbunden mit dem Verzicht auf kurzfristige Erfolge.

Notwendig aber, so meine ich, um mit möglichst geringen gezielt eingesetzten Mitteln langfristig möglichst viel zu erreichen. Berge können wir im kommenden Jahr sicherlich mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht versetzen, aber ein gutes Stück weiterkommen zur Erreichung eines optimalen, anwenderorientierten EDV-Systems, das ist eindeutig unsere Zielsetzung für 1978.

Rudolf Wilhelmi, Leiter der Zentralen Datenverarbeitung, E. Merck, Darmstadt

Das Budget 1978 der Zentralen Datenverarbeitung der E. Merck, Darmstadt, enthält (ohne Kosten für DV-Organisation, Systemplanung und Programmierung) die folgenden Kostenanteile: 55 Prozent Hardware, 33 Prozent Personal und 12 Prozent Sonstiges.

Der wesentliche Budgetposten sind die Kosten der Hardware, dieser Posten ist auch am stärksten beeinflußbar.

Für 1978 ergibt sich hier eine Kostensenkung um 11 Prozent gegenüber dem Budget 1977. Gleichzeitig konnte jedoch die interne Rechnerleistung um 17 Prozent, die Speichergröße der Zentraleinheiten (IBM 370/145), um 71 Prozent und die rechnerische Plattenkapazität um 105 Prozent vergrößert werden.

Die langfristige Budgetplanung bis 1983 läßt verstärkt die Tendenz erkennen, daß notwendige Kapazitätsausweitungen mit geringeren Kosten durchgeführt werden können. Die Ursache dieser Tendenz liegt im verbesserten Preis-/Leistungsangebot der Hersteller und dem konsequenten Ausnutzen der Preisvorteile mittel- oder langfristiger Finanzierungen (Langzeitmietvertrag, Leasingvertrag).

Nach den heutigen Erkenntnissen werden wir bis 1983/84 die Hardwarekosten trotz stetiger Leistungs- und Kapazitätsausweitungen weiter senken können, die Planmiete allein für die Zentraleinheiten beträgt dann 1983 nur noch zirka 50 Prozent der Kosten des Jahres 1977.

Dipl.-Ing. Dieter Weber, Leiter des Landesrechenzentrums Rheinland-Pfalz, Mainz

Nach den von uns für die anstehenden Haushaltsberatungen erarbeiteten Plan-Ansätzen ,wird das gesamte Ausgaben-Volumen unseres Rechenzentrums im nächsten Jahr geringfügig unter dem bisherigen liegen. Dies ist um so bemerkenswerter, als die anstehenden Aufgaben nicht etwa stagnieren, sondern einen erheblichen Mehraufwand erfordern werden. Als Hauptgrund für diese weitere Verbesserung unseres Preis-/ Leistungsverhältnisses sind zu nennen: Ankauf der beiden installierten Zentraleinheiten im Rahmen eines Ratenabkommens, Verlängerung der Mietdauer der angeschlossenen Terminals sowie der Einsatz von Mixed-Hardware. Damit werden im nächsten Jahr die Aufwendungen für Hard- und Softwaremieten einen Anteil von etwa 65 Prozent-betragen. Die geplante Neueinrichtung einer Arbeitsgruppe sowie die allgemeinen Steigerungen werden den Anteil der Personalkosten auf ein Fünftel erhöhen. Im Bereich des technischen Verbrauchsmaterials (Platten, Bänder, Endlospapier) gehen wir von einem nur geringfügig erhöhten Aufwand aus. Auf Grund der uns vorliegenden Anforderungen zum weiteren Anschluß von Datenendgeräten an das bestehende Netz werden die Datenübertragungskosten (Modem, Knoten- und HFD-Gebühren) mit knapp zehn Prozent einen wachsenden Anteil an den Gesamtausgaben erfordern. In der Zusammenfassung können wir feststellen, daß auf Grund der Verbesserung des Preis-/Leistungsverhältnisses im Bereich der externen Speicher sowie durch das in Fluß gekommene Preisgefüge bei den Terminals eine wesentliche Erweiterung unseres Leistungsangebots ohne wesentliche Kostenausweitung möglich ist. Diese positive Entwicklung wird sich auch im Jahre 1979 fortsetzen, wie wir unseren Planzahlen für diesen Zeitraum entnehmen. Unabhängig von gängigen Schlagworten wie "Verteilte Intelligenz" ist es unser Ziel, der Verwaltung effektive und kostengünstige Hilfsmittel (nicht nur "Bildschirm am Arbeitsplatz") an die Hand zu geben. Im Gegensatz zur Vergangenheit ist es dabei jedoch heute möglich, dieses Ziel nicht nur durch, eine Ausweitung des Budgets zu erreichen.

Friedrich Wilhelm Schlüsselburg, Leiter Org/DV Dragoco GmbH, Holzminden

Hardware-Budget 1978: Möglichst keine höheren Ausgaben als 1977. Suche nach Kostensenkung durch Hardware-Mix. Allerdings wird nicht um jeden Preis gemixt - die Verfügbarkeit des Systems hat erste Priorität.

Software-Budget: Spätestens wenn man glaubt, sich einem gewissen Sättigungsgrad bei der DV-Anwendung zu nähern, sollte der Start zur Programmoptimierung bestehender Anwendungen eingeläutet werden. Es erstaunt, was man damit immer wieder an Laufzeiten gewinnen kann, ohne einen Pfennig beim Hardwarelieferanten für Kapazitätserweiterung gelassen zu haben. Ein erheblicher Gewinn liegt dabei gleichzeitig in der Aufarbeitung (oder sogar Erstanfertigung) der Dokumentation. Personell wird also 1978 nicht investiert. In Arbeit befindliche Anwendungen sollen nicht mehr durch zusätzliche Personalkosten forciert werden. Auch diese Überlegung hängt weitgehend von dem Stand entwickelter DV-Anwendungen in einem jeden Hause ab. Tendenzen, wer eine gekaufte CPU oder auch Peripherie hat und einen intensiven TP-Betrieb fahren will, sollte mit dem Aufrüsten seines Systems vorsichtig zu Werke gehen: Der Markt spült eine erhebliche

Anzahl gekaufter Konfigurationen zurück, die als Parallel-Systeme hervorragende Arbeit für Batch-Anwendungen, temporäre Übernahme des TP-Betriebs bei Ausfallzeiten und vor allem für die leidigen Testaufgaben leisten können. Die Effektivität der Programmierung wurde sich so sehr erhöhen, daß personelle Konsequenzen nicht zu umgehen wären und außerdem das Thema der sogenannten Standard-Anwendungssoftware für die klassischen Aufgabengebiete an Aktualität verlieren würde.

Genehmigungsverfahren von Investitionen: In unserem Hause werden alle Kostenarten und Investitionen in Form eines Investitionsplanes ein Vierteljahr vor Beginn des neuen Jahres zusammengetragen und diskutiert, nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten sortiert und nach Prioritäten genehmigt im neuen Jahr durchgeführt. Das schließt sämtliche Investitionen für die Datenverarbeitung ein, selbstverständlich sind Modifikationen wie der Kauf eines Utility-Programms oder die Änderung einer Bandeinheit, die nur geringfügige Mehrkosten oder ähnliche Dinge mit sich bringt, können flexibel im Laufe des Jahres vom Sachbereich weiter erledigt werden.