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Eine Workstation, die auch drucken kann


29.05.1992 - 

Hochleistungsdrucker für die schnelle Dokumentation

Um die riesigen Datenmengen in der technischen Dokumentation wirtschaftlich zu verarbeiten, setzen sich Netzwerke mit zentralen Druckern durch. Das Münchner Institut für technische Literatur wollte mit einem Hochleistungsdrucker für das Zusammenspiel mit unterschiedlichen Systemwelten vorbereitet sein.

Auch in der Erstellung der technischen Dokumentation gewinnen zentrale Netzwerkdrucker immer mehr an Bedeutung. Betrachtete man einst Handbücher als lästiges Beiwerk, darf mittlerweile kein Produkt mehr ohne Anleitung ausgeliefert werden. Das neue Produkthaftungsgesetz und die Normenreihe ISO 9000 setzen für die technische Dokumentation strenge Maßstäbe. In den Doku-Abteilungen einzelner Unternehmen oder auch bei spezialisierten Dienstleistern läßt sich die Kostenbelastung durch den Einsatz von Electronic-Publishing-Systemen (EP) mindern. Im Unterschied zum Desktop Publishing (DTP), bei dem die Funktionen Schreiben, Layouten und Montage an einem Arbeitsplatz vereint sind, wird Electronic Publishing als eine arbeitsteilige Kleingruppe mit integrierter Datenkommunikation verstanden.

Integrierte Daten blähen Datenvolumen auf

Vor zehn Jahren von Christine Wallin-Felkner gegründet, zählt das Institut für technische Literatur itl in München heute zu den Pionieren des Electronic Publishing. Das Leistungsspektrum des Ausbilders reicht von der Konzeption über die redaktionelle Erstellung und Übersetzung bis zur Produktion von Dokumentationen. Neben der Erstellung von Handbüchern engagiert sich das Unternehmen auch in der Aus- und Weiterbildung Technischer Redakteure.

Was dem Anwender als voluminöses Handbuch geliefert wird, ist in der Herstellung zunächst eine riesige Datei. Vor allem die integrierten Grafiken und Illustrationen blähen das Datenvolumen auf mehrere Megabyte auf. Da sich der Kostenrahmen für die Erstellung von Dokumentationen aber kaum geändert hat, stehen spezialisierte Dienstleister wie itl unter einem extremen Produktivitätsdruck.

Um die Aufträge - häufig unter einem großen Zeitdruck - abzuschließen, braucht man ein durchgängiges Produktionskonzept mit möglichst wenig Einzelstufen. Ein leistungsfähiger Laserdrucker ist daher eine der wichtigsten Komponenten in der Produktionsumgebung von itl.

Die umfangreichen Dateien, die für Produktionen in der technischen Dokumentation typisch sind, erforderten einen Hochleistungsdrucker mit hohem Output, um die einzelnen Druckjobs wirtschaftlich auszugeben. Da diese Druckermodelle in der mittleren bis oberen Preisklasse angesiedelt sind, empfahl sich die Vernetzung mehrerer Arbeitsplätze mit einem solchen Drucker. "Unsere Anforderungen an das Drucksystem waren eine Schnittstelle, die einen hohen Datendurchsatz ermöglicht sowie große Speicherkapazität", erinnert sich Dieter Gust, Bereichsleiter für Technik und Consulting bei itl. Zusammen mit einem Druckerspezialisten und -Distributor selektierte man das Marktangebot nach einem leistungsfähigen, aber auch individuell ausbaufähigen Drucker. Man entschied sich für den Laserdrucker QMS-PS von Printec und stellte damit auch die Weichen für eine Systemlösung.

Der Hochleistungsdrucker für anspruchsvolle Anwendungen in Electronic Publishing, Printing-on-Demand und technische Dokumentation fungiert bei itl als Auflagendrucker von kleinen Stückzahlen oder als Proof-Gerät vor der Belichtung eines Dokuments. War noch vor zwei Jahren nur jedes zehnte Dokument belichtet, hat sich der Anteil seitdem stetig erhöht. Der Laserdrucker ist jedoch als Kontrollgerät unverzichtbar.

Durch seine Ausgabegeschwindigkeit von 20 Seiten pro Minute eignet sich der QMS-PS 2000 für -Printing-on-Demand-Anforderungen, wenn zum Beispiel ein wartender Auftraggeber eine Korrekturfassung einer Produktion mitnehmen möchte.

In Systemumgebungen vom PC bis zum Mainframe

Das "Flaggschiff" des amerikanischen Drucksystemherstellers ist für eine monatliche Auslastung von maximal 70000 Seiten ausgelegt und eignet sich auch für den Einsatz in Netzwerken mit bis zu 50 aktiven Arbeitsplätzen. Da sich das Peripheriegerät ohne spezielle Anpassungen in Systemumgebungen vom PC zum Mainframe integrieren läßt, arbeitet er im Verbund mit dem Apple Macintosh, Unix-Systemen, Workstations oder Vax.

Ein heterogenes Netz findet man auch in der Produktionsabteilung von itl: Es verbindet die Systemwelten MS-DOS, Windows und Unix. Der Apple Macintosh ist bei itl noch nicht zu finden. Zwar dominiert der "Mac" in der grafischen Industrie, konnte sich aber in der technischen Dokumentation nur bedingt durchsetzen. Der Grund: Gerade Großunternehmen, in denen vor allem Unix-Systeme und IBM-Kompatible installiert, sind, wünschen die Produktion ihrer Dokumentationen auf diesen Systemen. Auch die Verfügbarkeit einschlägiger Software beeinflußte die Entscheidung bei itl: Die wichtigsten Anwendungsprogramme sind Interleaf, Framemaker und Ventura Publisher. Als sie angeschafft wurden, existierte für den Macintosh noch keine vergleichbare Software, um längere und strukturierte Dokumente auszuarbeiten.

Workstations mit NFS- und TCP/IP-Protokollen vernetzt

Die Hardware von itl besteht aus PCs mit 80386-Prozessof und Workstations, die auf der RISC-Technologie beruhen. In der Produktionsabteilung ist eine Workstation mit einem Hauptspeicher von 40 Megabyte als Server konfiguriert, auf dem Anwendungsprogramme und Datenbestände zentral abgelegt sind. Bei Bedarf verwandeln sich die PCs mit Hilfe der Emulations-Software "XVision" auch in ein grafisches Terminal.

Die Workstations sind mit NFS und TCP/IP als Netzwerkprotokoll vernetzt. Da sich der Workgroup-Drucker mit einem Ethernet-Interface für DECnet oder TCP/IP in einen Netzknoten verwandelt, kann auf einen speziellen Print-Server im Netzwerk verzichtet werden. Alle Geräte der Abteilung sind mit Cheapernet verkabelt. Das erwies sich nicht immer als problemlos: In der Anfangszeit war die Konfiguration recht anfällig gegenüber elektrischen Störimpulsen. Erst die Verlegung neuer Stromleitungen zu den Workstations schuf Abhilfe.

Mit 16 Megabyte Hauptspeicher und mit einer Festplatte von 100 Megabyte ausgestattet, versieht der Postscript-Laserdrucker seinen Dienst wie "eine Workstation, die auch drucken kann," so Dieter Gust.

Printer als Netzknoten im Ethernet ansprechbar

Der Printer kann direkt als Netzknoten im Ethernet angesprochen werden; damit entfällt die Notwendigkeit eines eigenen Printservers im Netz. Er übernimmt alle Druckmanagement-Aufgaben und entlastet so den Hostrechner und das Netz. Dank seines internen Controllers mit einem MIPS R3000 RISC-Prozessor ist der Laserdrucker rund sechsmal schneller als vergleichbare Geräte mit einem 68020-Chip. Da die gängigen Schriften dauerhaft auf der Festplatte gespeichert sind, entfällt das Downloading im Bedarfsfall. Werden mehrere Druckjobs gleichzeitig gestartet, lassen sie sich von der Festplatte des Hochleistungsdruckers aus verwalten. Bei steigendem Bedarf kann der QMS-PS 2000 auf insgesamt sieben Festplatten zugreifen.

Um den Einsatz in gemischten Netzen zu ermöglichen, läßt sich die druckende Workstation mit zusätzlichen Schnittstellen und Emulationen installieren. Zur Serienausstattung des Laserdruckers gehören die serielle Schnittstelle RS 232C, eine parallele Centronics-Schnittstelle sowie ein Interface für Apple-Talk. Der QMS-PS 2000 läßt sich daher im Ausnahmefall auch als Standalone-Gerät betreiben. Sollte das Netz ausfallen, können eilige Dokumente vom PC über die Centronics-Schnittstelle ausgedruckt werden. Die serielle Schnittstelle hingegen hält die Option offen, die Workstations direkt mit dem Drucker zu verbinden.

Emulation der Druckjobs wird erkannt

Alle Schnittstellen sind gleichzeitig aktiv und müssen nicht mehr manuell oder per Software eingestellt werden. Durch die automatische Schnittstellenerkennung muß sich der Anwender um diese Details keine Gedanken mehr machen, was die Tagesarbeit vereinfacht und beschleunigt. Auch die jeweilige Emulation des Druck-Jobs wird automatisch erkannt, so daß dem Anwender das Umstellen des Druckers vor der Seitenausgabe erspart bleibt.

Um mit der Entwicklung von Hardware und Software Schritt zu halten, hat man bei itl einen ständigen Bedarf an Updates. Die kontinuierliche Anpassung der Kapazität des Druckers erfolgt in Intervallen von drei Monaten.

Die nächsten Aufgaben für die Service-Experten: das Speichern neuer Firmware sowie die Umstellung auf PostScript Level-2. Durch das bereits existierende PostScript-2-Feature "Adobe Type Manager" lassen sich schon jetzt bei kleinen Schriften und sehr feinen Linien klare Randschärfen erzielen.